Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 1 (7.1.1910)
- Date
- 1910-01-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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14 DIEX^ELT No. 1 In Sichron Jakob wurde schon vor einigen Jahren eine Viehversicherungs-Genosserischaft gegründet, die nach einer Pause von drei Jahren im März 1909 reorganisiert wurde und ihre Tätigkeit aufnahm. Diese Genossenschaft zählt jetzt 39 Mitglieder, welche 205 Stück Vieh versichert haben und als Versicherungbeträge 924 Frs. eingezahlt haben. Das versicherte Vieh repräsentiert einen Wert von 30 340 Frs. Es sind nämlich versichert: 7 Pferde, deren Wert auf 1380 Frs. geschätzt wird, 44 Kühe, 117 Ochsen, 19 Kälber, „ „ „ 17 Maulesel, „ „ „ 1 Esel, dessen „ Es wird gezählt für Pferde 4° . übrige Vieh nur 3 Vo. Außerdem hat die ICA der Genossenschaft eine Subvention von 800 Frs. gewährt. Es sind in diesem Jahre im ganzen zwei Tiere gefallen, für die 60" o des Schätzungswertes gezahlt wurde. Weitere 20 ü> werden gezahlt werden, wenn die Jahresbilanz es erlaubt. Die Genossenschaft wird von einem ehrenamtlichen Vorstand, bestehend aus fünf Mitgliedern, verwaltet. Nur ein Rechnungsführer bezieht ein jährliches Honorar von 120 Frs. Auch in PetachTikwa wurde im Mai 1906 eine Versicherungsgenossenschaft gegründet. Die Bedingungen glichen in pekuniärer Beziehung denen von Sichron Jakob) Ein Statut, enthaltend 47 Paragraphen, war bereits gedruckt. Leider aber hat eine bald auftretende Epidemie die Genossenschaft in ihrem Keime erstickt. 4630 18380 1250 4620 80 des Schätzungswertes, für alles Brief aus Konstantinopel (Von unserm Berichterstatter) Die Nationalitäten Unsere Yoraussagimgen über die verhängnisvolle Wirkung des harten Vereinsgesetzes gegen die Nationalitäten beginnen sich mehr und mehr zu erfüllen. Nicht nur. daß jetzt die Vertretung derselben im Parlament sich viel ausgesprochener als früher um ihre nationalen Interessen gruppiert, beginnen sieh anscheinend auch im Lande nationale Bildungen auf zutun, die auf einem Umwege zu erreichen versuchen. Avas offen zu vertreten das Gesetz ihnen untersagt. Auf diese Weise kann es leicht zu Geheimbünden, zu verstecktem Kampfe mit allen Mitteln und zu schlimmen 11 epr'essionen kommen. Die hiesigen Blätter melden: Das Werk der in Geniäßheit des Yereinsgesetzes geschlossenen politischen Klubs der Bulgaren soll durch eine •„Bildungsgesellschaft", die den Namen „Alatitsa" führen wird, fortgesetzt werden. Die Gesellschaft wird ihren Sitz in Konstantinopel und Zweigniederlassungen in allen Städten besitzen, wo Bulgaren in gröläerer Anzahl wohnen. Die „Matitsa" werde, unter dem ProLektoral des bulgarischen Exarchats. für die intellektuelle Entwicklung und die politische Erziehung der ottomanischen Bulgaren arbeiten. Herr Karajewieff. ehemaliger Beamter des bulgarischen Ministeriums des Äußern und Expräsident der bulgarischen Klubs, sei zu diesem Zwecke in der Hauptstadt eingetroffen. Bestätigt sieh diese Meldung im vollen Umfange, so gibt sie viel zu denken. Aus den Ministerien Die „Aurore" teilt mit: - „Ks bestätigt sich, daß der Träger des Portefeuilles des Handels, das neugeschaffen werden soll, einer der vier jüdischen Deputierten sein wird. Sein Name ist bereits wiederholt genannt worden/' Diese Nachricht bezieht sieh offenbar auf den Deputierten Fara ggi. — Der '.Minister des öffentlichen Unterrichts, NaYl Bej, hat seine Demission eingereicht. Der Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Kbensn wird das Marineminislerium seinen Vertreter wechseln. — - Der Finanzminister. Dsehawid Bej. und der Minister des Innern, Talaat Bej. haben die Absicht, während der Kurbad, BaTranferien eine Reise nach Syrien zu unternehmen. Ob diese Heise auch nach Palästina führen wird, wird nicht angegeben. Nassim Erlen di Busso. der jüdische KabinelIsehef Dsehawid Bejs, wird die Minister begleiten. Demission des Gouverneurs von Jerusalem Der „Taswir-ir-Efkios" kündigt' die Demission Subhi Bejs. des Gouverneurs von .'Jerusalem, an. Sie soll infolge der ewigen Kirchenslreitigkeiten erfolgt sein, deren Herr zu werden es Subhi Bej nicht gelingen wollte. Wird die Meldung nicht dementiert, so hat die jüdische Sache in Palästina, deren eifriger Förderer Subhi Bej gewesen, einen