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Die Welt · 1909-09-15 · 38-39 (15.9.1909) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
38-39 (15.9.1909)
Date
1909-09-15
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nö. 38 DIE2$gELT 847 o o o o a o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG ({ O O O o o o o I o o o o o o o Die Schekeltage Der IX. Kongreß ist einberufen. Die Wahltermine sind festgesetzt. Bis zum 15. Oktober ds. Js müssen die Schekelsammlungen überall abgeschlossen sein. Die selbstverständliche Pflicht aller Organisationen und Gesinnungsgenossen ist es jetzt, mit allen Kräften dafür zus sorgen, daß der IX. Kongreß eine würdige Demonstration des jüdischen Volkes werde. Zu diesem Zwecke haben wir ein Mittel: Mit verdoppelter Kraft, mit unermüdlicher Hingabe müssen überall unserer Säche Freunde gewonnen, muß in der ganzen Welt die Anzahl der Schekelgelder vermehrt werden. Sammelt Scheitel! Das ist der Ruf, der jetzt an alle Gesinnungsgenossen ergeht. Unsere großen Feiertage stehen vor der Tür, rufen in uns mit machtvollen Tönen die Erinnerung an jene Zeit wach, da wir noch als einiges Volk im eigenen Lande lebten. Arbeiten wir, daß eine solche Aera wieder erscheine! Benutzen wir die Muße der Festtage, um in ihnen unsere Idee stärker und mächtiger zu gestalten. An all^ir Qrten sollen jetzt Versammlungen abgehalten werden, Kundgebungen zum Zwecke der Einziehung des Schekels, zum Zwecke der Vorbereitung des Kongresses. Unablässig soll in cliosen Tagen der zionistische Gedanke propagiert, soll der Schekel gesammelt werden. Keine Gelegenheit bleibe unbenutzt, kein Gesinnungsgenosse bleibe untätig! w ' *(j Der IX. Kongreß Hamburg: In den letzten Tagen fanden hier eine Reihe von Besprechungen und Konferenzen statt, um die Vorarbeiten für den IX. Kongreß in die Wege zu leiten. Die erforderlichen Komitees haben sich bereits konstituiert. Das Kongreßbureau wird schon in den nächsten Tagen eröffnet werden. Deutschland Posen. Nach der mehrmonatlichen Sommerpause trat am Sonnabend den 4. ds. Mts. die hiesige Ortsgruppe zu einem Mitgliederabend zusammen. Nachdem der Vorsitzende Dr. Kollenscher dem verstorbenen Gesinnungsgenossen Manasse einen Nachruf gewidmet, gab er ein ausführliches Expose über die Lage im Zionismus. Im Anschluß daran gab Herr Lehrer Auerbach ein sehr eingehendes Palästinareferat mit vielen interessanten Details. Nach einer anregenden Debatte wurde die Versammlung durch einen Appell zur eifrigen Propaganda mit dem Hinblick auf den bevorstehenden Kongreß geschlossen. England Die English Zionist Federation (Von unserm Berichterstatter) Die Halbjahrskonferenz der English Zionist Federation wurde am 5. September im Vestry-room der Neuen Synagoge, Great St. Helens, London, abgehalten. Der Vizepräsident, Herr L. I. Greenberg, leitete die Verhandlungen, zu denen 24 Delegierte aus London und den Provinzialvereinen erschienen waren. Entschuldigungsschreiben waren eingelaufen von den Herren: Präsident Dr. Dreyfus (der augenblicklich in Italien weilt), Rev. I. Goldbloom, Dr. Saalkind, I. Co wen, J. Moser und M. Jacobs. Der Vorsitzende erstattete zunächst Bericht über die Tätigkeit der Federation seit den Wahlen, die am 28. März in Leeds stattgefunden haben. Drei neue Vereine, in Leeds, Glasgow und Nottingham, haben 'isfch der Federation angeschlossen. Sonntag