Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 5 (4.2.1910)
- Date
- 1910-02-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3315709-3316406-3316412--52865-3346599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
der sich besonders Rechtsanwalt Jakobsohn sowie Rabbiner Dr. Stein beteiligten, gaben dem Vortragenden Gelegenheit, seine Ausführungen im einzelnen zu ergänzen. Der Eindruck, den der Abend hinterließ, war ein recht erfreulicher. Nürnberg-Fürth: Durch intensive Werbetätigkeit ist es uns geglückt, unsere Ortsgruppe im letzten Jahre so zu vergrößern, daß sie hinsichtlich Anzahl der Mitglieder und Schekelzahler an der Spitze der bayerischen zionistischen Vereine steht. Wir konnten diesmal zum Kongreß auch einen eigenen Delegierten entsenden. — Unsere Tätigkeit erstreckte sich aber nicht nur auf Innenarbeit; auch weitere Kreise wurden zur Mitwirkung an der Lösung wichtiger jüdischer Fragen angeregt, so vornehmlich durch die von Damen unserer Ortsgruppe eifrig propagierte Gründung eines Zweigvereins des „Jüdischen Frauenbundes für Kulturarbeit in Palästina". Auch an der Schaffung eines „Jüdischen Jugendvereines", der von der „Bnei-Brith-Loge" rege unterstützt wird, bete ligten sich in hervorragendem Maße Anhänger unserer Bewegung. Weiterhin ist erwähnens- und nachahmenswert die Einrichtung „Jüdischer Märchenabende"; wir hoffen, damit auch schon in frühester Jugend den Keim für die später durch die Tat zu beweisende Liebe zu unserm Volke in die Herzen der Kinder zu legen. — Der neu gewählte Vorstand besteht aus den Herren A. Ellern, M. Gorski, Dr. med. H. Warburg, Frl. Hamburger, Herren S. Kaufmann, E. Oberndorfer, J. Baruch und H. Maier. Frankfurt a. M.: Nachdem vor 14 Tagen die Kongreßdelegierten in einer gutbesuchten Versammlung der Ortsgruppe ihren Bericht über den Kongreß erstattet hatten, referierte dieser Tage nochmals in einer Versammlung der Ortsgruppe Herr Bendorf über das Oppenheimersche Siedlungsprojekt. Bei der Debatte zeigte sich, daß diesem Projekt lebhaftes Interesse entgegengebracht wird. Wir werden eifrig hierfür sammeln und haben schon einen Anfang dazu gemacht. Wiesbaden; Am Sonntag den 23. Januar 1910 veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe Wiesbaden ihre erste diesjährige Versammlung, die für die Wiesbadener Verhältnisse sehr gut besucht war. Herr Bertram Stern referierte über den 9. Zionisten-Kongreß in ausführlicher Weise. Alsdann sprach Herr B. Karpin aus Wiesbaden über „Modernes Judenleid". Er schilderte in beredten Worten das physische Leid im Osten und den seelischen Schmerz der westlichen Juden. Der Redner schloß seinen glänzenden Vortrag mit einem Appell, für die zionistische Idee mitzuarbeiten. Leipzig. Am 20. Januar fand hier ein vom „Komitee zur Unterstützung jüdischer Wohlfahrtsinstitutionen in Palästina" veranstaltetes Fest im Orient „Tausend und eine Nacht" statt. Der glänzend verlaufene Abend erbrachte einen Reingewinn von ungefähr 1000 Mk., welche an den Bezalel, an den Hilfsverein der Deutschen Juden für sein palästinensisches Schulwerk, an die Siedlungsgenossenschaft und an die Tachkemoni-Schule in Jaffa verteilt wird. Das größte Interesse erweckte die Ausstellung des Bezalel auf der Bühne des Festsaals. 30 neue Mitglieder wurden dem Bezalel gewonnen, für 400 Mk. von seinen Erzeugnissen abgesetzt. Hamburg-Altona. Die Misrachigruppe Hamburg-Altona hielt am Donnerstag den 27. Januar eine Mitgliederversammlung ab, in der der Vorsitzende, Dr. Franck-Altona, mitteilte, daß durch den Kongreß die Mitgliederzaht von 35 auf 81 Personen angewachsen sei. In der Vorstandswahl wurden die Herren: Dr. Franck-Altona, Rechtsanwalt David-Hamburg, Holländer, Referendar Möller-Altona, Iwan Meyer-Hamburg wieder-, die Herren H. Bachraeh und Dr. Fink-Hamburg neugewählt. Im Anschluß daran fand eine öffentliche Versammlung statt, die zahlreich besucht war. Der Vorsitzende gedachte zuerst in ergreifenden Worten des schweren Verlustes, den das Judentum, der Zionismus und besonders der Misrachi durch den allzufrühen Tod des Herrn Dr. Adler-Lübeck erlitten hat, und teilte mit, daß der Misrachi eine Dr. Adler-Stiftung als Grundstock eines Baufonds für die hebräische Mittelschule Tachkemoni in Jaffa ins Leben gerufen habe. Alsdann nahm Herr Referendar Möller-Altona das Wort zum Bericht über den IX. Zionistenkongreß. An das mit großem Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine anregende Diskussion. Nach einem Schlußwort des Referenten wurde um Mitternacht die Versammlung geschlossen, die der misrachistischen