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Die Welt · 1909-10-22 · 43 (22.10.1909) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
43 (22.10.1909)
Date
1909-10-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
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namens des Comite Palestinien de Paris erhalten. Dieser Betrag stellt eine Schenkung dar, die die Vereine Chowewe Zion in Rumänien bereits vor Jahren dem Jüdischen Nationalfonds gemacht hatten. Der Auszahlung dieser Summe seitens des genannten Komitees bei Welchem die Gelder s. Zt. deponiert wurden, stellten sich gewisse Schwierigkeiten entgegen, die mit der Beschaffung der Unterschriften der ehemaligen Funktionäre des Zentralkomitees der Chowewe Zion-Vereine in Rumänien verbunden waren. Durch das Entgegenkommen der Herren in Paris, für das wir ihnen aufrichtigen Dank sagen, ist der Nationalfonds nunmehr in den Besitz dieser Schenkung gelangt. Bei dieser Gelegenheit sei auch den Leitern der rumänischen Organisation, insbesondere unsern Gesinnungsgenossen, den Herren Heinr. Schein, Galatz, Dr. Moskowitz, Braila, und Samuel Pineles, Galatz, sowie unsern rumänischen Freunden insgesamt unser herzlichster Dank ausgesprochen. Die Sammlungen für den Nationalfonds inkl. der Ölbaumspende ergaben in diesem Jahre bis heute einen Ertrag von ca. 320 000 M., während das Ergebnis des gesamten vorigen Jahres nur ca. 275 738 M. betrug. Wir können demnach mit Genugtuung ein ununterbrochenes Anwachsen der Sammlungen konstatieren, die in erster Linie auf die straffe Organisation zurückzuführen ist, die wir im Verein mit den Sammelstellen geschaffen haben. Es sei hervorgehoben, daß die Sammelstellen in Rußland, Österreich und Amerika besonders planmäßig und zielbewußt an dem Ausbau unserer Organisation arbeiten. An dem Erfolge der Sammlungen und der schönen Entwicklung des Nationalfonds sind jedoch bis auf ein paar Ausnahmen fast alle Länder beteiligt. Ich komme nunmehr zur Besprechung einer Reihe von bereits erledigten sowie der Erledigung durch diese Versammlung harrenden Angelegenheiten. Achuzath Baith Nach den uns zugekommenen Berichten nimmt die Erbauung der Häuser einen raschen Fortgang, so daß schon in nächster Zeit 60 schöne Einfamilienhäuser entstehen werden, die allen Anforderungen der Hygiene und der Ästhetik entsprechen. Es mag hierbei erwähnt werden, daß das ganze Stadtviertel von einem Herzl- Boulevard von 30 m Breite durchzogen werden wird. Es sind Gerüchte über eine angebliche Zurücksetzung jüdischer Arbeiter bei der Erbauung der Häuser von Achuzath Baith verbreitet worden. Sobald uns diese Gerüchte zu Ohren kamen, setzten wir uns sofort mit den betreffenden Faktoren in Verbindung, um unsern moralischen Einfluß zur Beilegung des Streites geltend zu machen. Es stellte sich heraus, daß die Gerüchte vielfach übertrieben waren, und nach den uns zugekommenen Mitteilungen sind die entstandenen Schwierigkeiten durch eine Einigung befriedigend erledigt worden. Hebräisches Gymnasium Gemäß Beschluß der Generalversammlung sowie der Direktoriumssitzung vom März 1909 wurde seitens des Nationalfonds der Betrag von 30 000 Frs. zur Erwerbung des Grundstücks für das von Herrn Jac. Moser zu errichtende Gebäude für ein hebräisches Gymnasium zur Verfügung gestellt. In einem mit Herrn Moser abgeschlossenen Vertrage wurde festgesetzt, daß das Gebäude samt Grundstück eigentümlich auf den Nationalfonds übertragen wird. Zum Trustee des Nationalfonds für diesen Besitz wurde Herr Herbert Bentwich in London bestimmt. Es wurde ferner in dem Vertrage vereinbart, daß Grund und Gebäude dem derzeitigen Kuratorium des hebräischen Gymnasiums zunächst für fünf Jahre, vom Datum der Übernahme an gerechnet, mietfrei (jedoch vorbehaltlich der Rückerstattung von Reparaturkosten des Gebäudes) zur Benutzung überlassen werden. Nach dieser Frist soll das Mietsverhältnis von fünf zu fünf Jahren erneuert, und die Höhe der Miete und der sonstigen Unkosten dann jedesmal zwischen dem Nationalfonds und den Mietern vereinbart, werden. Der Vertrag enthält weiter die Bestimmung, daß das Gebäude durch 50 Jahre für die Zwecke einer hebräischen Schule benutzt werden muß. Aus den zitierten Bestimmungen dieser Vereinbarung geht hervor, daß die seitens der Misrachifraktion dieserhalb gegen den N. F. gerichteten Angriffe völlig ungerechtfertigt sind. Der N. F. hat nicht etwa dem hebräischen Gymnasium ein Geschenk gemacht, sondern von einem hochherzigen Gönner des Nationalfonds sowie des hebräischen Gymnasiums ein mit großen Kosten errichtetes Gebäude als Geschenk erhalten, mit der Zweckbestimmung, daß dasselbe durch 50 Jahre für Schulzwecke dienen soll. Die Verwaltung des J. N. F. hätte pflichtwidrig gehandelt, wenn sie dieses Geschenk nicht dankbar angenommen hätte. Es darf deshalb erwartet werden, daß diese