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Die Welt · 1909-10-06 · 41 (6.10.1909) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
41 (6.10.1909)
Date
1909-10-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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896 DIEEaEELT No. 41 stellen in Kinereth, Mizpeh, Bethdagan u. a. geschaffen werden. 'Der junge Kolonist erhält ca. 250 Dunam Land, ein Haus, ferner ca. 2500.— Frcs. zum Ankauf von Inventar. Die Abzahlungsbedingungen sind recht günstig. In den1 ersten Jahren gelten die jungen Kolonisten nur als Pächter. Mit diesem neuen Elemente macht die Verwaltung der lea jetzt recht gute Erfahrungen, die sie im allgemeinen zur Ausdehnung ihrer Kolonisationstätigkeit ermuntern. Dagegen sind jetzt sehr gespannte Verhältnisse zwischen der Administration und den ältern Kolonisten. Diesen wurde nämlich in Paris bestimmte Kontrakte zur Unterschrift vorgelegt, auf Grund deren sie sich verpflichten sollen, den Wert des von ihnen besessenen Bodens und des ihnen für die Bewirtschaftung geliehenen Geldes mit einer 2 °/oigen Verzinsung im Laufe von 20 Jahren abzuzahlen. Die Kolonisten wollen von einer Verzinsung der Anleihe nichts hören und protestieren gegen einige härtere Bestimmungen des Kontraktes, wie z. B. diejenige, daß, falls ein Kolonist stirbt und keinen Sohn hinterläßt, der die Wirtschaft weiter zu führen fähig ist, die Administration das Recht hat, die Erben abzufinden und die Wirtschaft zu annektieren. Die Kolonisten weigern sich nun, die Kontrakte zu unterschreiben, und die Administration beweist ihnen ihren Unwillen dadurch, daß sie die ihnen stets gewährte Hilfe und den Schutz vor der Regierung bis zur Unterschreibung des Kontraktes vorzuenthalten beschlossen hat. Die Kolonisten wollen während der Feiertage sich verständigen und durch eine von allen gewählte Kommission der Verwaltung neue Vorschläge unterbreiten. Dampfboot am Tiberiassee Vor einiger Zeit hat die Verwaltung der Hedschasbahn ein Dampfboot am Tiberiassee eingeführt. Dasselbe geht zweimal täglich: bei Ankunft des Zuges von Haifa frühmorgens und des Zuges von Damaskus nachmittags von der Station Semach, in der Nähe der Farm Kinereth, ab und fährt bis nach Tiberias. Ebenso bringt es zweimal täglich Passagiere und Waren von Tiberias zur Bahn nach Semach. Für den Winter soll die Bahnverwaltung die Absicht haben, ein größeres Boot einzuführen, welches auch zur Zeit der Regen und Stürme seine Fahrt über den See fortsetzen könnte. Vakante Arzteposten In der Kolonie Petach-Tikwah ist zurzeit, nachdem Dr. Bernstein Kohan seinen Posten aufgegeben hat, die Stellung des Koloniearztes frei. Der Arzt erhält dort 6000.— Frcs. und Wohnung. Ebenso ist die Stellung eines Arztes in der Kolonie Rechowoth mit einem Fixum von 3000.— Frcs. und Aussichten auf Privatpraxis zu besetzen. Schließlich wird ein Arzt in Galiläa mit dem Sitz in Jemma für diese und die benachbarten Kolonien gesucht. Hier ist ein Gehalt von 6000.— bis 8000.— Frcs. zu erwarten. Deutschland Köln: In der am Montag, den 4. d. M. stattgehabten Generalversammlung konnte der Vorsitzende, Herr M. Gold reich, über ein sehr günstig verlaufenes Vereinsjahr berichten. Der große Aufschwung, den der Verein im verflossenen Jahre genommen hat, spricht sich am deutlichsten in den Zahlen des Kassenberichts aus, der in diesem Jahre mit JL 3397 in Einnahmen und Ausgaben abschließt. Das ist das größte Budget, das die Vereinigung seit ihrem Bestehen aufzuweisen hat. Im Berichtsjahre fanden im ganzen 8 Vorträge statt. Es sprachen: N. Sokolow über „Die neue Lage im Orient", J. Berger über „Der Zusammenschluß der deutschen Juden", Dr. Pinczower über „Das jüdische Volkslied", Nathan Groß über „Soziale Fragen im Zionismus", Adolf Pollak über „Jüdische Motive bei Shakespeare, Lessing und Grillparzer", Abraham Reinhardt über „Das Judentum am Scheidewege", J. Berger über „Der deutsch-israelitische Gemeindetag", Ch. Katz-Wilna über „Die Lage und die Bestrebungen der ost-europäischen Juden". Außerdem fand ein Festabend verbunden mit Bezalel-Ausstellung anläßlich der Tagung des Großen Aktionskomitees statt. Eine besonders bemerkenswerte Leistung vollbrachte die Vereinigung mit der Gründung der Jüdischen