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Die Welt · 1910-02-04 · 5 (4.2.1910) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
5 (4.2.1910)
Date
1910-02-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 5 DIE^iiL"; 107 Bemerkungen zur statistischen Tabelle der im Jahre 1909 ausgewiesenen Spenden für den Jüdischen Nationalfonds Wie bereits die einzelnen Monatsausweise des vergangenen Jahres erkennen ließen, ist die Zunahme der Eingänge nicht Hinter unsern Hoffnungen zurückgeblieben. Das Gesamtergebnis des verflossenen Jahres übertrifft mit 405 638.58 J6 das Ergebnis des Vorjahres um 129 900.17 JL Dieser Fortschritt ist umso höher anzuschlagen, als auch im vergangenen Jahre in vielen Ländern die wirtschaftliche Depression noch anhielt und bei verschiedenen unserer Sammelstellen politische Schwierigkeiten die Arbeit störten. Es kommt noch hinzu, daß die Vorbereitungen zum Kongresse im letzten Quartal manche Kraft, die sonst für den Nationalfonds arbeitete, in Anspruch nahm, und daß ferner, eben infolge des Kongresses, in der letzten Nummer der „Welt" im vergangenen Jahre keine Nationalfondsspenden ausgewiesen worden sind. Die Mehreinnahme des Jahres 1909 gegenüber den Ergebnissen des Jahres 1908 beträgt bei den Allgemeinen Spenden . . . . Jl 54 222.59 „ Ölbaumspenden.......„ 34 529.4-8 „ Sammelbüchsen.......„ 22 854.49 „ Nationalfondsmarken.....„ 6 481.60 „ Golden-Buch-Spenden . . . . „ 5 597.31 „ „ Sammelbogen...... . . „ 4 182.15 „ Selbstbesteuerungsbeträgen . . „ 1 606.47 „ „ Telegrammblanketten.....„ 565.56 Bei obigen Zahlen dürfte die besonders hohe Zunahme der allgemeinen Spenden auffallen, welche in erster Linie einer im vergangenen Jahre erfolgten außerordentlichen Zuwendung, nämlich der Spende von Frau Klur in Odessa im Betrage von 30 000 JS, zuzuschreiben ist. Auch der Eingang, der von den rumänischen Chowewe-Zion vor Jahren gesammelten Spenden, welche beim Bankhause Rotschild in Paris mit Zinsen auf 24 031.07 J6 angewachsen waren, muß hierbei berücksichtigt werden. Demnach könnte es eher den Anschein gewinnen, als wären die allgemeinen Spenden in Wirklichkeit überhaupt nichtgestiegen. Aber auch dies ist nicht richtig, denn in der ersten Zeit, als die Organisation noch schwach war, sind der Zentrale unter dem Titel „Allgemeine Spenden" alle möglichen Spendenarten, z. B. auch Büchsensammlungen usw., zugesandt worden. Tatsächlich dürfte also der Ertrag der Allgemeinen Spenden in demselben Verhältnis wie die Gesamteinnahmen gestiegen sein. Die Beteiligung der einzelnen Länder an dem Gesamtergebnis ergibt sich aus Tabelle I. Diese Tabelle zeigt unter anderem, daß die Sammlungen in Südafrika, Ungarn, Bulgarien, Schweiz und Skandinavien absolut zurückgegangen sind. DerRückgang der südafrikanischen Spenden ist uns nicht recht erklärlich, da sich unseres Wissels die wirtschaftliche Situation in diesem Lande gegen früher nicht erheblich verschlechtert hat und die Sammelstelle, soweit wir dies aus unserer Korrespondenz beurteilen können, sich alle Mühe gibt. Wir bedauern aber diesen Rückgang um so mehr, als gerade unsere südafrikanischen Gesinnungsgenossen zu den opferwilligsten Zionisten zählen. Der Rückgang der ungarischen Spenden dürfte nach der mit Hilfe des Hauptbureaus vorgenommenen Reorganisation der ungarischen Sammelstelle im nächsten Jahre wohl durch eine erhebliche Mehreinnahme wettgemacht werden. Eine Verminderung der Eingänge hat auch lediglich in den ersten Monaten des abgelaufenen Jahres stattgefunden, in den letzten war bereits ein mäßiger Aufschwung bemerkbar. Die bulgarische Sammelstelle* soll nach den Mitteilungen eines bulgarischen Kongreßdelegierten im kommenden Jahre gleichfalls, hoffentlich mit Erfolg, ausgebaut bzw. reorganisiert werden. Im übrigen hat die Reihenfolge der einzelnen Länder eine nicht unwesentliche Verschiebung erfahren. Rumänien ist durch die oben erwähnte Spende der Chowewe-Zion von der sechsten an die vierte Stelle gerückt, die belgische Sammelstelle, auf deren außerordentliche Leistungen mit besonderm Nachdruck hingewiesen sei, von der neunten an die achte, und auch Argentinien und Kanada sind um ein gutes Stück vorwärts gekommen. In Frankreich beginnen unsere Bemühungen endlich Früchte zu tragen, dagegen ist in Italien noch immer keine wesentliche Verbesserung bemerkbar. Reihenfolge 1909 Tabelle I 1909 icmw Reihenfolge v 1908 *" M 1. Rußland .... 2. Österreich...... 3. Deutschland..... 4. Rumänien...... 5. Nordamerika..... 6. Südafrika...... 7. England....... 8. Belgien....... 9. Ungarn....... 10. Argentinien ..... 11. Niederlande..... 12. Canada....... 13. Bulgarien...... 14. Türkei inkl. Palästina . 15. Kroat, Slav. u. Bosnien 16. Schweiz 17. Frankreich...... 18. Egypten....... 19. Ostasien....... 20. Australien...... 21. Serbien....... 22. Italien........ 23. Brasilien....... 24. Skandinavien .... 25. Griechenland..... 128 963.76 67 853.81 48 507.15 43 415.87 36 246.31 22 684.70 18 591.68 8 249.97 4 765.10 4 695.90 4 613.33 4 499.46 3 623.74 3 163.46 3 089.68 1 278.04 1 157.35 930.30 596.67 468.14 436.84 336.32 257.40 136.34 80.40 4 68 173.07 50 453.41 37.556.90 16 999.95 34 003.15 26 374.59 7 897.54 4 345.72 4 974.52 3 112.77 3 367.24 2 849.27 3 785.23 1 150.72 2 321.90 3 379.80 679.65 731.51 1 266.84 192.33 263.02 23.— 269.- 24.30 D .. 2) . . 3» .. 61 4) ,. 5> . 71 9) .. 8) .. 13l 12) . 14) . 10) .17) . 15) . 1 Ii . 19) . 18) . 25) .16) . 22) . 20) . 24) ,. 21) . 23) Da aus der Zusammenstellung der absoluten Eingangsziffern ein genaues Bild von der Spendenleistung der jüdischen Bevölkerung in den einzelnen Gebieten nicht gewonnen werden kann, haben wir in Tabelle II die Leistungen pro Kopf der jüdischen Bevölkerung berechnet. Man wird vielleicht einwerfen, daß auch diese Berechnung kein genügend klares Bild gebe, da man die Leistung pro Kopf der, Schekelzahler berechnen müsse. Wir halten dies aber nicht für richtig, da wir der Ansicht sind, daß der Jüdische Nationalfonds eine Institution ist, für die jeder Jude, wenn er sich überhaupt noch als Jude fühlt, tätiges Interesse zeigen sollte, — und in der Tat werden dem Jüdischen Nationalfonds sogar recht häufig von nichtzionistischer Seite Zuwendungen gemacht.

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