Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 2 (14.1.1910)
- Date
- 1910-01-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 DIE3a£ELT 39 Würden Schmucksachen, Nippes und einige <jebraüchsgegeristände hergestellt. Die Nachfrage nach diesen war eine so große, daß dieselbe nicht Voll befriedigt werden konnte. "Auch das gleichfalls erst seit einem Jahre bestehende Damaskuskupferatelier hat recht geschmackvolle und gut gearbeitete Gegen- LITHOGRAPHISCHE ANSTALT stände erzeugt. Wandteller und Seederschüsseln, Schalen, Vasen, Zigarrenteller und eine große Anzahl anderer Gegenstände, te'ls mit Silber ausgelegt, werden in diesem Atelier hergestellt. In dem Rahmenatelier wurden nicht nur einfache Rahmen erzeugt, sondern man ist] in diesem Jahre dazu übergegangen, dieselben künstlerischer als bisher auszuge-| stalten, und beginnt damit, inkrustierte Holzgegenstände herzustellen. fi An der Schule, welche nunmehr auf eine fast 31/2 jährige Tätigkeit zurückblicken' kann, ist bereits ein Stamm tüchtiger Handwerker, Arbeiter und Arbeiterinnen ausgebildet worden, welche sämtlich in der Schule selbst ihre Tätigkeit ausüben. Wir müssen nunmehr zu erreichen suchen, diesen fertig ausgebildeten Arbeitern und Arbeiterinnen die Möglichkeit zur praktischen Betätigung außerhalb der Schule zu geben. Ist dies erreicht, so ist die Hausindustrie tatsächlich in Palästina eingeführt und gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, eine weitere Anzahl junger Männer und junger Mädchenin die Schule neu aufzunehmen. Die Zahl der in diesem Jahre am Bezalel beschäftigt gewesenen Personen ist gewaltig gestiegen, sie beträgt bereits mehr als 150 und wird im neuen Jahre sicherlich noch eine weitere Vermehrung erfahren. Wir müssen daher heute schon erwägen, auf welchem Wege eine dauernde Beschäftigung einer so großen Anzahl von Personen, wie der Absatz der Produkte der Schule geregelt und für die Zukunft sichergestellt werden kann. Die im Bezalel hergestellten Erzeugnisse haben wir bisher ohne Schwierigkeit in den Kreisen der Freunde unserer Schule schlankweg unterbringen können. Im verflossenen Winter war sogar die Nachfrage nach Bezalelefzeugnissen eine so große, daß wir Bestellungen von rnehrern 1000 Mark bedauerlicherweise unausgeführt lassen mußten, da die Schule damals noch nicht genügend leistungsfähig war und auch die nötigen Mittel zum Einkauf der Rohmaterialien fehlten. Inzwischen ist aber hierin ein gründlicher Wandel eingetreten. Die verschiedenen Ateliers funktionieren tadellos, und der Wert der monatlichen Produktion beträgt bereits 5000 Fres. Mit der vermehrten Fingerfertigkeit der Arbeiter und Arbeiterinnen wird sich die Produktion in absehbarer Zeit naturgemäß weiter steigern. Wenn wir" daher nicht rechtzeitig Vorsorge treffen, daß der Absatz der Schule in geregelte Bahnen gelenkt wird, so könnte der Fall eintreten, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen zeitweise beschäftigungslos werden, oder daß die erzeugten Gegenstände gelagert werden müssen. Um einem solchen Mißstande fechtzeitig vorzubeugen, bedürfen wir eines kaufmännischen Unternehmens; das sich mit dem Einkauf der Rohmaterialien, mit dem geregelten Verkauf der Erzeugnisse und mit der Weitergabe der eingelaufenen Aufträge an die im eigenen Heim tätigen Arbeiter und Arbeiterinnen zu beschäftigen haben wird. Dadurch wird die Leitung der Schule entlastet und in den Stand gesetzt, sich ausschließlich mit der Ausbildung der Schüler und Schülerinnen und mit der Herstellung neuer Entwürfe befassen zu können. Viel Arbeit werden wir noch zu leisten haben und manche Schwierigkeit muß noch aus dem Wege geräumt werden, bis wir das uns vorgesteckte Ziel: „Die Einführung des Kunstgewerbes und der Hausindustrie in Palästina" erreicht haben. Die seitherige unermüdliche und uneigennützige Arbeit des Leiters der Schule berechtigt uns aber zu der Hoffnung, daß unser Ziel in nicht allzu ferner Zeit erreicht werden wird. „Und Lustrund Liebe sind die Fittiche zu großen Taten." Die in unserm letzten Geschäftsbericht in Aussicht gestellte Errichtung [einer Abteilung für Korb- und Möbelflechterei hat RAHMEN-ATELIER