schweren Verlust erlitten. Auch die Bestrebungen zur Abschaffung des roten Zettels können dadurch nur verlieren. Die öffentlichen Arbeiten Für das langsame Tempo, in dem einstweilen noch die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei fortzuschreiten verdammt ist. ist folgende Tatsache bezeichnend. Bisher waren beim zuständigen Ministerium über 400 Gesuche von Konzessionen eingelaufen. Es waren aber von allen Antragstellern bis zu einer gewissen Frist die Nachweise für die finanzielle Befähigung gefordert worden. Nach Ablauf dieser Frist sind nun von all den Hundert nur. noch vier, sage vier, Konzessionsfähige übrig geblieben, mit denen das Ministerium die' Verhandlungen aufgenommen hat. — Zwei syrische Notabeln sind um die Konzession für eine elektrische Verbindung Jaffa-Je•rusalem eingekommen. Mesopotamien Sir William Willcocks hat dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten einen neuen Bericht unterbreitet, in welchem er die Hebimg der Baumwollkultur in Mesopotamien befürwortet. Wenn die Regierung seinen Vorschlag zur Ausführung bringe, so könne sie sich dadurch eine neue Jahreseinnahme von vier Millionen türkischer Pfund sichern. Die Regierung soll sich mit der Absicht tragen, eine große Anzahl ägyptischer Fellachen kommen zu lassen und in Mesopotamien anzusiedeln. Sie will ihnen große Strecken Landes, Saatgut und die notwendigen Ackergeräte geben, um die Baumwollpflanzung in großem Mäßstabe zu beginnen. Ferner sollen allen Kolonisten, die sich auf diesem Gebiete zur Kultivierung der Baumwolle niederlassen wollen, dieselben Privilegien und außerdem die Befreiung vom Militärdienst für eine bestimmte Reihe von Jahren bewilligt werden. Deutsche und jüdische Kolonisation in Palästina Auf den antizionistischen Artikel des Jerusalemer Korrespondenten des „Osmanisehen Lloyd", den wir vor kurzern eingehend beleuchtet haben, hat nunmehr'das Blatt eine doppelte Erwiderung erhalten, eine von jüdischer Seite aus Jaffa, die der „Lloyd" nur mit einem unwirschen Kommentar versehen zum Abdruck bringt, und eine von seinem eigenen Jaffaer Korrespondenten, die die Worte der jüdischen Einsendung auffallend bekräftigt. Die Zuschrift von jüdischer Seite führt aus: „Wer die deutschen Niederlassungen in Palästina kennt, wird diesem erstklassigen Kulturdleinenle in einem verwahrlosten Lande gerne die gebührende Anerkennung zuteil werden lassen. Ihr Fleiß. Tüchtigkeit und volles Verständnis haben in diesem Lande nicht nur Wunder geschaffen, sondern auch sehr dankenswerte Anerkennung gefunden. Sie haben sich den Bedürfnissen des benachbarten Marktes angepaßt und zählen die jüdischen Stadteinwohner zu ihren besten Konsumenten. Ihr Gedeihen, das sehr wünschenswert ist. haben sie ausschließlich nur den städtischen Juden zu verdanken. Hätten die deutschen Ansiedhingen ihre Blüte erreicht, wenn sie bloß auf die arabische Umgebung angewiesen wären? Ohne Juden gäbe es ein sehr notdürftiges, kümmerliches, oder überhaupt längst kein Sarona mehr! Armes Sarona! Seine Milch- und Gemüseprodukte erzielen in den palästinensischen Städten von durchweg jüdischen Konsumenten viel höhere Preise als in Wien, Paris und Berlin. Wenn man für landwirtschaftliche Produkte so horrende Preise erzielt und fette Einnahmen einsackt, darf auch in der Nähe eines so guten, und sichern Absatzmarkts wie Jaffa der Bodenpreis in die Höhe steigen, was sich auch den Arabern rentiert. Wer auf billiges Land rollekliert, möge sein Zelt etwas entfernter aufschlagen und braucht nicht den Anschein zu erwecken, als ob der überschüssige Nachwuchs keinen Boden finden kann. Man darf keinen Notschrei hinausschicken. wenn gar keine Veranlassimg dazu vorhanden ist. Nach reiflichem Nachdenken wäre dieser Alarmruf überhaupt nicht losgelassen worden, um nicht den gut zahlenden jüdischen Konsumenten, der wahrlich in jeder Beziehung mehr zu bedauern wäre als der Kolonist in Sarona. in seiner Empfindlichkeit zu reizen. Tatsache ist es auch, da Ii die Kolonisten Saronas diesen ungebetenen Artikel mit großem Unbehagen über sich ergehen ließen. Leben und leben lassen, ist doch der oberste Grundsatz der Menschheit! Die Deutschen und Juden hallen sonst gute Nachbarschaft *J 't utä Ytfj> frwvcmMWtf'frift y v ^^>»'*?^ » <n #; r^*&jfö&igtoiev*»x*t -<\{ * m