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Die Welt · 1909-10-22 · 43 (22.10.1909) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
43 (22.10.1909)
Date
1909-10-22
Page
– (sequence 21)
Language
German
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No. 43 DIE2q£ELT 953 zu verhandeln. Man könne hier nur prinzipielle Beschlüsse fassen, die Ausführung der Beschlüsse müsse aber jenen übertragen werden, die sich das ganze Jahr hindurch mit den Angelegenheiten befassen. Es müsse dem Direktorium anheimgestellt werden, gegebenenfalls Entscheidungen zu treffen. Redner . stimmt vollkommen jenen Herren zu, welche ssgen, daß wir unsere Ländereien nicht selbst bewirtschaften sollen, weil wir hierdurch in die Fehler des alten Systems der philantropischen Kolonisation verfallen würden. Aber anderseits haben auch diejenigen in gewissem Sinne recht, die von uns fordern, daß wir selbst kolonisatorisch tätig seien. Die Entscheidung müsse von Fall zu Fall nach Maßgabe der Bedürfnisse getroffen werden. Man könne sich nicht auf eine Schablone festlegen. Wenn hier von einer Systemlosigkeit gesprochen wurde, so müsse Redner demgegenüber feststellen, daß unter den gegebenen Verhältnissen diese scheinbare Systemlosigkeit das richtige System sei. Redner führt des weitern aus, man müsse bedenken, daß es schwer fallen wird, für den Nationalfonds zu sammeln, wenn man nicht sieht, daß er etwas schafft. Deswegen war es z. B. gut, daß wir der Gesellschaft Achuzath Baith Geld zur Verfügung gestellt haben. Das Geld sei sehr gut angelegt und wir haben etwas nützliches geschaffen. Ebenso hat der Nationalfonds bei Gewährung des Bodens für* das Hebräische Gymnasium ein ganz gutes Geschäft gemacht. Er hat 30000 Frs. hergegeben und dafür ein neues Haus mit Anlagen bekommen, die fast den vierfachen Wert repräsentieren und im Wert steigen werden. Auch der Bezalel, den wir in gleicher Weise unterstützt haben, nimmt, wie wir wissen, eine gute Entwicklung. Die angekauften zwei Häuser steigen fortgesetzt im Wert. Ebenso sieht Redner in dem dem Technikum in Haifa zur Verfügung gestellten Boden eine fruchtbringende Anlage. Es gibt mitunter Dinge, die scheinbar nicht in ein System hineinpassen und doch gemacht werden müssen. Was die 1000 £ betrifft, die Herr Prof. Warburg für die P. L.D.C. verlangt, so glaubt Redner, daß diese Angelegenheit am besten im Direktorium erledigt werden könne. Er habe sich s. Z. selbst gegen die Gründung der P. L. D. C. gesträubt — wie er sich überhaupt gegen zu viele Neugründungen sträube — aber wenn eine Sache einmal besteht, so sei er der Ansicht, daß wir alle unsere Kräfte einsetzen und für dieselbe arbeiten müssen. Er sei demnach dafür, den Antrag der P. L.D.C. anzunehmen. Man möge auch nicht vergessen, daß die P. L. D. C. zum weitaus größten Teile Eigentum des. Nationalfonds sei. Bezüglich der Pächtergenossenschaft spricht sich Redner dafür aus, daß der Versuch gemacht wird, da es sich hier um das Problem der Seßhaftmachung jüdischer Arbeiter handelt und zumal, da das Risiko für den Jüdischen Nationalfonds ja nicht mehr als 9—12000 Frs. betragen kann. Gegen die Gewährung der 50 £ an die Agrarkommission habe auch Redner sich ausgesprochen und zwar aus einem prinzipiellen Grunde. Das Direktorium sollte dokumentieren, daß der Nationalfonds Gelder für Dinge nicht bewilligen könne, die noch in keinem direkten Zusammenhang mit ihm stehen. Wir haben viele Kommissionen, und jede Kommission beginnt gewöhnlich ihre Beratungen mit der Frage, woher sie das Geld nehmen solle. Redner war deshalb dagegen, daß sich die Gewohnheit einbürgere, sich in solchen Fällen immer an den Nationalfonds zu wenden. Dr. Marguli es gibt seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Nationalfondsverwaltung ein System für ihre künftige Arbeit vorgelegt habe, und möchte, daß dies hier mit besonderer Genugtuung zur Kenntnis genommen werde. Er spricht sich für die Pächtergenossenschaft als einen wichtigen und interessanten Versuch aus, und erörtert eingehend die andern von Herrn Prof. Warburg vorgelegten Anträge. Dr. Salz befürwortet besonders die Anträge betreffend die Nationalbibliothek und die Pächtergenossenschaft und verweist mit bezug auf letztere auf die nach dieser Richtung hinzielenden Bestrebungen der Poale Zion. J. L. Goldberg erklärt, er halte es für notwendig, gegenüber Herrn Böhm festzustellen, daß man in Rußland nicht gegen die P. L. D. C, sondern im Gegenteil für dieselbe, insbesondere in Wilna, eifrig arbeite. Nachdem noch die Herren Dr. Hantke und Trietsch über die Anträge bezüglich der Nationalbibliothek gesprochen hatten, brachte der Vorsitzende die vorliegenden Anträge zur Abstimmung.. Der Antrag von Prof. War bürg, der P. L. D. C. von dem ihr vertragsmäßig bewilligten Kredit von 3000 £ nunmehr 1000 £ zwecks Erweiterung der Bewirtschaftung von Kinereth auszuzahlen, wird angenommen. Es wird ferner der Antrag angenommen, daß der J. N.-F. für eine Pächtergenossenschaft ein Darlehen bis zur Höhe von 12 000 Frs. gewähren solle. Der Antrag bezüglich der Nationalbibliothek wird, da die Angelegenheit noch nicht genügend geklärt erscheine, auf Vorschlag des Vorsitzenden dem Direktorium zur Erledigung überlassen. Die Generalversammlung erklärt sich mit den allgemeinen Richtlinien für die künftige Tätigkeit der Nationalfondsverwaltung, wie sie von Dr. Bodenheimer und Prof. Warburg entwickelt worden waren, vollkommen einverstanden. Nachdem noch eine Reihe von Beschlüssen formeller Natur gefaßt worden ist, wird auf Antrag der Herren Berenstein und Podiischewsky dem Vorsitzenden und den Mitgliedern des Direktoriums sowie den Sekretären und Beamten des J. N.-F. einstimmig der Dank der Versammlung ausgesprochen und dieselbe geschlossen. SPENDENAUSWEIS Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich: (Adresse: Wien IX, Türkenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 27. September bis 4. Oktober d. J. eingegangen und in Nr. 41 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen : Aligemeine Spenden.............. Kr. 840.78 Selbstbesteuerung..............* „ 67.65 Sammelbogen..................* 228.33 Sammelbüchsen.................» 125.11 Summe Kr. 1261.87 Ji 1072.59 Vom 4.—11. d. M. eingegangen und in Nr. 42 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 691.68 Selbstbesteuerung................„ 76.92 Sammelbogen..................» 129.89 Sammelbüchsen.................„ 423.17 Summe Kr. 1321.66 Jt 1123.42 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland: (Adresse: Dr. E. W. Tschlenow, Moskau, Mjasnitzkaja, Juschkow Per., Haus„Rossija".—Publikationsorgan: „Rasswjet", St.Petersburg.) Vom 7.—14. September a. St. eingegangen und in Nr. 38 des „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Rbl 117.71 Sammelbogen (russische).............„ 9.65 Sammelbüchsen.................„ 49.08 Goldenes Buch (Vollzahlungen)*).........„ 200.— Goldenes Buch (Teilzahlungen)....... . - „ 81.66 Summe Rbl. 458.10 Jt 989.50 Vom 14.—21. September a. St. eingegangen und in Nr. 39 des „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............ . . Rbl. 192.10 Selbstbesteuerung............... „ 4.68 Sammelbogen (russische)............. „ 21.34 Sammelbüchsen................. „ 54.20 Goldenes Buch (Teilzahlungen).......... „ 38.35 Summe Rbl. 310.67 Jt 671.05 *) Siehe die Rubrik »Eintragungen ins Goldene Buch«, Nr. 3209 und 3210.

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