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Die Welt · 1910-02-04 · 5 (4.2.1910) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
5 (4.2.1910)
Date
1910-02-04
Page
– (sequence 18)
Language
German
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108 DIE3a£E V LT No. Tabelle II Land Anzahl d. Juden 1. Südafrika............... 39.128 . 2. Belgien.............. 15.000 . 3. Ostasien............... 2.143 . 4. Rumänien.............. 266.652 . 5. Argentinien.............. 30.000 . 6. Kroatien, Slavonien und Bosnien .... 28.213 . 7. Schweiz............... 12.264 . 8. Bulgarien.............. . 37.653 . 9. Brasilien............... 3.000 . 10. Deutschland............. 607.863 . U. England . . ............. 237.760 . 12. Serbien............... 5.729 . 13. Canada............... 60.000 . 14. Österreich.............. 1 224.900 . 15. Niederlande ............. 103.988 . 16. Australien.............. 15.239 . 17. Ägypten............... 30.578 . 18. Rußland............... 5 215.805 . 19. Nordamerika............. 1 783.185 , 20. Skandinavien........... . . 7.729 21. Frankreich.............. 100.000 22. Griechenland............. 8.350 . 23. Italien................ 35.617 24. Türkei inkl. Palästina......... 333.850 . 25. Ungarn................ 831.378 Gesamtbetrag pro Kopf 1908 .... 2.39 Pfg. » 1909 ... . 3.50 „ Leistung pro Kopf in Pfennig .. 57.97 .. 54.99 . . 27.84 16.28 .. 15.65 . . 10.95 .. 10.42 . . 9.62 . . 8.58 .. 7.98 . . 7.82 . . 7.62 . . 7.49 . . 5.54 . . 4.44 . . 3.07 . . 3.04 . . 2.47 . . 2.03 1.76 . . 1.16 . '. 0.96 . . 0.94 . . 0.94 . . 0.57 Nicht minder interessant als die Ergebnisse der einzelnen Länder sind für die Zentralverwaltung des J. N. F. wie auch für seine Landes- und Ortssammelstellen die Ergebnisse der einzelnen Sammelmittel. Tabelle III gibt nun an, mit welchem Prozentsatz bei den 7 größten Sammelstellen die einzelnen Sammelmittel an dem Gesamteingang beteiligt sind, zeigt uns also das Verhältnis der Sammelmittel zueinander. Tabelle III c , E 5 53 S4 o -i. c CJ CD tn <ü \ S § i — CS u. E o P ~ o-a bJO c ~ cd elbs eue: _o CD S £ £^ CJ "o 2 3 i =3 -a j CS c! jo a> tion sma grai nke cnts CD £ ca :3 O CQ O! o 8- C3 -ri 2 s cd je "ä3 -Q JQ c3; &! H m % °0 0 "/o %•; °/o l,io i 1« Rußland . . 27.5 3.4 4.1 15.8 26.3 13.2 8.9 0.8 Österreich. . 30.1 5.9 12.4 17.2 2.8 24.7 4.4! 2.5 Deutschland . 15.2 3.4 0.5 11.2 12.8; 50.2 4.7 2 Rumänien . . 20.5 0.5 3.5 12.5 39.4 16.1 6.4! 1-1 Nordamerika. 15.6 — — 13.7 26; 23.6 21.9 i — Südafrika . . 29.6 — — 6.9 34.4 : 9-4 19.5 0.2 England. . . 26.7 2.6 0.7 9 20.4 \ 28.6 11.5; 0.5 Ein Blick auf diese wichtige Tabelle läßt erkennen, daß sich die Ergebnisse der Sammelmittel in Rußland wohl am meisten der idealen Verteilung nähern, bei welcher die ständig fließenden Einnahmequellen, wie insbesondere die Büchsensammlungen und der Verkauf der Nationalfondsmarken, einen hervorragenden Platz einzunehmen hätten. Unsers Erachtens ist es anzustreben, daß der Ertrag der Sammelbüchsen mindestens 25—30 °/o und der Ertrag der Nationalfondsmarken mindestens 10—15°/o der Gesamteinnahmen jedes Landes ausmache, wenn nötig, auf Kosten der allgemeinen Spenden. Die Ergebnisse des Sammelbogens dürften