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Die Welt · 1909-10-15 · 42 (15.10.1909) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
42 (15.10.1909)
Date
1909-10-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 42 DIE^ELT 921 AUS DER BEWEGUNG ffo-oooooo^ J ^oooooo Mitteilung des Bureaus des IX. Zionistenkongresses Für die Ausgabe von Tribünenkarten für Gäste ist die Bestimmung getroffen worden, daß ein Teil der verfügbaren Plätze als numerierte Sitze für Voranmeldungen reserviert werden. Solche Anmeldungen sind unter Beifügung einer Vormerkungsgebühr von Mk. 1,— (auch in Briefmarken aller Länder) pro Platz, an das Kongreßbureau zu richten. Bei der zu erwartenden großen Nachfrage empfiehlt es sich, die Vormerkungen möglichst bald erfolgen zu lassen. Bureau des IX. Zionistenkongresses Telegramm-Adresse: „Orghip" Hamburg, Gr. Bleichen 65 1 Deutschland Nürnberg: Am 10. er. hatten wir die Ehre, Herrn Dr. Moses- Mannheim bei uns sprechen zu hören. Ein zahlreiches Publikum fand sich ein zu seinem Vortrage „Zionismus in Deutschland". In vorzüglicher Disposition und meisterhafter Weise begründete er die historische und logische Notwendigkeit des Zionismus in der von Herzl ins Leben gerufenen politischen Form als einzige, mögliche Lösung der Judenfrage. Herzl habe durch seine politische und diplomatische Betätigung das jüdische Volk bei den andern Nationen zum ersten Male wieder akkreditiert. Eingehend behandelte der Redner die Gründe, die die deutschen Juden veranlaßten, sich dem Zionismus fernzuhalten. Die scheinbar ernsten und stichhaltigen Einwendungen bis zur erfolgten Denunziation unterzog Herr Dr. Moses einer scharfen Kritik, er widerlegte die Gegengründe so treffend, daß für eine Diskussion ein Stoff nicht mehr blieb. Der Erfolg war denn auch ein guter. Sofort und auch nachträglich erfolgten Anmeldungen, so daß wir Aussicht haben, zum IX. Kongreß allein einen Delegierten entsenden zu können. Hamburg: Ende September verstarb eine (reue christliche Freundin der Zionistischen Bewegung, die 72jährige Frau Pastorin Fromm zu Teterow in Mecklenburg. Die Heimgegangene stand jahrelang mit der Leitung der Hamburger zionistischen Ortsgruppe in Fühlung und bewies ihr lebhaftes Interesse durch rege Anteilnahme an dem Fortgang der Bewegung, sowie durch häufige und reiche Spenden für die verschiedenen zionistischen Institutionen. Die Ortsgruppe pflanzte in dankbarer Erinnerung fünf Ölbäume im Herzlwald auf den Namen der Entschlafenen. Österreich Iglau: Am 3. d. M. hielt Prof. Dr. Max Eisler im größten Saale Iglaus einen Vortrag unter dem Titel „Jozef Israels". Die Veranstaltung, die von einem Komitee bekannter jüdischer Persönlichkeiten Iglaus vorbereitet worden war, vereinigte den größten Teil der jüdischen Bevölkerung an diesem Abende. Der vornehme, durchaus künstlerische Vortrag, der durch eine große Anzahl vorzüglicher Lichtbilder illustriert wurde, fesselte das Publikum bis zum Ende. Der durchschlagende Erfolg des Vortragenden dürfte sich in den Städten, in welchen Prof. Eisler seinen Vortrag über jüdische Kunst halten wird, sicher in gleichem Maße wiederholen. Graz: Die jüdisch-akad. Verbindung „Charitas" in Graz feiert in der Zeit vom 2. bis 5. Dezember 1. J. ihr 25semestriges Stiftungsfest. Die Vorarbeiten sind beieits in vollem Gange und erhofft sich die Verbindung den Besuch sämtlicher jüdisch-nationalen Studentenkorporationen. Galizien Lemberg: Die akad. zionistische Verbindung „Hasmonea" zu Lemberg beruft auf den 24. Oktober in das jüdische Studentenheim (HL Theresiastr.) einen allgemeinen jüdischen Abituriententag (Hörer des I. Jahrganges) mit folgendem Programm: 1. Eröffnungsrede — Senior der „Hasmonea". 