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Die Welt · 1910-02-04 · 5 (4.2.1910) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
5 (4.2.1910)
Date
1910-02-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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94 DIE 3§KE LT No. 5 Kommt, Brüder, kommt nach der Türkei. Hier lebt ein jeder von uns ruhig irtfKP 1X117! UDj mn unter dem Schatten seines Weinstocks und seines Feigenbaums, ohne daß irgendeiner uns in unserer friedlichen Entwicklung stören würde. Kommt zu uns, um in diesem fruchtbaren — und wir am Anfange des zwanzigsten Jahrhunderts fügen* hinzu: — in diesem freien Lande in Ruhe und Sicherheit zu leben. Dl y PALÄSTINA PI PI TX Erträge von Mandelpflanzungen in einigen judäischen Kolonien Jaffa, 24. Januar. In Nr. 45 der „Welt" brachten wir Angaben über Pflanzungen in einigen judäischen Kolonien. Diese von der A% P. C. gesammelten Daten bezogen sich lediglich auf die Mitglieder der von der Bank errichteten Leihgenossenschaften. Die gesamten Plantationen der einzelnen Kolonien nehmen natürlich eine weit größere Fläche ein. Im folgenden bringen wir Angaben über die gesamten Mandelpflanzungen und deren Erträge in den Kolonien Rechoboth, Gederah und Pethach-Tikwah. Rechoboth hat die meisten fruchttragenden Mandelbäume. Hier waren nämlich im letzten Jahre 580*Dunam mit Mandelbäumen bepflanzt, die bereits das dritte Jahr in voller Fruchttragung stehen. Die Einnahmen aus diesen 580 Dunam betrugen im Jahre 1907 Frs. 8 850, „ 1908 „ 15 000; ein Dunam brachte somit im Jahre 1907 Frs. 15.26 und 1908 Frs. 27.60. Die noch nicht tragenden Mandelbäunie nahmen in Rechoboth eine Fläche von 2906 Dunam ein. In Gederah gab es 125 Dunam, die mit acht- und mehrjährigen Mandelbäumen bepflanzt waren. Die Plantationen dieser Fläche brachten in den zwei Jahren 1907—1908 1584 kg Mandeln von der bessern Sorte „Prinzeß" und 3456 kg von der einfachen Sorte ein. Da der Verkaufspreis von 1 kg „Prinzeß" in der Regel sich auf ca. Frs. 1.10 und von 1 kg einfacher Mandeln auf ca. Frs. 0.70 stellt, so war der Bruttoertrag von den mehrjährigen 125 Dunam in den erwähnten 2 Jahren ungefähr Frs. 4000, d. h. ca. Frs. 16 . per Dunam und Jahr. In Gederah gibt es außerdem noch 335 Dunam dreijährige und 351 Dunam fünfjährige Mandelbäume. Insgesamt also 811 Dunam. In Pethach-Tikwah gab es 64 Dunam achtjährige Mandelbäume, die durchschnittlich ca. Frs. 1500 bringen. So bringt dort jeder Dunam ca. Frs. 25. Insgesamt gibt es in Pethach-Tikwah 4615 Dunam Mandelbäume, von denen 3312 Dunam vor 1906, 394 „ 1907, 391 „ 1908, 654 „ 1909 gepflanzt worden sind. Die Jemeniten in Rischon le Zion Rischon le Zion, 20. Januar. Bei der jüngsten Einwanderung der Jemeniten, die vor wenigen Monaten erfolgt ist, sind auch hier 13 Jemenitenfamilien untergebracht worden. Da sie hier in einem äußerst armseligen Zustande angelangt sind, hat man sich bestrebt, ihnen vor allem Kleidung und Nahrung zu verschaffen. Bis Jetzt sind auch für sie bereits 2 Häuser, die 6 Zimmer enthalten, fertig gebaut worden, in denen insgesamt 6 Familien Unterkunft finden. Ein drittes Haus ist noch im Bau begriffen. Einige Familien wohnen bei den Kolonisten. Vorläufig finden sowohl die Männer als auch die Frauen Arbeitsgelegenheit. Insbesondere ist man über die jemenitischen Frauen erfreut, die nun das weibliche Arbeitselement bilden, das bisher in den jüdischen Kolonien sehr vermißt wurde. Es wäre nur noch zu wünschen, daß die jemenitischen Männer auch zu schwereren Arbeiten herangezogen und überhaupt in allen Zweigen der landwirtschaftlichen Arbeit ausgebildet werden, damit sie das ganze Jahr hindurch in den Kolonien Beschäftigung finden können. Arbeiterklub und Abendkurse Rischon le Zion, 20. Januar. In den letzten Tagen ist auch hier ein Arbeiterklub gegründet worden, wo die Arbeiter allabendlich