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Die Welt · 1909-12-29 · 4 (29.12.1909) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
4 (29.12.1909)
Date
1909-12-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Stellung ätherischen Öls usw. Bisher hat sich das Syndikat nur an einer Kalksandsteinfabrik mit einem kleinen Betrage beteiligt; es wird aber demnächst auch an einem kleinen Versuchsunternehmen chemischer Natur teilnehmen. Von größern Objekten sind die heißen Bäder von Tiberias zu erwähnen, an deren Pachtung durch einen in Tiberias ansässigen Kaufmann sich das Syndikat beteiligt hat. Es bleibt noch die Hebung der wenigen in Palästina vorhandenen mineralischen Schätze. Bisher war dieselbe nicht möglich, da sie dem Sultan oder der Hedjasbahn vorbehalten waren. Jetzt scheint eine Konzession eher denkbar. Für das Palästina-Industriesyndikat sind die Unternehmungen aber viel zu groß, und schon die Vorarbeiten würden den größten Teil des Kapitals des Syndikats verschlingen. Diese größern Konzessionsunternehmungen sollten die Aufgaben unserer Bjink bilden, und ebenso die wenigen größern, von Konzessionen abhängigen Transportunternehmungen, die in Palästina noch zu vergeben sind, wie Eisenbahnen, Straßen, Dampferlinien sowie andere öffentliche Arbeiten, wie Häfen, Beleuchtungs-, Wasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen und vielleicht sogar elektrische Zentralen. Wenn die nächsten Jahre nach dieser Richtung hin nicht voll ausgenutzt werden, so ist die Gelegenheit hierfür dauernd verpaßt, und es ist daher zu verlangen, daß seitens der Bank die für die Voruntersuchungen nötigen Summen bereitgestellt werden. (Heifall.) Plantagengesellschaft in Galiläa Auch bei der Gründung des ersten auf rein geschäftlicher Basis begründeten Plantagenunternehmens hat das Palästinaressort mitgeholfen, wenngleich keine zionistische Institution hierbei materiell interessiert ist. Diese vollkommen private Gesellschaft, deren Anteile 40 000 Frs. betragen, hat mit ihrem vorläufig auf 400 000 Frs. normierten Kapital ein gut gelegenes, zum großen Teil bewässerbares Landgut in Galiläa erworben, um dort landwirtschaftliche Großknlturen, speziell Baumwollbau, zu betreiben. Die Immobiliengesellschaft Palästina Um auch kleinern Kapitalisten die Möglichkeit zu zeigen, ohne irgendwelches Risiko ihr Geld in Palästina in gewinnbringender Weise zu investieren, ist jetzt eine Immobiliengesellschaft mit Anteilen von dt> 500.— in Bildung begriffen, welche die schnelle Wertsteigerung des städtischen Grundbesitzes auszunutzen gedenkt. Wenn der Wert dieser rein kapitalistischen Unternehmung an sich für unsere Bewegung auch nur ein geringer ist, so dient das Hereinströmen auswärtigen Kapitals nach Palästina doch sehr dazu, den Kredit des Landes zu heben und das Selbstvertrauen der Bewohner zu erhöhen. Beides aber trägt dazu bei, die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas zu beschleunigen, indem dadurch einerseits ein Anreiz für weiteres ausländisches Kapital geschaffen wird, nach Palästina zu gehen, anderseits die Einwohnerschaft selbst mehr Mut bekommt, sich industriell zu betätigen. Aus diesem Grunde ist das Palästinaressort bei der Werbung des Kapitals behilflich. Achuzath Baith Die Häuserbaugesellschaft Achuzath Baith wurde vom Palästinaressort speziell durch die Hilfe des Palästinaamts bei der Finanzierung sowie bei der Aufstellung der Pläne gefördert. Seitens des Nationalfonds wurden ihr auf Wunsch des Großen A. C. und unter Garantie der A. P. C. Frs. 300000 als langfristiger Kredit gegen Ausgabe von Obligationen zur Verfügung gestellt und hierdurch die schnelle Inangriffnahme des Hausbaues in Jaffa und Haifa ermöglicht. Der größte Teil der Häuser ist bereits im Bau oder fertiggestellt, so daß die Juden, welche bisher auf die engen Gassen der alten Teile dieser Städte beschränkt waren, bald auch schöne luftige Quartiere besitzen werden. (Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Beifall.) Rechnungsabschluß des Palästinaressorts der Zionistischen Organisation am 30. Juni 1909 Ausgaben Ji Ä Einnahmen Ji \ i Bureaukonto (Ausgaben vom 1./7. 1908 bis zum 30./6. 1909)................ Publikationen (in Vorbereitung).......... Überschuß................... 7247 835 626 488 12 68 70 Zahlungen des Aktionskomitees......... Beiträge der vereinigten Institutionen und Samm- 46! 80 675 55 6000 — 2475 15 9197 50! 9197 50 Die Rede des Berichterstatters Prof. Dr. War bürg wurde mit stürmischem Beifall am Schlüsse aufgenommen. Darauf nimmt, gleichfalls lebhaft begrüßt, Dr. Tschlenow, Moskau, als Berichterstatter der Agrarkommission das Wort: In der Frage des Agrarproblems hatten wir es auf den frühern Kongressen mit zwei Vorschlägen zu tun. Prof. Warburg und Ussfschkin haben die Gründung einer Agrarbank in Palästina beantragt, und gerade ich bin, wie Sie sich erinnern werden, damals gegen diesen Antrag aufgetreten. Ich wollte unsere Aufgaben beschränkt sehen auf die Einrichtung einer Abteilung für Bodenkredit bei der A. P. C. Dieser Antrag wurde angenommen und verwirklicht durch Bewilligung der Mittel seitens des Nationalfonds. Jetzt habe ich das zu befürworten, was ich damals bekämpft habe. Inzwischen ist die Türkei nämlich ein Rechtsstaat geworden. Und jetzt stehen wir vor der Möglichkeit, unsere kolonisatorische Tätigkeit unter günstigem Bedingungen zu entfalten als früher und dadurch gleichzeitig den Bedürfnissen des bodenlosen jüdischen Volkes wie auch den Interessen des Landes und des Reiches viel ersprießlicher zu dienen. Jeder objektiv Denkende muß zugeben, daß in den letzten 25 Jahren mehr erreicht worden ist, als man früher erwarten konnte. Viele wüsten Stätten sind in Kulturstätten verwandelt, neue Formen sind dem Lande zugeführt, wovon nicht nur die Juden, sondern auch die Araber Nutzen gezogen haben und ziehen werden. Neues Leben, neue Verkehrsbahnen sind auch in manchen Städten zu merken, aber

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