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Die Welt · 1909-12-30 · [Sonder-Ausgabe] Nr. 5 (30.12.1909) · p. Seite 1216

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
[Sonder-Ausgabe] Nr. 5 (30.12.1909)
Date
1909-12-30
Page
Seite 1216 (sequence 2)
Language
German
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Bilanz der Ölbaumspende für das Jahr 1908 zur Genehmigung vorlegen. Laut dieser Bilanz erhöhte sich das Vermögen des Vereins irn Laufe des Jahres 1908 von Mk. 27 762.78 Herzlwald um „_ 40 891.65 auf Mk. 68 654.43. von Mk. 28 708.07 Allg. Ölbaumspenden um „ 8 672.30 auf Mk. 37 380.37 Außerdem kamen noch im Jahre 1908 laut Vorschlag der Dessauer Ortsgruppe Mk. 660.— für den Warburgwald hinzu. Die größten Fortschritte hat der Verein in finanzieller Hinsicht im laufenden Jahre 1909 aufzuweisen, und zwar stellen sich seine Einnahmen vom 1. Januar bis zum 15. Dezember 1909, wie folgt: Allgemeine Ölbaumspenden.....Mk. 11 056.53 Herzlwald.................... „ 51 473.03 Warburgwald................. „ 1 262.— außer den Zinsen von ca. Mk. 5000.— für das laufende Jahr 1909. Was die bisherige kolonisatorische Tätigkeit in Palästina anbetrifft, so haben wir hierüber folgendes zu berichten: Die Tätigkeit des Vereins Ölbaumspende in Palästina begann im Frühjahr 1907 mit der Bepflanzung von 110 Dunam Land in Chedera, die Herr J. L. Goidberg in Wilna dem Jüdischen Nationalfonds zu diesem Zwecke geschenkt hatte. Diese Pflanzung, die den Namen Goldberg-Hain erhalten hat und von dem Kolonisten Voslinski in Chedera geleitet wird, enthält ca. 1100 Ölbäume, die bereits veredelt sind. Die weitere Arbeit des Vereins Ölbaumspende stockte dann daran, daß die Verhandlungen über ein für die Anpflanzung des Herzlwaldes geeignetes Terrain sich sehr in die Länge zogen. Nachdem im Frühjahr 1908 in der Nähe der jüdischen Seifenfabrik „Athid" in Beth-Arif bei Lydda eine Baumschule angelegt worden war, wurde im Herbst 1908 mit dem Jüdischen Nationalfonds ein Vertrag geschlossen, wonach derselbe sein von der Bahn Jaffa— Jerusalem durchschnittenes, in der Nähe der Bahnstation Sejed gelegenes Terrain Hulda, das 1973 Dunam umfaßt, dem Verein Ölbaumspende auf zweimal 49 Jahre verpachtet. Auf dem Terrain wurde im Frühjahr 1909 eine Baumschule angelegt und mit 7000 Olivenstecklingen besetzt. Zugleich wurde auf dem bisher unbewohnten Boden mit einem Kostenaufwande von ca. 17 000 Frs. ein Gebäude errichtet, das, auf einer Anhöhe gelegen, in orientalischem Stile gehalten und von der Bahnstrecke aus weithin sichtbar ist. In Hulda soll der Herzlwald entstehen, der auf ca. 1500 Dunam etwa 15 000 Olivenbäume, und mehrere tausend andere Fruchtbänme enthalten wird. Die Anhöhe, auf welcher das Haus steht, wird gärtnerischen Schmuck und eine parkartige Ausstattung bekommen, und das ganze Terrain soll von breiten Alleen durchschnitten werden. Mit der Grabung eines Brunnens in der Nähe des Gebäudes ist bereits begonnen worden. Der Wald wird in einzelne Haine von je 1000 Bäumen, die Haine wieder in Gärten von je 100 Bäumen geteilt werden. Ein Buch, in welchem die einzelnen Haine, Gärten und Baumreihen verzeichnet sind, wird die Namen der Spender von Ölbäumen in der Weise angeben, daß jeder Spender den mit seiner Gabe gepflanzten Baum auffinden kann. Es sind in Hulda alle Vorkehrungen getroffen worden, um im Frühjahr 1910 die ersten 3000 Ölbäume anzupflanzen. In den Jahren 1911 und 1912 sollen dann weitere je 6000 Bäume angepflanzt werden, so daß die Anpflanzung des ganzen Herzlwaldes im Jahre 1912 beendet sein wird. Auf den nicht zur Anpflanzung von Bäumen verwendeten ca. 400 Dunam wird Futter für das in der Wirtschaft gehaltene Zugvieh angebaut werden. Die Pflanzung steht unter der Leitung des Herrn Louis Brisch in Hulda. Eine dritte Pflanzung wird auf dem Lande des Jüdischen Nationalfonds in Beth-Arif bei Lydda (Bahnstation der