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Die Welt · 1909-12-30 · [Sonder-Ausgabe] Nr. 5 (30.12.1909) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
[Sonder-Ausgabe] Nr. 5 (30.12.1909)
Date
1909-12-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING 31 ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XIII. JAHRG. KÖLN, 30. Dezember 1909 }21)nb ND'Wn TOD n s No. 5. DER IX. ZIONISTENKONGRESS Dritter Verhandlungstag Dienstag den 28. Dezember 1909 Nachmittagssitzung Zu Beginn der Nachmittagssitzung erstattet, stürmisch begrüßt, Professor Warburg den Bericht über die Ölbaumspende Die Ölbaumspende verdankt ihr Entstehen dem Vorschlag der Kommission zur Erforschung Palästinas, der in ihrem Organ „Altneuland" vorn iMärz 1904 veröffentlicht wurde. Der Vorschlag gipfelte im wesentlichen in folgendem: Das Land Palästina, das die Urheimat des Ölbaums ist, soll von neuem mit Ölbäumen aufgeforstet werden, und der Reinertrag der anzulegenden Pflanzungen soll zur Schaffung neuer und zur Unterhaltung bereits bestehender kultureller Institutionen verwendet werden. Dieser Vorschlag fand von vornherein viele Freunde, deren Zahl in Deutschland ganz besonders groß wurde. Die eigentliche Entwicklung der Ölbaumspende datiert aber erst seit dem Vorschlage des Berichterstatters auf dem im Jahre 1905 stattgefundenen Kongreß in Basel, zu Ehren und zur dauernden Erinnerung an den verstorbenen Begründer der zionistischen Organisation, Dr. Theodor Herzl, einen Olivenwald von mindestens 10 000 Bäumen anzulegen. Seit der Verlautbarung dieses Vorschlages bis zürn November 1906 betrugen die Spenden für den Herzlwald im ganzen nur ca 6000^. Die verhältnismäßig bescheidenen Eingänge für den Herzlwald veranlaßten die Kommission zur Erforschung Palästinas, in der „Welt" Nr. 46 vom 16. November 1906 einen Aufruf zu erlassen, in welchem die zahlreichen Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam gemacht wurden, daß bis dahin die Spenden für den Herzlwald kaum erst die^ Zahl von 1000 Bäumen erreicht hatten, während ursprünglich an die Anlage einer Pflanzung von mindestens 10 000 Bäumen gedacht war. In diesem Aufruf wurde nochmals auf die große Bedeutung, die die Aufforstung Palästinas für die Kolonisation dieses Landes hat, sowie auf den großen Wert derselben für die kulturellen Bestrebungen hingewiesen. Dieser Aufruf fand in viel höherm Maße als der ursprüngliche Vorschlag Verständnis bei den zahlreichen Anhängern unserer Organisation, denn gleich nach dessen Veröffentlichung begannen unsere Gesinnungsgenossen in allen Orten der Diaspora, Sammlungen zugunsten des fierzlwaldes zu veranstalten. Die Popularität der Ölbaumspende wuchs mit jedem Tag, und laut der vom Bureau des Vereins Ölbaumspende (T el epl i o11 isei i er 8] >ez i al 1) eri cl it) aufgenommenen Inventur per 31. Dezember 1907 konnte folgendes Vereinsvermögen konstatiert werden: Herzlwald.......Mk. 27 762.78 Allgem. Ölbaumspenden . „ 28 708.07 Mk. 56470.85 Einen gewissen Anteil an dem erfreulichen Aufschwung der Ölbaumspende hat die Erklärung des Herrn Jakob Moser gelegentlich des Kongresses im Haag im Jahre 1907, wonach er sich verpflichtete, 500 Bäume im Herzlwalde zu stiften, falls bis Ende des Jahres 1908 9500 Bäume insgesamt aufgebracht sein würden. Die Tatsache, daß die Reinerträge der zukünftigen Pflanzungen der Ölbaumspende von vornherein zu kulturellen Zwecken bestimmt wurden, veranlaßte das Aktionskomitee, die Ölbaumspende in juristischer Hinsicht von dem Jüdischen Nationalfonds, dem sie bis dahin angegliedert war und dessen Statuten ähnliche Verwendungen nicht gestatten, zu trennen und in einen besondern Verein mit dein Sitz in Berlin umzuwandeln. Die gerichtliche Eintragung des Vereins erfolgte erst im April des Jahres 1908, während die Übernahme der Geschäfte der Ölbaumspende durch das Bureau der Kommission zur Erforschung Palästinas bereits im Januar desselben Jahres stattfand. Da die Leitung der Ölbaumspende sich von vornherein verpflichtet hat, jedem Spender von 1 —5 Bäumen Bestätigungskarten und den Spendern von 5 Bäumen Diplome zuzuerteilen, und da außerdem laut dem ursprünglichen Vorschlag der Kommission jeder Baum in ein besonderes Buch in übersichtlicher Weise eingetragen werden mußte, so sah sich die neue Leitung der Ölbaumspende veranlaßt, eine Sekretärin vom 1. September 1908 anzustellen, die bis zum heutigen Tage ihre Funktionen mit der größten Gewissenhaftigkeit und zur vollsten Zufriedenheit der Leitung erledigt. Durch die Umgestaltung der Ölbaumspende in einen besondern Verein waren wir selbstverständlich auch genötigt, eine vollständig getrennte Buchführung für ihn einzuführen, wras in der ersten Zeit gewisse Schwierigkeiten verursachte, da weder die Jüdische Kolonialbank, noch das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln in der Lage waren, dem Verein Ölbaumspende die Inventur per 1. Januar 1908 zu übergeben. Unter Überwindung vieler technischer Schwierigkeiten ist es unserm Bureau aber dennoch gelungen, den genauen Vermögensstand der Ölbaumspende per 1. Januar 1908 festzustellen, worauf zur Einrichtung und Führung einer regelrechten Buchführung geschritten wurde. Bereits im Oktober laufenden Jahres konnten wir den Ausschußmitgliedern die

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