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Die Welt · 1909-10-06 · 41 (6.10.1909) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
41 (6.10.1909)
Date
1909-10-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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No. 41 DIEOTELT 895 n □ Dl PALÄSTINA □ □1 DI Dr. Bernstein-Kohan bleibt in Palästina Jaffa, den 20. September. Am vorigen Dienstag kam Herr Dr. Bernstein Kohan mit seiner Familie nach Jaffa, um sich mit dem nächsten russischen Schiffe nach Rußland zu begeben. Eine große Anzahl seiner Parteigänger begleitete ihn zu Wagen und zu Pferde in großer Parade bis nach Jaffa, und rührend gestalteten sich die Abschiedsszenen. In Jaffa trat eine Reihe Gesinnungsgenossen zusammen, um über Mittel nachzudenken, wie Herr Dr. Bernstein-Kohan in Palästina zurückgehalten werden könnte. Seine Anhänger aus Petach-Tikwah kamen ihnen hierbei zu Hilfe, indem sie ihrerseits 2000 Frcs. für das erste Jahr aufbrachten, andere 2000 Frcs. wurden Dr. Bernstein durch eine Gruppe von Gesinnungsgenossen in Jaffa garantiert. Auf diese Weise entschloß er sich, da ihm für das erste Jahr ein Einkommen von 4000 Frcs. zugesichert wurde, in Jaffa zu bleiben, was von weiten Kreisen der hiesigen Bevölkerung aufs wärmste begrüßt wurde. Vergrößerte Ausgabe des Hazewi Seit einigen Tagen erscheint der Hazewi in vergrößertem Umfange in einem neuen Verlage. Dem jungen Redakteur Ben-Jehuda gelang es, für dieses Unternehmen einen vermögenden Mann namens Feingold, der einige Häuser in Jerusalem und Jaffa besitzt, zu gewinnen. Der neue Herausgeber erfreut sich nicht besonderer Beliebtheit unter der jüdischen Bevölkerung, und es hat nicht an Stimmen gefehlt, die diese neue Verbindung nicht gut heißen wollten. In Wirklichkeit aber war es ein durchaus richtiger Schritt, die Herausgabe der Tageszeitung zu einem auschließlich privaten Erwerbsunternehmen zu machen. Der junge Ben-Jehuda ist als Chefredakteur mit einem festen Gehalte engagiert und hat sich ausschließlich der Redaktion zu widmen, wohingegen der Verleger sämtliche Kosten der Herausgabe zu tragen hat, ohne auf die Richtung des Blattes irgendeinen Einfluß zu nehmen. Es ist zu hoffen, daß, da der Redakteur von den materiellen Sorgen frei bleiben wird, er umso leichter für die literarische Verbesserung der Zeitung wird sorgen können. Wenn zu seiner journalistischen Flinkheit noch publizistischer Takt und Reife im Urteil hinzukommen, dann könnte das Jerusalemer Tageblatt zu einem ganz guten Organe werden. Nicht minder ist es zu begrüßen, daß Herr Elieser Ben- Jehuda der journalistischen Kleinarbeit, in der er keine besonderen Erfolge aufzuweisen hat, von nun ab fern bleiben und sich ganz der wichtigen historischen Arbeit an seinem Wörterbuch widmen wird. Zahl der jüdischen Arbeiter in Galiläa Nach einer von der Arbeiterorganisation „Hapoel Hazair" am 27. Siwan vorigen Jahres vorgenommenen Zählung gab es an diesem Tage in Galiläa 165 jüdische Arbeiter. Dieselben verteilen sich auf die einzelnen Kolonien folgendermaßen: Jemma................... 30 Mescha .................. 11 Sedjera................... 41 Melchamieh..........,...... 18 Farm Kinereth............... 32 Kolonie Kinereth (gehört der Ica.).....; 5 Mizpeh.................. 6 Ebenda (beschäftigt beim Vermessen deslca-Bodens 6 Rosch-Pinah................ 9 Metullah.................. 7 Summa . . 165 Nach ihrer Beschäftigung zerfallen sie in Feldarbeiter................. 104 Plantagenarbeiter.............. 11 Wächter.................. 20 Hirten................... 2 In der Milchwirtschaft beschäftigt....... 2 Im Stall.................. 