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Die Welt · 1909-11-05 · 45 (5.11.1909) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
45 (5.11.1909)
Date
1909-11-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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090 DIE3§» Der Kampf endet hier mit dem Untergang beider. Das Beste an diesem durchweg dramatisch spannenden, zuweilen* sogar mit billigen Effekten und abgegriffenen Mitteln arbeitenden Buche sind die Stellen, wo der tiefe Haß und die gebändigte Verachtung des Adels gegen den trotz seiner Taufe und Einheirat verfemten jüdischen ELT \o. 45 Parvenü zum Ausbruch kommt. Meist wird jedoch diese Verachtung in kleinen Dosen, gleichsam auf Messerspitzen, an den an Anbiederungswut und Verbrüderungsparoxymen Erkrankten verabreicht. Der Patient schluckt unwillig die bittern Pillen, würgt ein wenig daran und verschlingt sie. Dr. M. Scherlag AUS DER BEWEGUNG JL° o o o o o o I ä O O O O O O Or Mitteilung des Bureaus des IX. Zionistenkongresses Unter den anlässlich des Kongresses in Aussicht genommenen Veranstaltungen sind für die folgenden die nähern Bestimmungen bereits getroffen: Am Donnerstag, den 30. Dezember, abends (nach Schluß des Kongresses) wird Herr Dr. Max Nordau im großen Saale des Konvent-Gartens einen öffentlichen Vortrag „Das Judentum im 19. und 20. Jahrhundert" halten. Am Sonntag, den 26. Dezember, findet abends ein von der Jüdischen Turnerschaft veranstaltetes Schauturnen statt. _____________ In den Räumen des Kongreß-Gebäudes wird ein, unter Aufsicht des Hamburger Oberrabinats stehendes Restaurant eingerichtet werden. Die Frauengruppe der Zionistischen Vereinigung, Hamburg-Altona, wird eine besondere Teestube errichten. Zur gefl. Beachtung! Zur Aufnahme der Kongreßverhandlungen für die Separatausgabe der „Welt." werden einige durchaus verläßliche Stenographen gesucht. Gesinnungsgenossen, die nachweisen können, daß sie zur Aufnahme längerer Debatten die nötige stenographische Fertigkeit haben, wollen sich unverzüglich, unter Angabe der Honoraransprüche, an die Redaktion der „Welt", Köln, Karolingerring 31, wenden. Deutschland Hamburg. Die Frauenvereinigung der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona hielt am 26. Oktober unter zahlreicher Beteiligung ihrer Mitglieder ihre Generalversammlung ab. Der neugewählte Vorstand setzt sich zusammen aus den Damen: Huldschiner (als Vorsitzende), Cohen, Chwolles. Franck, Goldschmidt, Halpern, Lübke. Der von der Schriftführerin erstattete Jahresbericht zeigte, daß durch Mädchen-Unterhaltungsnachmittage, Geschichtskurse, ein Purim-Kinderfest, hebräische Sprachstunden und eine Tagesferienkolonie, die 70 jüdischen Kindern Gelegenheit zu körperlicher Erholung und Belehrung bot, viel sozial jüdische Arbeit geleistet worden war. Gelegentlich des IX. Zionistenkongresses wird die Frauenvereinigung im Kongreßgebäude eine Teestube einrichten. Vom Januar 1910 ab werden auch die Mädchen-Unterhaltungsnachmittage und die übrigen Arbeiten wieder aufgenommen. Der Kassenbericht (erstattet von der Kassiererin FrL Ella Cohen), erwies einen kleinen Überschuß, der für die Tages-Ferienkolonie des neubegonnenen Jahres hinterlegt wird. Halb er Stadt. Am Sonnabend den 23. Oktober fand die Generalversammlung der zionistischen Vereinigung „Tikwath Zion" statt. Der Vorsitzende verlas den Kassenbericht und gab einen Überblick über die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Berichtsjahr. Unsere Ortsgruppe eröffnete ihre Winterarbeit mit einer Versammlung, in der Herr Galandauer über „Wirtschaftliche Fragen im Judentum" referierte, ihr folgte eine große öffentliche Versammlung, in der Herr Rechtsanwalt Gronemann-Berlin über „Extreme im Judentum" sprach. Das „jüdische Volkslied" war das Programm der Makkabäerfeier, für die als Säuger Herr Gollanin gewonnen war. Außerdem sprachen im Laufe des Jahres in der Ortsgruppe die Herren Leo Barth