in den Ländern, wo die jüdischen Massen in geschlossenen Gebieten dicht beieinander wohnen, ohne besondere Mühe auf 10% des Gesamteingangs gebracht werden können. In dieser Hinsicht eröffnet sich besonders für Nordamerika ein weites Arbeitsfeld, wo der Sammelbogen in den größern Städten ohne Zweifel leicht eingeführt werden könnte. Der durchweg geringe Ertrag der Selbstbesteuerung und der Telegrammblankette beweist, daß einesteils die Propagierung dieser Sammelarten auf erhebliche Schwierigkeiten stößt, daß aber ihrer Einführung auch in manchen Ländern gar keine oder eine zu geringe Aufmerksamkeit zugewandt worden ist. Die Ziffern für die österreichische Sammelstelle, von welcher wir aus andern Quellen wissen, daß sie eine unserer bestorganisierten Sammelstellen ist, geben insbesondere für die Rubriken Selbstbesteuerung, Satnmelbogen und Telegrammblankette ein befriedigenderes Bild als die Ziffern der russischen Sammelstelle. Ganz anormal ist hier dagegen die geringe Beteiligungsziffer der Golden-Buch-Spenden an dem Gesamtertrag. Daß Österreich trotz dieser geringen Beteiligungsziffer auch in diesem Jahre eine nicht unerhebliche Anzahl von Eintragungen ins Goldene Buch veranlaßt hat, beweist, wie sehr gerade in Österreich die Unsitte verbreitet ist, Sammlungen vermittels Sammelbüchsen, Sammelbogen und sogar allgemeine Spenden usw. zu Eintragungen ins Goldene Buch zu verwenden. Dieser Unsitte muß im Interesse einer gleichmäßigen Erhöhung der Eingänge sämtlicher Spendenarten seitens der Sammelstelle mit aller Energie entgegengearbeitet werden, und das Hauptbureau des J. N. F. wird die Sammelstelle künftighin insofern unterstützen, als seitens des Hauptburealis von nun an keine nachträglichen Umbuchungen von Spenden mehr vorgenommen und auch die Eingänge aus Sammelbüchsen nicht mehr zu Golden- Buch-Eintragungen verwendet werden sollen. Wir betonen, daß es hierdurch den kleinern Leuten keineswegs erschwert werden soll, Eintragungen ins Goldene Buch zu veranlassen, da wir nach wie vor auch die kleinen und kleinsten Spenden auf Wunsch zu diesem Zweck verwenden. Nur muß im Interesse der Ordnung darauf bestanden werden, daß diese Spenden gleich bei Ablieferung als Golden-Buch-Spenden aufgegeben werden, und daß im Interesse der größtmöglichen Ergiebigkeit unserer andern Sammelmittel nicht diese zu Golden- Buch-Eintragungen verwendet werden. Auch hat die Verwendung von Büchsensammlungen für die Eintragung bestimmter Persönlichkeiten häufig Proteste einzelner Büchseninhaber hervorgerufen und der Verwaltung große Schwierigkeiten bereitet. In Deutschland überragt der Ertrag der Ölbaumspende mit über 50 % den Gesamtertrag sämtlicher übrigen Spendenarten. Es ist dies ein Mißverhältnis, dessen Gründe uns in folgendem" zu liegen scheinen: Bei einer gewissen allgemeinen Propaganda fließen die Spenden für Ölbäume ohne weiteres Zutun von selbst ein, vor allem, weil man bei dieser Spende nicht nur gibt, sondern auch einen gewissen Gegenwert empfängt, der bei allerlei Gelegenheiten zur Ehrung von Freunden und Verwandten benutzt werden kann. Da für diese Spende ein Minimalbetrag von Mk. 6.—

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