den 19. September werde in Southend eine öffentliche Versammlung zwecks Gründung -eines neuen Vereins stattfinden. Der Verein in Bristol sei reorganisiert worden, in der Provinz existierten mehrere ebenfalls der Reorganisation bedürftige Vereine. Leider erlaubten es die beschränkten Mittel der Federation nicht, Redner nach diesen Städten zu entsenden. Sowohl in London wie auch in der Provinz haben mehrere Mitglieder des Exekutivkomitees Propagandaversammlungen einberufen und dort Reden gehalten. Für Dr. Herz'l hat eine Jahrzeitfeier stattgefunden. Bis zum Tage der Konferenz sind 9862 Schekel ausgegeben worden, auf die bisher 2245 Schekelquittungen eingegangen sind. Da der Schluß der Schekelsammlung auf den 15. Oktober festgesetzt worden ist, so gab der Vorsitzende der Hoffnung Ausdruck, daß die Schekelsammlungen überall während der nächsten Woche mit aller Energie neuerdings in Angriff genommen und durchgeführt werden. In diesem Jahre hatte zum erstenmal der Order of „Ancient Maccabeans" direkt vom Zentralbureau Schekelblocks erhalten; es sei also, wenn man die diesjährige Schekelsammlung der Federation mit derjenigen des Vorjahrs vergleiche, in Betracht zu ziehen, daß die „Ancient Maccabeans" nicht mehr wie in frühern Jahren die Schekel von der Federation entnommen hätten. Im kommenden Jahr werde diese Angelegenheit übrigens definitiv geregelt werden, dieser Ausnahmefall werde also nur auf das laufende Jahr beschränkt bleiben. Mit Freuden begrüßte das Exekutivkomitee den Plan der Gründung eines Mikrobiologischen Instituts in Palästina zur ewigen Erinnerung an die großen Verdienste, die sich Dr. Nordau um unsere Bewegung erworben hat. An zirka 300 Mitglieder der jüdischen Gemeinde ist ein Aufruf gerichtet worden, um sie um Beisteuern zu dieser Gründung zu bitten; es ist zu erhoffen, daß dieser Aufruf von gutem Erfolg begleitet sein wird. Der Redner erinnerte dann an den Empfang der türkischen Delegierten durch die Federation am 24. Juli a. c. Man dürfe sich dazu beglückwünschen, daß die Herren hier in London eine andere und bessere Auffassung von unserer Bewegung erhalten hätten, als während ihres Aufenthalts in Paris. Besonders hervorzuheben sei, daß in der ganzen jüdischen Gemeinschaft die Federation allein es gewesen sei, welche den türkischen Delegierten eine offizielle Begrüßung habe zuteil werden lassen. Die Reden der Konstantinopeler Gäste seien in gewissen jüdischen Kreisen wie Grabreden betrachtet worden, die man dem Zionismus gehalten habe. Nur diejenigen aber sprächen von einem Totengeläute des Zionismus, die es herbeiwünschten und sich darum einbildeten, schon dieses Totengeläute zu vernehmen. Er (Redner) erblicke in den Ausführungen der türkischen Herren durchaus nichts Beunruhigendes. Der Zionismus sei jetzt mehr als je eine Notwendigkeit geworden, und es sei Pflicht aller Gesinnungsgenossen, soweit es in ihrer Macht stehe, alle unsere Brüder für unsere Idee zu gewinnen. Mit einer herzlichen Würdigung der unermüdlichen und energischen Arbeit unseres Führers, des Präsidenten Wolffsohn, schloß der Redner, indem er noch seinem Vertrauen Ausdruck gab, daß alle englischen Delegierten dem Präsidenten auf dem nächsten Kongreß in Hamburg ihre Unterstützung nicht versagen werden. Y 1' ¥1, :"{ ■ih K 1. \ 'ft< •> jl kv Ä I- V

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