Strecke Jaffa—Jerusalem) angelegt werden. Dieses Land umfaßt ca. 2200 Dunam. Es war bisher an die Ackerbauschule Kiriath Sefer verpachtet, welche auf dem Terrain ein Schulgebäude, Stallungen und einen großen Hof errichtet hatte. Nachdem im Herbst 1909 die Schule aufgelöst worden ist, wurden das Land und die Gebäude für eine andere Verwendung frei. Es ist zwischen dem Jüdischen Nationalfonds und dem Verein Ölbaumspende ein Vertrag in Aussicht genommen, wonach dieses Land mit den Gebäuden unter ähnlichen Bedingungen wie Hulda auf zweimal 49 Jahre an den Verein Ölbaumspende verpachtet wird. Es ist alles dafür vorbereitet, um im Frühjahr des Jahres 1910 500 Dunam mit 5000 Olivenbäumen zu bepflanzen. Es sollen dann im Laufe der Jahre 1911 und 1912 weitere je 5000 Olivenbäume gepflanzt werden, so daß diese Pflanzung im Jahre 1912 15 000 Olivenbäume umfassen wird. Zwischen den Olivenbäumen werden noch einige tausend anderer Fruchtbäume, insbesondere Mandelbäume angepflanzt werden. Die Anpflanzung steht unter der Leitung des Herrn Agronomen Wilkanski. Es besteht die Absicht, eine vierte Pflanzung des Vereins Ölbaumspende in Galiläa anzulegen. Vorläufig ist mit der Palestine Land Development Co. ein Vertrag geschlossen worden, wonach sie sich verpflichtet, auf ihrem Gute in Kinereth eine größere Baumschule einzurichten und für den Verein Olivenbäume zum Selbstkostenpreise zu verwalten. Es wird hoffentlich mit Hilfe des Jüdischen Nationalfonds möglich sein, im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre in Galiläa ein für Anpflanzung eines Olivenwaldes passendes Terrain zu erwerben. Wenn das gelingt, so wird es durch die Baumschule in Kinereth möglich sein, das Terrain in kurzer Zeit zu bepflanzen, so daß der Verein Ölbaumspende bis zum Jahre 1912 vielleicht auch in Galiläa schon 15—20 000 Olivenbäume besitzen wird. Dann wird der Verein Ölbaumspende insgesamt bereits über ca. 50 000 Olivenbäume und über 10—20 000 andere Fruchtbäume verfügen. Es ist klar, daß der Verein Ölbaumspende niemals eine so günstige Entwicklung genommen hätte, wenn seine Bestrebungen nicht verschiedenen Intentionen zu gleicher Zeit dienen würden. Seine Erfolge verdankt er zweifellos den allseitigen Bemühungen der Mitglieder der-zionistischen Organisation, Palästina wieder aufzuforsten, gleichzeitig dadurch einen dauernden Kulturfonds zu schaffen und ganz besonders das Andenken unseres großen Führers im Lande seiner Sehnsucht für immer zu verewigen. — Der lebhafte Beifall, der den Redner während seiner Ausführungen ununterbrochen begleitet hatte, steigerte sich am Schlüsse zu einer stürmischen Kundgebung der Zustimmung. Sodann erstattete, mit lebhaftem Beifall empfangen, Dr. Katzenelsohn, der Präsident der Jüdischen Kolonialbank, den Bericht über die Banken Die Tatsache, daß die Jüdische Kolonialbank vor 10 Jahren registriert wurde, wenn auch der Beginn ihrer Tätigkeit erst 1902 begann, gibt ihm Anlaß zu einem Rückblick, um darauf das Urteil 7A\ gründen, wie weit die dem jüdischen Volke gegenüber übernommenen Verpflichtungen Erfüllung gefunden haben. Die Bank sollte das Finanzinstrument der Bewegung sein. . Sie sollte rein finanzielle Operationen zu ihrer Aufgabe machen, die Gewährung von Krediten an existierende Unternehmungen, und in weiter Zukunft wurde eine kleine Dividende in Aussicht gestellt. Aus der Bank ist eine Bankfamiiie geworden, die Mutter hat zwei Töchter geboren, die Anglo Palestine Company und die Anglo Levantine Banking Company. Die A. L. B. C. war ein alter W'unsch Herzls, verwirklicht in Koristantinopel durch Wolffsohn und den Berichterstatter. Es ist gelungen, Kinderkrankheiten zu verhüten. Das Kapital betrug 100000 Pfund, wovon 25000 Pfund emittiert wurden. Dazu kamen große Kredite beim Jewish Colonial Trust. Die Bank besteht erst 15 Monate und bietet bereits

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