2. Begrüßung im Namen des Z. K. 3. Begrüßung im Namen der P. Z. P. 4. Die Lage der jüd. Jugend und ihre Aufgaben für die Zukunft — Dr. Josef Löwenherz. 5. Der Zionismus und die akad. Jugend — Josef Gerstmann. 6. Das moderne Judentum — Salamon Schiller. 7. Schlußrede — Abgeordneter Adolf Stand. Wir teilen zugleich mit, daß die Wahlen für das Wintersemester 1909/10 in der Verbindung „Hasmonea" zu Lemberg (Podlewskistr. 5) folgendes Ergebnis gezeitigt hat: Josef Gerstmann stud. med. — Lit. X Heinrich Graf stud. med. — Lit. XX .Heinrich Kormus stud. iur. — Lit. XXX Chrzanow: Am 2. Oktober d. J.fand hier die Generalversammlung des Vereins „Bnej Zion" statt. Aus dem Berichte, den die Herren Dr. Rieser und Klein erstattet haben, war zu entnehmen, daß im Jahre 5669 durch den Verein Kr. 799.11 für zionistische Zwecke gesammelt und eine Reihe von Vorträgen und Unterhaltungsabenden veranstaltet wurden. Mit besonderer Freude wurde die Mitteilung begrüßt, daß im Juni d. J. ein Share-Club unter Leitung des Herrn Bankbeamten Lipmann Wiener gegründet wurde, dem sich bis heute 25 Mitglieder angeschlossen haben. In den neuen Ausschuß wurden folgende Herren gewählt: Hirsch Klein jun., Präses, J. B. Helfgott, Vizepräses und Nationalfondskommissär, Lipmann Wiener, Sekretär undShare-Club-Kommissär, Dr. Adolf Rieser, Kassierer, Chaim Jarosch, Bibliothekar, Isak Lauber und Hirsch Barber, Ausschußmitglieder. Bukowina Czernowitz. Jüdischer Studententag. Die jüdisch, nationale Studentenschaft beruft für den 13. und 14. November 1. J. einen Studententag Bukowinaer Hochschüler nach Czernowitz zur Besprechung der Lage und Aufgaben der jüdischen Studenten ein¬ Vorschläge und Anregungen für Tages- und Geschäftsordnung können von allen interessierten jüdischen Studenten bis zum 1. November an die Adresse: iur. Siegmund Terner, Radautz, Kirchengasse, eingesandt werden. Die definitive Tagesordnung wird nach dem 1. November bekanntgegeben werden. cand. iur. Siegmund Terner, cand. iur. Saul Sokal, „Chermonia", „Emunah", „Hasmonäa", „Hebronia", „Tikwah", „Zephi rau. Dalmatien Spalato. Den 26. September fand hier die erste zionistisch e Konferenz des südlichsten Kronlandes Österreichs, Dalmatiens, statt. Die Konferenz wurde vom Komitee zur Verbreitung des Zionismus einberufen und war von fast sämtlichen Gemeindemitgliedern besucht. Nach einigen informativen Vorträgen erfolgte die Gründung einer zionistischen Ortsgruppe. Zum Präsidenten der Ortsgruppe, welcher gleich 60 angesehene jüdische Bürger beitraten, wurde Herr Samuel Altaras gewählt. Belgien Antwerpen, Als Präludium der diesjährigen zionistischen Propaganda gab die rühmlichst tätige Volksrednerin, Genossin Mine. Pevsner, einige Vorträge, die gemäß ihres inaugurierenden Charakters sich sehr imposant gestalteten. Die Rednerin behandelte in ihrem ersten, am 13. September stattgefundenen Vortrag die Bedeutung und Wichtigkeit der gegenwärtigen sozialen und ökonomischen Umwälzungen in der verjüngten Türkei für die zionistischen Bestrebungen. In einer ganzen Reihe sachverständiger Argumente entwickelte die Rednerin die Resultate der bis nun in der Geschichte vorgekommenen Revolutionen in bezug auf das Judentum und kam zum Schlüsse, daß die türkische Revolution wohl die einzige sei, deren Wohltat auch die Lösung der jüdischen Frage ermöglicht. In weiterer

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