Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 40 (28.9.1909)
- Date
- 1909-09-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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878 DIEMKE LT No. 40 großen Nutzen zu bringen. Die ägyptischen Juden sind durch Bodenspekulation in Ägypten vielfach Millionäre geworden. Dasselbe wird in Palästina der Fall sein. AuGh auf eine andere Weise lassen sich größere Summen herbeischaffen. Die jüdischen Gemeinden in Österreich steuern heute schon zum Nationalfonds, freilich minimale Beträge. Sie könnten aber kreditweise größere Anleihen bei Banken für den entsprechenden Zweck, aufnehmen und durch geringe Steuern amortisieren. So z. B. würde eine Gemeinde bei einer Anleihe von 10000 Mark nur einen Mehrbetrag an Steuern von 600—700 Mark für die Tilgung des,. Kapitals samt den Zinsen bis zu 30 Jahren jährlich aufzubringen' haben. Diesen Vorschlag sollten alle Gemeinden und größe.rn Institutionen beachten. Auf diese Art werden wir die ^öög^n/- Gelder für ffig Kolonisation in Palästina bekommen, und wenn ^lr nicht Hunderte von Millionen schaffen, so werden wir einige Millionen zusammenbringen. Mit diesen wenigen Millionen würden wir die Kolonisation im Lande durch steten Wechsel von Bodenkauf und -verkauf in Fluß .halten und erweitern können. Ob die Angriffnahme der Kolonisation im Lande direkt von der zionistischen Leitung ausgehen oder durch Bildung von privaten Terraingesellschaften geschehen soll, die nur mittelbar mit den zionistischen Institutionen zusammenhängen würden, darüber mögen die berufenen Männer entscheiden. Der Anschein spricht dafür, daß Privatpersonen, wenn sie sich mit größern. Kapitalien an einer Sache beteiligen, mehr Interesse am Unternehmen bekunden und dies gedeihlicher gestalten. Ich fasse mich dahin zusammen: Der brennendste Punkt aller unserer Arbeit ist der Erwerb von Boden in Palästina, welcher mit jüdischen Ackerbauern besiedelt werden muß. Diese Arbeit darf keinen Aufschub erleiden. Der Zionismus muß unverzüglich daran gehen. Hierfür müssen die Zionisten größere Summen — etwa 3 Prozent ihres Vermögens — auf geschäftlicher Grundlage investieren. Die einzelnen Gemeinden können für diesen Zweck '•größere Anleihen kreditweise aufnehmen und durch geringe Steuern amortisieren. Die etwas komplizierten Kauf Verhältnisse in Palästina dürfen uns an der Arbeit nicht stören. Man hat bisher auf gegebener Grundlage kolonisiert, und die Kolonien haben sich aufs herrlichste entfaltet. Für die Realisierung der Punkte 2 und 3 des Baseler Programms: der Gliederung und Zusammenfassung der Gesamtjudenheit und der Stärkung des jüdischen Volksgefühls wird der Gesarhtleitung des Zionismus Arbeit in Hülle und Fülle übrig bleiben. i I i 3 ü \ \ \ i l An unsere Leser! Mit der vorliegenden Nummer endet das III. Quartal des XIII. Jahrgangs. Wir ersuchen alle jene Abonnenten, deren Bezugszeit abgelaufen ist, um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Posterlagscheine zur kostenlosen Überweisung der Abonnementsbeträge für die Abonnenten in Österreich-Ungarn liegen der heutigen Nummer bei. Zahlkarten unseres Postscheckkontos haben wir den Abonnenten in Deutschland, deren Bezugszeit abgelaufen ist, direkt zugehen lassen. Die Überweisung der Beträge durch Zahlkarten erfolgt gleichfalls kostenlos. Gleichzeitig verweisen wir nochmals auf die während des IX. Zionistenkongresses erscheinende i:;V : „tägliche Kongreßausgabe der Welt". Eine rasche, objektive und umfassende Berichterstattung, wie sie durch diese Kongreßausgabe erreicht werden soll, ist nicht nur eine dringende Notwendigkeit für unsere Qesamtorganisation, sondern auch ein Propagandamittel von allergrößter Wirkung. Es werden alle Vorbereitungen getroffen, um diese Kongreßausgabe in jeder Beziehung so auszugestalten, daß sie dem Leser ein klares Bild des Kongresses bietet. Wenn aber der propagandistische Zweck dieser Kongreßausgabe erreicht werden soll, so bedarf es hierzu der intensivsten Unterstützung aller Gesinnungsgenossen. Nähere Details über die Ausgabe werden demnächst in der „Welt" veröffentlicht werden. Aber schon heute machen wir nachdrücklich darauf aufmerksam, daß die regelmäßigen Bezieher der „Welt", soweit sie mit der Einzahlung des Abonnementsbetrags nicht im Rückstände sind, Aufbruch auf die kostenlose Zustellung der Kongreßausgabe haben. Ebenso erhalten sie alle ab i. Oktober d. J. neu eintretenden Abonnenten' gratis. Hier bietet sich nun Gelegenheit, mit der Propaganda sofort einzusetzen. Wir ersuchen unsere Leser und Gesinnungsgenossen in allen jüdischen Kreisen, unter Hinweis auf die Kongreßausgabe der „Welt" Abonnenten für unser Blatt zu werben. Mit Probenummern und A^itationsmaterial sind wir bereit, alle Aktionen, die zur Verbreitung der „Weif" unternommen werden, tatkräftig zu unterstützen. Expedition „Die Welt"