über die „Lösung der Judenfrage" und über „Alliance und Zionismus" und Feuerring, über „Die Entwicklung des Kulturzionismus". Den Referaten folgte gewöhnlich eine lebhafte Diskussion, die dann noch in zwei Diskussionsabenden fortgesetzt wurde.. Ein hebräischer Sprachkursus wurde im vorigen Winter eingerichtet, die Bibliothek des Vereins wurde vergrößert. Der Vorsitzende verwies auf die Tatsache, daß . durch eifrige Arbeit die Zahl der Schekelzahler trotz des Fortzuges einiger sehr tätiger Mitarbeiter von 52 auf 62 (darunter 31 Misrachi- Schekelzahler) gestiegen sei, und forderte zu weiterer intensiver Arbeit für die Bewegung auf. Darauf wurde dem. Vorstand Decharge erteilt und der neue Vorstand gewählt, der aus den Herren Lehrer, Stern, Feuerring, Fritz Freund, Rosenthal und Warburg besteht. Königsberg L Pr. Am 14. Oktober fand die statutenmäßige Generalversammlung der Königsberger Zionistischen Vereinigung statt. Aus dem ausführlichen Bericht des Vorstandes sei hervorgehoben, daß im vergangenen Jahre außer drei öffentlichen Versammlungen 14-tägige periodische Vortrags- und Diskussionsabende veranstaltet wurden. Durch die Bemühungen und das geschlossene Auftreten der zionistischen Wähler konnte die Wahl zweier Zionisten in die Repräsentanten-Versammlung durchgesetzt werden. An Nationalfondsspenden wurden im vergangenen Jahre abgeführt J(, 1835.57, an Schekeln Jt 407.—, für den Parteifonds Ji 534.- . Nach Erstattung der Berichte über Parteisteuer, Bibliothek und die Tätigkeit des Arbeitsausschusses wurde dem Vorstand Decharge erteilt und die Neuwahlen vorgenommen. Der alte Vorstand wurde fast einstimmig wiedergewählt, Österreich Delegiertentag des zionistischen Distrikts Böhmen (Von unserm Spezialberichterstatter) Sonntag den 24. Oktober fand der zionistische Distriktstag für Böhmen statt. Gegen 60 Delegierte, von fast 30 Vereinen entsendet, versammelten sich dazu im Festsaale des Jüdischen Rathauses in Prag. Der Distriktstag bewies durch eine imponierende Geschlossenheit, durch eine in allen Fragen zutage tretende Einstimmigkeit, daß die Entwicklung des zionistischen Gedankens in Böhmen in der letzten Zeit eine durchaus natürliche und gesunde, das Vertrauen in die Arbeitsfähigkeit und den Arbeitswillen der Leitung sowohl als der Vereine ein starkes und unerschütterliches war. Eine besondere Ehrung war es für den Distriktstag, daß unser Gesinnungsgenosse, Herr J. Aharoni, der bekannte Schöpfer und Leiter des Naturhistorischen Museums des Bezalel in Jerusalem, der Zoologe Palästinas, der Tagung beiwohnte. Auch Herr Reichsratsabgeordneter Dozent Dr. Mahl er und Gesinnungsgenosse Dozent Dr. Heinrich Löwe aus Berlin wohnten einem Teile der Verhandlungen bei. Für den verhinderten Obmann des D. K. eröffnet Prof. Wertheimer in deutscher und tschechischer Sprache den Distriktstag. Nach seinem Vorschlag werden ins Präsidium gewählt die Herren: Ernst Bechert-Teplitz, Dr. Rappaport-Trautenau, Dr. Singer-Prag; als Schriftführer Prof. Wertheimer und H. U. C. Wälter Kohner. Der Vorsitzende, Gesinnungsgenosse Ernst Bechert-Teplitz, konstatiert in seiner Ansprache die stetige und außerordentlich erfreuliche Entwicklung des Zionismus in Böhmen. Auch die Wertung des Zionismus «bei unsern Gegnern sowohl als bei den Indifferenten und bei den Nichtzionisten, die trotzdem Juden sein wollen, hat sich geändert. Ein Zeichen dieser Umwertung sei es, daß diese große offiziell-zionistische Tagung im Prunksaale des Jüdischen Rathauses stattfinde, daß die Zionisten Böhmens die Gäste der Prager Kultusgemeinde seien. Er fühle sich verpflichtet und berechtigt, namens des Delegiertentags diese Tatsache mit dem Ausdrucke des Danks an die Prager Kuitusgemeinde festzustellen. (Beifall.) Der Vorsitzende entsendet in den Legitimationsausschuß die Herren M. Löwy und Kaminski. Nach Verlesung des letzten Protokolls werden Begrüßungs-

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