3 Köchinnen................. 4 Diverse .................. 10 Summa . . 165 Von allen Arbeitern waren nur 10 jährlich angestellt, 102 hatten monatliche Stellungen und 53 Arbeiter arbeiteten gegen Tagelohn. Von den jährlichen Arbeitern erhielten: 3 Wächter der Kolonie Mescha zusammen 2000 Frcs. nebst Wohnung, 1 Arbeiter „ „ „ 60 Frcs., Wohnung und \!ö aus den Einnahmen der Dreschtenne, 1 Arbeiter aus Jemma 300 Frcs., Wohnung und Vö aus den Einnahmen der Dreschtenne, 5 Arbeiter der Farm Kinereth je 160 Frcs. nebst Essen und Wohnung, sowie die Bruttoeinnahme von 5 Dunam Gerste (ca. 60 Frcs.) io Von den monatlichen Arbeitern erhalten ohne Essen: 1 Arbeiter .... 55.— Frcs. 15 „ ... .50.— „ (hiervon 11 Wächter) 6 „ .... 45.— „ 13 „ .... 40.— „ 2 „ zusammen 30.— „ nebst einem Anteil an dem 37 Ertrage des Gemüsegartens. Von den monatlichen Arbeitern erhalten mit Essen: 2 Arbeiter je . . . 30.— Frcs. (FeldWächter) 11 „ „ 20.— „ 29 11 2 3 65 „ . . . 15.— „ . . . 12.— . „ . . . 5.— zusammen 70.— nebst Essen und Wohnung für eine Familie von 7 Seelen. Diejenigen Arbeiter, die gegen Tagelohn arbeiteten, erhielten: 1 Arbeiter .... 3.— Frcs. täglich 2 „ .... 2Vs 2.__ .... 1.80 " I .... 1.60 „ .... 1.40 „ .... von 1.- 11 1 11 22 5 bis 1.50 Frcs. 53 Oft lassen die den Arbeitern eingeräumten Wohnungen viel zu wünschen übrig, immerhin befreien sie dieselben von der Ausgabe für Wohnungsmiete. Von den Arbeitern stammen: 10 aus Palästina, 14 aus Kaukasien, 1 aus Rumänien, mehrere aus Galizien und der Rest aus Rußland. Von den Arbeiterinnen sind 6 im Felde und im Garten, 4 als Köchinnen und 1 in der Milchwirtschaft beschäftigt. Die Ausgaben derjenigen, die sich selbst beköstigen, belaufen sich in Jemma auf 35.— bis 40.— Frcs. monatlich, in Mescha und Melchamieh 35.— Frcs., in Sedjera in der Arbeiterküche ca. 25.—Frcs., in der Farm Kinereth 28.— Frcs., in der Kolonie Kinereth 35.— Frcs., in Rosch-Pinah ca. 25.— Frcs. (bei einem Kolonisten). Die Zahl der Arbeiter in Galiläa hat sich in der letzten Zeit erheblich vermehrt. Vier Monate vor dieser Zählung hat es nach Herrn Smeliansky in Galiläa im ganzen nur 70 Arbeiter gegeben, und es liegt die Zeit nicht fern, wo es in Galiläa überhaupt keine jüdischen Arbeiter gegeben hat. Momentan darf man die Zahl der jüdischen Arbeiter in Galiläa auf ca. 200 schätzen. Zum großen Teile fällt natürlich die Vermehrung der jüdischen Arbeiter auf das Konto der Farm Kinereth, in der allein sich ständig 30 bis 40, mitunter auch mehr jüdische Arbeiter aufhalten. Der Zug des jüdischen Arbeiters nach Galiläa hält fortgesetzt an. Nach den Sukkothfeiertagen will sich wieder eine größere Gruppe aus Judäa nach Galiläa begeben. In Galiläa ist zwar der jüdische Arbeiter viel intensiver beschäftigt als in Judäa, da in Judäa der Arbeiter nur eine festbegrenzte 7—8 stündige tägliche Arbeitszeit hat, wohingegen er in Galiläa als' richtiger landwirtschaftlicher Arbeiter je nach den Jahreszeiten auch viel mehr am Tage zu arbeiten hat und auch in der Nacht häufig das Vieh versorgen muß. Anderseits aber gibt es hier für den Arbeiter wirklich Gelegenheit, den Ackerbau allseitig kennen zu lernen, wohingegen die Ausbildung in den Pflanzenkolonien in Judäa mehr einseitig bleibt. Die meiste Attraktion aber übt auf die Arbeiter die Hoffnung aus, daß sie in Galiläa von der Ica kolonisiert werden würden. Die Ica setzt in der Tat in jedem Jahre eine Anzahl von Arbeitern oder Kolonistensöhnen als Pächter auf ihre Besitzungen in Galiläa. Auch in diesem Jahre werden über 20 neue Kolonisten- 'tH II; 1!3M f h B

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