nach der Tagesarbeit zusammenkommen, gesellig die freie Zeit verbringen und für ihre Fortbildung sorgen können. Alle hiesigen Arbeiter sind sich darin einig, daß für sie die Kenntnis des Hebräischen eine Notwendigkeit ist. Es werden deshalb Abendkurse für hebräische Sprache abgehalten, die sich eines regen Besuchs erfreuen. Den Unterricht leiten die Kindergärtnerin S. Wilkansky und die Lehrer Jeseritz, Witkin und Mamon. Letzterer unterrichtet auch jeden Sonnabend türkische Geschichte. Die jungen Kolonisten im Verein mit einigen Arbeitern bestreben sich, den Gesangverein zu erneuern, der hier lange Zeit bestanden und sich infolge verschiedener Ursachen vor Jahren aufgelöst hat. Ein nachahmenswerter Beschluß Rischon le Zion, 20. Januar. Der Waad der hiesigen Kolonie hat durch öffentliche Ankündigung den Beschluß mitgeteilt, daß jedes Schriftstück, welches an den Waad gerichtet wird, mit einer Herzlmarke des Jüdischen Nationalfonds versehen sein muß. Holzsyndikat in Jaffa Jaffa, 20. Januar. Die hiesigen jüdischen und arabischen Holzhändler, die den recht umfangreichen Bedarf an Holz für Jaffa und Umgebung, wie auch für Jerusalem, Nablus und einige andere Städte zu decken haben, haben sich in letzter Zeit zu einem Syndikat vereinigt. Die arabischen Händler sind an dem allgemeinen Verkauf mit 34%, die jüdischen mit 66°/o beteiligt. Beide Direktoren des Syndikats sind Juden. Am Sonnabend und an den jüdischen Feiertagen bleibt das vom Syndikat errichtete Zentraldepot geschlossen, an allen andern Feiertagen erleidet der Verkauf keine Störung. Zunahme der Ansiedlung Jemmah, 20. Januar. Unsere Kolonie, die in bezug auf Bodenfläche und Zahl der Bevölkerung die größte unter den jüdischen Kolonien Untergaliläas ist, hat im letzten Jahre eine weitere Verstärkung erfahren. Innerhalb der Kolonie wie auch in dem sehr nahe liegenden Beth-Dagan, das bis nun provisorisch von Gerim (zum Judentum übergetretenen Russen) bewohnt wurde, wurden ca. 16 Häuser erbaut. Die neu von der Ica angesiedelten Kolonisten rekrutieren sich aus Kolonistensöhnen und jungen Arbeitern. Abendkurse in Saffed Saffed, 20. Januar- Am Beginn des Winters hat hier Herr Schulmann einen Abendkurs für arabische Sprache eröffnet. Durch das eifrige Bestreben der Jugend werden jetzt auch Kurse für die hebräische Sprache abgehalten. Referate über den IX. Kongreß Jaffa, 20. Januar. In letzter Woche haben hier zwei Versammlungen stattgefunden, in denen die Kongreßdelegierten J. Ahranowitsch und I. Eisenstadt aus Jerusalem über den IX. Kongreß Bericht erstattet haben. Ahranowitsch gehörte auf dem Kongreß zum linken Flügel der Opposition. Seine Ausführungen waren von äußerstem Pessimismus in bezug auf die gegenwärtige zionistische Organisation getragen und gipfelten in dem vom Referenten am Kongreß vorgebrachten Vorschlage der Separierung der osteuropäischen (bzw. streng palästinischen) Zionisten von den westeuropäischen. In der Diskussion traten mehrere Redner dem Referenten entgegen, der Schriftsteller I. Ch. Brenner jedoch ging in seinen Ausführungen noch weiter als Herr Ahranowitsch, indem er allen Zionismus außerhalb Palästinas als lächerlich und bedeutungslos hinstellte. Das Referat des Herrn Eisenstadt war mehr sachlicher Natur und schilderte in farbenreichen Bildern den letzten Kongreß und die Hauptpersönlichkeiten, die dort zur Geltung kamen. Der Redner spornte die Anwesenden zur eifrigen Arbeit an und betonte insbesondere die Notwendigkeit, daß Palästina durch eine zehn- und mehrfache Zahl von Schekelzahlern auf dem nächsten Kongreß vertreten sei und nicht durch eine lächerlich geringe Anzahl von Schekolim, wie sie in den letzten 2 Jahren aufgebracht wurden, im Hintergrund bleibe. Herr Eisenstadt erklärte, daß er bald an eine energische Schekelsammlung herantreten werde.

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