Sache 17 neue Anhänger zuführte. Die Sammlung für die Dr. Adler-Stiftung ergab eine größere Summe. Königsberg i. Pr. Der IX. Kongreß stand auf der Tagesordnung der drei Versammlungen, welche die Zionistische Vereinigung am 12., 20. und 26. Januar veranstaltete. Am ersten Abend, der öffentlich war, referierte Delegierter Dr. Hoppe eingehend über die Verhandlungen des Kongresses, während Dr. Stein ein farbiges Stimmungsbild von der Hamburger Tagung entwarf. Mit Genugtuung konstatierte der Vorsitzende Dr. Pelz, daß aus Königsberg i. Pr. über 40 Personen dem Kongreß beigewohnt hätten. — Der zweite Abend brachte ein Referat des Delegierten Dr. Pelz über die augenblickliche Lage. Daran schloß sich die allgemeine Diskussion über den Kongreß, welche am dritten Abend fortgesetzt wurde. Die Frage der Leitung nahm in der Debatte, an welcher sich insgesamt 14 Redner beteiligten, naturgemäß den größten Raum ein und wurde heftig umstritten. Schließlich kam man jedoch zur Überzeugung, daß es unbedingt notwendig wäre, die Einigkeit wiederherzustellen, da nur in gemeinsamer Arbeit die Bewegung gefördert werden könne. Schluß beider Diskussionsabende, welche von je 150 Schekelzahlern besucht waren, um 1 Uhr. Freiburg i. B. Am 17. Januar referierten hier in einer Versammlung der Ortsgruppe die Herren H. Düker, W. Fischer und Fräulein Rosa Düker über den IX. Kongreß. Am 24. Januar fand dann eine lebhafte Diskussion statt, nach welcher folgende Resolution angenommen wurde: Die am 24. Januar 1910 in Freiburg i. B. versammelte Ortsgruppe spricht: 1. Dem E. A. C. und insbesondere dem Präsidenten David Wolffsohn für die Haltung auf dem IX. Kongreß ihren Dank aus und hofft letztem auch nach dem X. Kongreß an der Spitze der Bewegung zu sehen; 2. erwartet sie mit Zuversicht von dem bald einzuberufenden X. Kongreß, daß er die Frage der Leitung in einer alle Landsmannschaften befriedigenden Weise lösen werde. Cosel, O.-S. Am letzten Dienstag fand hierselbst die erste zionistische Versammlung statt. Herr Parteisekretär Blumenfeld sprach über „Die Kulturaufgaben des modernen Judentums" und erntete großen Beifall der relativ gut besuchten Versammlung. Auf einen Appell von Zahnarzt Block (Ratibor) leisteten sofort 23 der Anwesenden ihre erste Schekelzahlung. Als Vertrauensmann stellte sich der zweite Gemeindevorsteher, Herr Max Krilowsky, zur Verfügung. Man beschloß fernerhin die Abhaltung eines Purimvergnügens. Österreich Distriktstag der Zionisten Innerösterreichs Dienstag, den 18. Januar, abends, wurde der Distriktstag fortgesetzt. Nach einem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referate des Gg. Adolf Böhm, über die Haltung der innerösterreichischen Delegierten am Kongresse, wurde folgende Resolution beschlossen: 1. Der innerösterreichische Distriktstag genehmigt die Haltung der Delegierten auf dem IX. Kongresse und hält an ihren als sachlich anerkannten Forderungen fest. 2. Der Distriktstag anerkennt die volle Autorität der Parteileitung in Köln, obgleich sich dieselbe nur als eine provisorische bezeichnet, und bringt ihr unbedingte Arbeitswilligkeit entgegen. Dr. Margulies dankt dem Distriktsobmann für seinen Entschluß, die Wahl anzunehmen. Er beglückwünscht den Distrikt zu seiner Leitung und drückt die Hoffnung aus auf ein gutes Einvernehmen mit dem Zentralkomitee und mit den andern Distriktskomitees. Dr. Meisel versichert, er werde sich die Pflege herzlicher Beziehungen zu allen zionistischen Behörden besonders angelegen sein lassen. Die Versammlung begleitete die Ausführungen beider Redner mit lauter Zustimmung. Hierauf wurde der Distriktstag geschlossen. Eine noch auf dem Distriktstage eingeleitete Sammlung für den Distriktsfonds ergab einen Betrag von 166 Kr. Außerdem zeichnete die Verbindung Kadimah 100 Kr. Das neugewählte Distriktskomitee konstituierte sich wie folgt: Dr. Leopold Meisel, Obmann und Preßreferent; Dr. Karl Pollak, 1. Obmannstellvertreter und Hausverwalter; Dr. Hugo Löwy, 2. Obmannstellvertreter und Referent für Kultusgemeindeagenda; Ernst Skutetzky, 1. Schriftführer; Dr. Robert Beer, 2. Schriftführer und Referent für Agitation in Wien; Samuel Strauß, Kassierer; Emil Kugel, Palästinareferent; Dr. Leopold Sofer, Referent für Provinzagitation; Dr. Hugo Zuckermann, Nationalfondskommissär. Rechenschaftsbericht des Mährisch-Schlesischen Distriktskomitees Bisher erstattete die Distriktsleitung erst auf dem Distriktstage ihren Tätigkeitsbericht. Von dieser Gepflogenheit weichen wir diesmal ab und benützen die im letzten Jahre geschaffenen „Mitteilungen