Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 48 (26.11.1909)
- Date
- 1909-11-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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1068 DIE Tv^XE LT: No. 48 ist dem Verfasser gleichgültig, er möchte nur per fas oder nefas die Klagen der bürgerlichen Zionisten berücksichtigen, die der Leitung Vorwürfe machen ob der Gewährung einer Föderation der Poale Zion. - Dies ist unmöglich: die Poale Zion werden sich das schwer errungene Recht nicht nehmen lassen, denn das tangiert schon bald die Frage des Verbleibens der Poale Zion innerhalb der Gesamtbewegung. Die Landesorganisationen haben, wie es die Praxis der letzten Jahre bewiesen hat, besondere — Politik getrieben, die die Poale Zion als proletarische Partei nicht mitmachen können.-- Wenn die Federation das probate Mittel ist, die eventuelle Reibungsfläche zwischen bürgerlichen und proletarischen Zionisten zu verkleinern, muß doch diese erhalten bleiben. Ferner ist zu bemängeln, daß zwei sehr wichtige Institutionen der Organisation dem höchsten Organ nicht unterstellt sind, sich quasi der Verantwortlichkeit dem Kongreß gegenüber entziehen. Bs sind dies das üeneralsekretariat und das Palästinaamt. — Das Generalsekretariat wurde nach dem Kongresse eingesetzt und bildete eine sehr wichtige Rolle in der Organisation. Nimmt man in Betracht, daß das bisherige A. C. aus bloß 3 Mitgliedern bestand, die verstreut wohnen, wird man doch einsehen, daß wir zum Teil ein unverantwortliches Regiment hatten. Der Generalsekretär muß von dem Kongreß gewählt werden, auch der Leiter des Palästinaamtes. Erwägen wir, daß das Palästinaamt etwa die Bxpositur der Gesamtorganisation in Palästina ist, können wir nicht den unhaltbaren Zustand dulden, das Palästinaamt dem Palästinaressort, also einem Mitgliede des E. A. C. zu unterstellen, während das Palästinaamt verschiedene Agenden hat. Der Leiter des Palästinaamtes muß ein Mann sein, der das Vertrauen des Kongresses besitzt, kann allerdings nur auf Vorschlag des Ressorts und des E. A. C. gewählt werden. Der § 9 c müßte auch unter „sonstige Körperschaften" die Bestimmung enthalten: „des Generalsekretärs und des Leiters des Palästinaamtes", dann wäre auch die andere Bestimmung des Entwurfs erklärlich, daß dieser Leiter im Aktionskomitee Sitz und Stimme habe. Denn ein Beamter, der vom A. C. eingesetzt ist, kann doch nicht zugleich Mitglied dieser Körperschaft sein. Die Mitglieder des Kongreßgerichtes sollen keine Virilstimme im A. C. haben, was hätten sie dort als solche zu tun? Schließlich teile ich die Ansicht des Herrn Ussischkin, daß man die Zahl der A. C.-Mitglieder reduzieren soll, wenn man eine würdige Körperschaft haben will. Insbesondere wären die A. C.-Mitglieder in partibus — wenn dieser Ausdruck erlaubt ist — zu streichen. * Mitglieder in Afrika oder Amerika sind Titularmitglieder mit Befreiung von jeder Tätigkeit. Denn ihre Tätigkeit ist gleich Null, wozu also die Parademitgliedschaft? Hingegen ist uns eine andere Bestimmung sympathisch, daß den A. C.-Mitgliedern die Reisekosten zur A. C.-Sitzung zurückerstattet werden. Die Bildung des Präsidiums ist kompliziert. Es ist nicht verständlich, warum 3 Mitglieder vQm Kongreß gewählt werden und die 2 andern auf Vorschlag der ersten 3 gewählten Mitglieder vom A. C. zu wählen sind: also direkte Wahl und Delegation. Es müssen alle fünf gewählt werden, wobei der Präsident als solcher vom Kongreß bestimmt wird. Nach der bisherigen Praxis wäre zu wünschen, daß der § 22 vor allem lauten sollte: „Das A.C. hat für die Ausführung der Beschlüsse der Kongresse zu sorgen" und erst dann, daß es „zur Erledigung der dringenden Angelegenheiten der zionistischen Organisation dient". Ferner finden wir die diesbezügliche Formulierung des § 4 b 5, „daß das A. C. die Stelle des Kongresses vertritt, solange der Kongreß nicht tagt" für sehr bedenklich. Als ständiger Ausschuß des Kongresses kann das A. C. den Kongreß nicht vertreten, dann könnte auch eine Kompetenzüberschreitung wohl möglich sein. Ferner möchten wir die Statuten der Landesorganisation dem A. C. zur Genehmigung unterbreiten, und nicht dem Präsidium. Die Wahlen zum Kongreß sollen nach dem