Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 43 (22.10.1909)
- Date
- 1909-10-22
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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950 DlE^ELT iNo. 43 JU6DISCH£R MATIOr1AL-FOMDS)|^ Der Jüdische Naüonalfonds ist dam bestimmt, in Palästina G-rund imd Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von nahem 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Eine Schenkung der rumänischen ZionistenandenJüdischenNationalf onds im Betrage von 24000 Mark Abermals sind wir in der angenehmen Lage, den Freunden unserer hohen Institution eine sehr erfreuliche Mitteilung machen zu können. Die seit einer Reihe von Jahren schwebende Angelegenheit der rumänischen Schenkung an den Jüdischen Nationalfonds hat dieser Tage endlich ihren Abschluß gefunden. Die Vorgeschichte dieser Schenkung ist die folgende: Vor dem Auftreten Herzls und der Entstehung unserer politisch-zionistischen Bewegung waren die national - jüdischen Zionsfreunde in Rumänien als Chowewe-Zion unter der Leitung eines Zentralkomitees organisiert. Dieses Zentralkomitee, dem zuletzt Herr Samuel Pineles in Qalatz vorstand, erwarb nun im Jahre 1894 im Auftrage der Chowewe-Zion- Vereine des Landes von dem mit der Verwaltung der Baron Rothschildschen Kolonien in Palästina betrauten Comite Palestinien in Paris die beiden Grundstücke Bustras und Girgis in Transjordanien zum Zwecke der Besiedlung mit rumänischen Juden. Die Kaufsumme wurde jedoch nicht sogleich erlegt, sondern sollte» nach und nach in Teilzahlungen abgetragen werden. Bis zu Beginn des Jahres 1899 wurden denn auch fortgesetzt zahlreiche Teilzahlungen geleistet die allmählich zu beträchtlicher Höhe anwuchsen, so daß sich schließlich ein Betrag von ca. 24 000 Mark in Händen des Pariser Komitees befand. Mit dem Erstarken des politischen Zionismus in Rumänien wurden die Teilzahlungen eingestellt, und es wurde späterhin beschlossen, von dem Kauf der Grundstücke zurückzutreten und die eingezahlten Beträge dem Jüdischen Nationalfonds zu überlassen. Vor der im Jahre 1907 erfolgten Legalisierung des Jüdischen Nationalfonds konnte man jedoch die Erledigung dieser Angelegenheit nicht betreiben, und so blieb es denn der neuen Kölner Nationalfondsverwaltung vorbehalten, die erforderlichen Schritte bei der Rothschildschen Palästinakommission behufs Erlangung der Schenkungssumme zu unternehmen. Der Überweisung des Betrages an den J. N. F. stand zunächst der Umstand im Wege, daß von den Mitgliedern des ehemaligen Zentralkomitees der rumänischen Chowewe-Zion ein Teil nicht mehr am Leben, ein Teil ausgewandert und nicht zu erreichen war, so daß gewisse rechtliche Formalitäten, an die das Comite Palestinien zuerst die Auszahlung des Geldes knüpfte, nicht erfüllt werden konnten. Schließlich erklärte sich jedoch das Pariser Komitee bereit, die Überweisung auf Grund einer Erklärung des Herrn Samuel Pineles inüalatz sowie einer Garantieverpflichtung der GenossenschaftJüdischerNationalfonds vorzunehmen. In der Direktoriumsitzung und Generalversammlung des J. N. F. vom 14. d. M. konnte Herr Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer bereits von der Ausfolgung des Geldes im Betrage von ^24 031.07 Mitteilung machen. Der Betrag figuriert auch im Spendenausweis der vorliegenden Nummer und wird mit dazu beitragen, den Spendeneingang des Monats Oktober für den J. N. F. zu einem der höchsten Monatseingänge zu erheben. Die rumänischen Gesinnungsgenossen haben sich durch ihre großzügige Schenkung ein .bleibendes Verdienst um die Mehrung unseres Volksschatzes erworben und können der Dankbarkeit der Gesamtpartei und aller national gesinnten Juden versichert sein. Board-Sitzung des Jüdischen Nationalfonds Am 14. Oktober, um 9 Uhr vormittags, fand im Zionistischen Zentralbureau, Köln, Karolingerring 31, eine Sitzung des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds statt, auf der eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt wurde. In der Hauptsache wurden schwebende geschäftliche Angelegenheiten besprochen. Die Herausgabe einer neuen N. F.-Marke wurde in Aussicht genommen und hierbei mit Genugtuung konstatiert daß die Herzl- und Nordaumarken immer größere Verbreitung finden und der Absatz der Marken bedeutend gestiegen ist. Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds Donnerstag den 14. Oktober fand in den Räumlichkeiten des Zionistischen Zentralbureaus, Köln, Karolingerring 31, eine außerordentliche Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds statt, an welcher die nachstehend verzeichneten Mitglieder der Gesellschaft teilnahmen: Dr. M. J. Bodenheimer, Vorsitzender, Köln; D. Wolffsohn, stellvertretender Vorsitzender, Köln; Prof. Dr. 0. Warburg, Berlin, M. Ussischkin, Odessa, Jean Fischer, Antwerpen, Dr. A. Marmorek, Paris, A. Podlischewsky, Warschau, J. L. Goldberg, Wilna, J. Rosoff, Petersburg, Dr. Franzie Berenstein, Haag, Dr. A. Hantke, Berlin. Ferner Herr H. Neumann, Sekretär, London, und die Herren N. Groß und H. Kaufmann vom Hauptbureau Köln. Außerdem nahmen an der Versammlung die in Köln anwesenden Mitglieder des Großen Aktionskomitees als Gäste teil. Namens des Palästinaamtes wohnte ferner Herr Dr. Ruppin den Verhandlungen bei. Herr Dr. Bodenheimer eröffnete als Vorsitzender die Versammlung und erstattete einen ausführlichen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: „Bevor ich zum Bericht über die Tätigkeit des Nationalfonds seit der letzten Generalversammlung übergehe, möchte ich Ihnen zunächst eine erfreuliche Mitteilung machen. Wir haben soeben einen Scheck auf ca 24 000 M. vom Bankhause Rothschild