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Die Welt · 1909-12-29 · 4 (29.12.1909) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
4 (29.12.1909)
Date
1909-12-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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1200 DIE^ELT No. 4 Ferner wurde das von Ben Jehuda herausgegebene große Hebräische Wörterbuch, dessen erster Band jetzt vollständig vorliegt, unterstützt. Auch wurden die Vorarbeiten für die Herausgabe einer hebräischen Wandkarte für die Schulen mit Hilfe des palästinensischen Lehrerverbandes so gut wie vollendet. Sodann veranlaßte das Ressort, daß in der von Dr. P. Thomsen herausgegebenen Palästina-Bibliographie die zionistische Palästinaliteratur die ihr zukommende Berücksichtigung gefunden hat. Schließlich veranlaßte das Ressort Herrn Trietsch, ein Bilderwerk Palästina in Wort und Bild zu verfassen, das sich augenblicklich noch im Druck befindet. . Endlich brachte es durch die „Welt" und die „Jüdische Korrespondenz" manche wichtige Notiz über Palästina in die Öffentlichkeit. Weit umfangreicher sind die Organisations- und Agitationsarbeiten des Ressorts, die geleistet wurden im Interesse zionistischer und halbzionistischer InstitutioneninPalästina, sowie solcher nichtzionistischer gemeinnütziger oder gewerblicher Unternehmungen, die in Beziehung zu unserer Bewegung stehen. Als zionistische Palästina-Institutionen sind anzusehen: die Anglo Palestine Company Ltd., der Nationalfonds, die Ölbaumspende, der Kulturfonds, die Palestine Land Development Company Ltd. Nichtzionistisch, aber in der einen oder andern Weise von unserer Organisation unterstützt, sind mehrere gemeinnützige Instituionen, wie: die Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem, die ländliche Schule Kiriath-Sefer, das Mädchen-Waisenheim in Jerusalem, das Knaben-Waisenhaus in Jerusalem, das hebräische Gymnasium in Jaffa, die Centrai-Bibliothek in' Jerusalem, sowie der Pflanzimgsverein Palästina, der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Auch das in der Gründung begriffene Hygienische oder Mikrobiologische Institut ist hierzu zu rechnen. Private Unternehmungen in Palästina, denen das Palästinaressort seine Unterstützung hat angedeihen lassen, sind vor allem das Palästina-Industriesyndikat, Plantagengesellschaft in Galiläa, Immobiliengesellschaft Palästina, Achuzath Baith. Auch einige Kolonien und eine städtische Häuserbaugesellschaft wurden durch zionistische Institutionen mittels Darlehen, Landkäufe usw. unterstützt. Um die Bedeutung und Fortschritte der einzelnen angeführten Institutionen ermessen zu können, seien sie hier einzeln besprochen. Die Anglo Palestine Company Ltd. Über die Tätigkeit dieser Tochtergesellschaft des Jewish Colonial-Trust wird in der Generalversammlung letzterer Gesellschaft Auskunft erteilt. Das Palästinaamt stand naturgemäß dauernd in regem Verkehr mit der Leitung der Anglo Palestine Company in Jaffa. Diese Bank ist mit einem Kapital von £ 100 000 gegründet, von denen bisher £ 70000 eingezahlt sind, die fast alle noch im Portefeuille der Muttergesellschaft liegen; im letzten Jahre hat sie bereits über 4°/o Dividende gegeben. In den seit dem letzten Kongreß vergangenen Jahren wurde zu der Zentrale in Jaffa und den Filialen in Jerusalem, Beirut und Hebron eine neue Agentur in Haiffa gegründet. Das Geschäft dehnte sich ^wohl in Jaffa als auch in Jerusalem erheblich aus. Außer dem reinen Bankgeschäft mit der damit verbundenen Pflege des Personal- und Warenki edits unterstützte die Bank auch den Nationalfonds sowie andere Gesellschaften und Private bei den Landkäufen durch Vermittlung und Kreditgewährung. Ferner entfaltete sie in sozialer Beziehung eine rege Tätigkeit durch Begründung von Leihgenossenschaften in verschiedenen Städten und Dörfern Palästinas, von landwirtschaftlichen Genossenschaften und Häuserbaugesellschaften. Auch bei der Bezahlung der Oschersteuer war sie den Dörfern behilflich. Der Nationalfonds Da über die Arbeit und den Stand dieser Institution ein besonderer Bericht erscheint, sei hier nur der Tätigkeit desselben in Palästina in wenigen Worten gedacht. In Palästina arbeiten jetzt ca. zwei Fünftel des Kapitals des Nationalfonds, nämlich £ 30000, von denen etwa die Hälfte in Grundbesitz angelegt ist, während die andere Hälfte unter der Garantie der Anglo Palestine Company oder des Odessaer Komitees als Darlehen für verschiedene gemeinnützige Zwecke Verwendung gefunden hat. Von dem Grundbesitz des Nationalfonds wurde das 6500 Dunam große Gut Kinereth am Südende des Tiberiassees der Palestine Land Development Company auf 98 Jahre, das 1973 Dunam umfassende Gut Hulda bei der Eisenbahnstation Sedjed halbwegs zwischen Jaffa und Jerusalem der Ölbaumspende auf zweimal.99 Jahre verpachtet, während das 2200 Dunam umfassende Gut Beth- Arif bei Lydda, das bisher der Schule Kiriath-Sefer verpachtet worden war, wahrscheinlich jetzt gleichfalls von der Ölbaumspende in Pacht genommen wird In Chedera ist zu dem von Herrn Goldberg geschenkten Terrain für den Goldberghain noch die Orangenpflanzung Gan Schmuel dem Nationalfonds durch Schenkung überwiesen; freilich ist dieser Garten noch für längere Zeit an eine private Erwerbsgesellschaft, verpachtet. Von den beiden dem Nationalfonds gehörenden Häusern in Jerusalem wurde das eine der Kunstgewerbeschule „Bezalel" verpachtet, während das andere noch von einer amerikanischen Gesellschaft gepachtet ist. Nach. Ablauf der Pacht besteht die Absicht, auch dieses Haus für die Bedürfnisse des Be^alel resp. des damit verbundenen Museums zu reservieren. Auch den Boden für das hebräische Gymnasium in Jaffa hat der Nationalfonds angekauft und wird auch dem Technikum sowie wahrscheinlich auch dem hygienischen Institut den Boden zur Verfügung stellen. Die Darlehen dienen einerseits zur Beleihung der Häuser des Achuzath Baith, welche Häuserbaugesellschaft in Jaffa und Haiffa neue Stadtviertel errichtet, sowie der Palestine Land Development Company, anderseits als Agrarkredit für kooperative Genossenschaften in den jüdischen Kolonien, besonders für Petach-Tikwah und Rechoboth, während der Rest für die beiden von dem Odessaer Komitee begründeten Kolonien Ain Ganim und Bir Jakob verwandt wurde.

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