Entwurf auf eine neue Basis gestellt werden. Die bisherigen Zweihundertschaften sollen nicht mehr maßgebend sein, — denn unter ihnen müssen 50 organisierte Zionisten sein. Allerdings ist der bisherige Schekelzahler keine ideale Figur, denn im Eifer möchten wir jeden „beschekeln", und so kommt es, daß solche Leute Schekel zahlen, denen die Sache das Herz nicht besonders schwer macht. Das ist allerdings eine Anomalie, der der Entwurf vorbeugen möchte, so daß die zufällig Beschekelten an der Kongreßwahl sich zu beteiligen kein Recht hätten. Anderseits gibt es doch Ortsgruppen, die weniger als 50 Mitglieder zählen, weil die Zugehörigkeit zur Ortsgruppe mit Kosten (in Rußland mit Gefahr!) verbunden ist. — Der einzige Weg wäre da, die alten Zweihundertschaften (es liegt da ein Stück Tradition!) zu behalten, doch nur Mitglieder der Vereine wählen zu lassen, ohne Rücksicht auf die Zahl, und ferner in solchen Orten, wo keine Ortsgruppe vorhanden ist, sollen die Schekelzahler als solche, insofern sie eine Zweihundertschaft ausmachen, einen Delegierten wählen. Auch soll in keiner Weise dadurch die bisherige Bildung der Wahlkreise alteriert werden. — Zum Schlüsse noch eine wichtige Frage, und zwar der Fraktionsbildung. Warum beharrt der Entwurf bei der rigorosen Bestimmung, daß nur 15 Delegierte das Recht hätten, eine Fraktion auf dem Kongreß zu bilden? Spricht doch der Entwurf selbst von denjenigen, die eine Fraktion bilden, dabei „einen bestimmten Zweck innerhalb der zionistischen Organisation verfolgen", kann da also die nackte Ziffer allein ausschlaggebend sein? Fünf, zehn Mitglieder können ja auch 3000 Schekolim repräsentieren, und schließlich, wo hat die Organisation bzw. Präsidium und A. C. die Macht, die Bildung von Fraktionen Wntanzuhalten. Der Entwurf spricht von Rechten der Fraktion, zählt sie doch nicht auf. Diese Bestimmung muß geändert werden. Es sind noch andere Mängel, die aber kleiner und leicht zu beheben sind. PARTEIFONDS Beim Jewish Colonial Trust, London, eingegangen: Sammlung des Niederl.Zionistenbundes: S.Hoofien Fl. 2.— Jt 3.40 Sammlung der English Zionist Federation: Dublin, Choveve Zion £ 2.16.6, Diverse 6.8.0, zus..........£ 9.4.6 Sammlung der Sammelstelle für Österreich des J. N. F.: Eiwanowitz: Sofie Novatschek Kr. 1.—, Raudnitz: Max Epstein, Rud. Bächer ä 50.—, Dr. Rud. Zusak 40.—, Heinr. Mestiz 20.—, Kultusgemeinde 10.—, zus. Kr.l 71.— Sammlung der Federation of Zionist Societies of Canada, Montreal: Wele Wishers $ 50.—, Ellis Vineberg 25.—, E. Pullen, B. Stone, A. W. Wolffe ä 10.—, sämtlich in Toronto, zus...................$ 105. Beim Zionistischen Zentralbureau, Köln, eingegangen: Moritz Breda...................Jt 11.80 Insgesamt Jt 787.85 Für das Mikro-Biologische Institut sind eingegangen bei der Administration der „Welt" in Köln: Sammlung in Gelnhausen durch Emanuel Lieblich .... Jt 14.— David Wolffsohn und Frau gratulieren zur Hochzeit Dr. Hans Gideon Heymann — Lotte Kremenezky.....„ 50. - Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: David Wolffsohn und Frau gratulieren Herrn Jacob Moser in Bradford zum 70. Geburtstage........Jt 50.— Berichtigung In dem in Nr. 45 veröffentlichten Schekelausweis muß es unter Przemysl anstatt 75 Schekel heißen: 175 Schekel. In unserm in der vorigen Nummer enthaltenen Bericht über die Gedenkfeier in Kattowitz ist unter den Vertretern des Großen Aktionskomitees bei der Feier Herr Reichsratsabgeordneter Adolf Stand aus Lemberg versehentlich nicht aufgeführt. Jüdischer Turnlehrer unter guten Bedingungen für den Jüdischen Turnverein in Konstantinopel gesucht. Bewerber, die der hebräischen und französischen Sprache mächtig sind, erhalten den Vorzug. Gefl. Offerten umgehend an das Zentralbureau der Jüdischen Turnerschaft, Berlin C, AI ex änderst r. 39. Es half sofort! Dies bestätigen über 1000 Anerkennungen Kranker, die Limosan- Tabletten bei Gicht, Rheumatismus und andern Harnsäureleiden erprobten. Eine Probe unseres Mittels nebst ausführlich aufklärender Broschüre und Anerkennungen senden wir HUJiVlllUO per Postkarte Chemisches Laboratorium Limosan, Postf. 531, Limbach-Sa. l^nciptllnc an alle Leidenden, die uns IvUdlWlllUd per Postkarte ihre Adresse mitteilen.