Angelegenheit nach dem geschilderten Abschluß nicht mehr Gegenstand unerquicklicher Auseinandersetzungen sein wird. Spende Madame Klur Von dieser großherzigen Schenkung ist bereits in Nr. 27 der „Welt" ausführlich berichtet worden. Es sei hier nochmals dieser Spende dankend Erwähnung getan, weil erfreulicherweise diesem schönen Beispiel eine Anzahl vermögender Gesinnungsgenossen zu folgen im Begriffe sind, worüber wir hoffentlich schon am nächsten Kongreß Positives zu berichten in der Lage sein werden. Gan-Schmuel Diese dem Nationalfonds vom Odessaer Komitee angebotene Schenkung hat das Direktorium mit großem Dank angenommen, und stellt sich der Gan Schmuel als eine wertvolle Bereicherurig unseres Besitzes in Palästina dar. Agrarkredit an kooperative Genossenschaften n Über diesen Punkt wäre zu berichten, daß wir die Darlehnsfrist in Obereinstimmung mit der A. P. C. auf 10 Jahre erstreckt haben. Bezüglich der Verwendung des Kredits sind noch Verhandlungen im Zuge.'6 Hierauf verliest der Vorsitzende vier von Herrn Prof. Warburg eingelaufene Anträge, betreffend Kiriath Sefer, Palestine-Land-Development-Company, Pächtergenossenschaft und Nationalbibliothek, die er der Reihe nach bespricht, und fährt in seinen Ausführungen etwa folgendermaßen fort: „Nun möchte ich ganz kurz einen Rückblick auf die Tätigkeit des Nationalfonds überhaupt werfen. Als wir die Verwaltung des J.N.F. übernahmen, fanden wir einen gewissen Landbesitz und gewisse Verpflichtungen vor. Mit dieser Tatsache mußten wir uns abfinden und in erster Linie klären und ordnen, und ich glaube, daß wir das mit Erfolg getan haben. Was wir außerdem Neues unternommen haben, war zunächst der Zukauf kleiner Parzellen zwecks Arrondierung unseres Besitzes sowie für Anlegung von Pflanzungen für die Ölbaumspende, und nach einer andern Richtung hin die Gewährung von Kredit für einige gemeinnützige Zwecke, wie Achuzath Baith, P. L. D. C. usw., wobei wir in erster Linie darauf sahen, uns die Möglichkeit einer ausgiebigen Bewirtschaftung unseres bereits vorhandenen Besitzes zu schaffen. Ich möchte mir nun erlauben zu bemerken, daß das System, welches wir hierbei verfolgt haben, wenigstens nach meinen Intentionen, darin liegt, daß wir zunächst unsern Landbesitz, den wir bereits haben, arrondieren und zur Bewirtschaftung durch die Ölbaumspende und andere derartige Institutionen verwenden, neues Land aber nur insofern erwerben, als wir direkt Verwendung dafür haben, daß wir aber im übrigen unser Vermögen, das wir sonst in Konsols anzulegen gezwungen wären, in Werten anlegen, die in Palästina arbeiten und die allgemeine Kolonisation in diesem Lande fördern, vor allem, um die Privatinitiative anzuregen, weiter zu arbeiten. Es ist nun von anderer Seite gesagt worden, man solle überhaupt kein Land kaufen, weil wir erstens das Land nicht verkaufen könnten, und zweitens, weil wir ein schlechtes Element von Kolonisten heranziehen. Ich glaube, wenn man solche Behauptungen aufstellt, verkennt man den großen Zweck des J. N. F. Der Jüdische Nationalfonds ist dazu da, Land in Palästina, soweit es überhaupt für eine große Bewirtschaftung zu verwenden ist, in unsern Besitz zu bringen. Für eine solche Besitznahme des Landes brauchen wir keine Möglichkeit, dasselbe wieder zu veräußern. Wir denken, daß alles Land, welches nicht in private Hände gebracht wird, Besitz des J. N. F. werden soll. In jedem Staatswesen gibt es neben dem kleinen Besitz auch Domänenbesitz. An Stelle dieses Besitzes soll bei uns der Jüdische Nationalfonds treten. Nun habe ich den Plan erwogen, ob es nicht möglich wäre, um diese Ländereien in entsprechender Weise zu bewirtschaften, die brachliegenden Landstriche in Palästina für den J. N. F. zu erwerben und aufzuforsten, damit wir einen Waldbesitz schaffen, wie ihn jedes Kulturland besitzen muß. Ich habe bereits mit Herrn Ing. Treidel sowie mit Herrn Dr. Ruppin darüber Rücksprache genommen, wie man solches Ödland aulforsten könne, und werde Veranlassung nehmen, auch mit Herrn Dr. Aronsohn in dieser Richtung eingehende Beratungen zu pflegen. Im übrigen bin ich der Ansicht, daß wir auch künftighin einen Teil unserer flüssigen Gelder für die Zwecke, die ich bereits erwähnt habe, in Palästina benutzen sollten, mit der einzigen Einschränkung, daß wir die Sicherheit haben müssen, diese Gelder schnell wieder zurückzubekommen, um sie bei Gelegenheit zum Landkauf zu verwenden. Da die Erwerbung von Grund und Boden in Palästina der Hauptzweck des J. N. F. ist und bleibt, müssen wir dafür sorgen, daß wir keine Gelder für andere Zwecke dauernd anlegen, außer wenn es sich um ganz hochwichtige Zwecke der zionistischen Bewegung handelt. Ich komme nun zu dem Vorwurf, daß das Direktorium nicht ohne weiteres gemäß dem Antrage einiger Mitglieder den Betrag

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