Volkslesehalle, die sie unter großen Schwierigkeiten ins Leben rief. Sie hatte die Genugtuung, daß die Einrichtung nachher von einem Kuratorium übernommen wurde, das aus Vertretern der Synagogengemeinde und der großen jüdischen Vereine Kölns besteht. Inzwischen hat sich die Lesehalle zu einer festbegründeten Institution der Kölner Gemeinde ausgewachsen, über deren segensreiches Wirken nur eine Stimme herrscht. Die Vereinigung hat selbstverständlich eifrig für den Nationalfonds, den Bezalel usw. gesammelt und über 30 Aktien der Anglo-Palestine- Company in einzelnen Stücken abgesetzt. — Die Versammlung nahm die Berichte der Herren Goldreich, Hoffmann und Reinhardt mit Befriedigung entgegen. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder: Goldreich, Hoffmann, Reinhardt, Berger. An Stelle dreier ausscheidenden Mitglieder wurden die Herren M. und K. Levyund S. Hoffmann gewählt. — Hierauf erstatteten die zioni stischen Mitglieder der Repräsentanz der Synagogengemeinde Bericht über ihre Tätigkeit. — Nach längerer Debatte gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Die Generalversammlung der zionistischen Vereinigung für Köln ersucht den Vorstand, eine selbständige Teilnahme der zionistischen Vereinigung an den bevorstehenden Wahlen zur Repräsentanz der Synagogengemeinde vorzubereiten." Rechnungs-Abschluß der Zionistischen Vereinigung Köln für die Zeit vom 1. Oktober 1908 bis 30. September 1909. Einnahmen: An Kassenbestand.................. 2,20 Mitglieder-Beiträge (einschl. Schekel und Landesbeitrag) 558,— Spenden.....,............... 197,90 Sonstige Schekelgelder .............. 97,— Nationalfonds................... 528,35 Jüdische Lesehalle ................ 615,— Fest....................... 458,57 Bezalel...................... 249,30 Shares-Club................... 32,55 Anglo P. C, Aktien................ 635 — Broschüren................... 23,20 3397,07 Ausgaben: Per Jüdische Rundschau................ 177,20 Saalmiete..................... 135,— Versammlungen.................. 208,96 Schekelu. Landesbeitrag............. 242,5,, Nationalfonds................... 539,26 Jüdische Lesehalle ................ 650,11 Fest....................... 417,37 Bezalel...................... 225 — Shares-Club................... 32,55 Anglo P. C.................... 35,— Drucksachen, Broschüren usw............ 679,35 Kassenbestand................... 54,77 3397.07 Österreich Teplitz=Schönau: Am 18. v. M. fand hier der II. Kommers der jüdischen Abiturienten statt, Das Komitee war bemüht, weite jüdische Kreise für diese Feier zu interessieren, und gelang es ihm auch, den Kommers zu einer glänzenden Kundgebung jüdischen Gefühls zu gestalten, nicht zum mindesten dank der zuvorkommenden Bereitwilligkeit des Ehrenkomitees und der Protektoriii Frau Elisabeth Perutz. Zahlreiche studentische Gäste waren anwesend. Der Vorsitzende H. med. F. Eckstein begrüßte vor allen H. Rabb. Prof. Dr. A. Kurrein, die Vertreter der Volksvereine Zion aus Teplitz und Karlsbad, der freien zionistischen Vereinigung in Prag, des Vereins Bar Kochba in Prag, der jüdisch-nationalen akademischtechnischen Verbindung Barissia, Prag, der jüdischen Rede- und Lesehalle, Prag, der jüdisch-nationalen akademischen Verbindung Kadimah, Wien, des Vereins Theodor Herzl, Wien, und der Verbindungen Unitas und Zephira, Wien, des jüdisch-akademischen Klubs, Karlsbad, und des jüdischen Pilsener Hochschülerbundes. Hierauf folgte die Festrede des H. tech. Walter Urbach, der sich eine große Anzahl weiterer Reden anschloß. Der Abend nahm einen durchaus glänzenden Verlauf; das Reinerträgnis, das teilweise dem Unterstützungsfonds jüdischer Hochschüler in der jüdischen Halle in Prag, teilweise dem mikro-biologischen Institut in Palästina zufällt, betrug 400 K. Dem Kommers schloß sich ein Tanzkränzchen an, das die zahlreichen Gäste bis in die frühen Morgenstunden bei bester Laune zusammenhielt. Jüdisch-akademische Verbindung Kadimah" Anläßlich der Wiederkehr des Todestages unseres A. H. Alfred Chodrower fand am 27. v. M. auf der Bude ein Trauerkonvent statt, dem zahlreiche A. H. A. H. sowie die ganze Aküvitas beiwohnten. Die Gedenkrede hielt A. H. Dr. Felix Deutsch, der in

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