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Die Welt · 1909-08-20 · 34 (20.8.1909) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
34 (20.8.1909)
Date
1909-08-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Berieht über die I. ordentliche Generalversammlung der Anglo Levantine Banking Company, Limited Am 3. d. M. fand im Gesellschaftsbureau in London die I. ordentliche Generalversammlung der Anglo Levantine Banking Company, Limited; statt, an welcher außer mehreren Aktionären die Herren Dr. N. Katzenelsohn, Vorsitzender des Boards, Jos. Co wen, L. I. Greenberg, Direktoren, Th. Hirsch, Manager und H. Neu mann, Sekretär, teilnahmen. Herr Dr. Katzenelsohn führte den Vorsitz. Der Vorsitzende berichtete, daß die Company ihr Geschäft am 1. Oktober 1908 begonnen hat und daß die Bilanz per Jahresschluß (also für 3 Monate) sehr befriedigende Resultate ergeben hat. Der Antrag des Direktoriums, den Reingewinn per 31. Dezember 1908 auf neue Rechnung vorzutragen, wurde bestätigt. Die statutengemäß zurücktretenden vier Herren Direktoren J. H. Kann, S. Barbasch, M. Feldstein und J. Kremenezky wurden einstimmig wiedergewählt. Bericht über die XII. ordentliche Generalversammlung des Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Ltd. Am 3. d. M. fand im Gesellschaftsbureau in London die XII. ordentliche Generalversammlung des Jewish Colonial Trust statt, an welcher außer einer Anzahl Aktionäre die Herren Dr. N. Katzenelsohn, Vorsitzender des Boards, Joseph Cowen, Direktor, L. I. Greenberg, Governor, Th. Hirsch, Manager und H. Neumann, Sekretär, teilnahmen. Herr Dr. Katzenelsohn führte den Vorsitz. Der Bericht des Direktoriums, welcher bereits im März d. J. in gedruckter Form veröffentlicht worden ist, ebenso ein Zusatzbericht wegen zwei vom Aufsichtsrat bestätigten Resolutionen betreffs Überweisung von £ 2000.— an das Aktionskomitee und Überweisung von £ 500.— an den Pensionsfonds (aus dem Reserve Fund for forfeited shares) wurde angenommen. Es wurde für das Jahr 1908 eine Dividende von 6 d pro £ 1.— Aktie auf Coupon Nr. 5, frei von Einkommensteuer erklärt. Der statutengemäß zurücktretende Herr Direktor Joseph Cowen wurde einstimmig wiedergewählt. f Nordau-Jubiläums==Feier in Paris*) Am 29. Juli d. J. veranstaltete die Föderation desSionistes de France in den Sälen des Palais Royal eine Jubelfeier aus Anlaß des 60. Geburtstages von Max Nordau. Von auswärtigen hervorragenden Gesinnungsgenossen waren erschienen: Ingenieur Johann Kremenezky (Wien), Josef Cowen (London), Jacobus Kann (Haag) und Dr. Katzenelson (Libau). Dr. Alex. Marmorek eröffnete die Feier mit einer kurzen Ansprache, in der er Nordau als treuen Mitarbeiter unserer Bewegung feierte, der als pflichtbewußter Soldat der Parole unserer Parteileitung stets mit äußerster Gewissenhaftigkeit Folge geleistet habe. Sodann sprach Dr. Jacob söhn im Namen der französischen Föderation. Redner hob unter anderm hervor, daß in demselben Hause, wo unsere Gesinnungsgenossen sich jetzt zur Ehrung des Vorkämpfers der jüdischen Freiheit versammelt haben, im Jahre 1789 zum erstenmal die allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte verkündet worden seien. Das Mitglied des E. A. C, Herr Jacobus Kann, sprach dem Jubilar die Glückwünsche der gesamten zionistischen Organisation aus und übermittelte zugleich die speziellen Glückwünsche des *) Unser ständiger Pariser Berichterstatter war infolge plötzlicher Erkrankung verhindert, uns einen für die vorige Nummer der „Welt" zugesagten ausführlichen Bericht über die Nordau-Feier in Paris zuzusenden. Wir bringen daher nachträglich obigen Bericht eines gelegentlichen Korrespondenten. Präsidenten Wolffsohn, den seine Anwesenheit in Konstantinopel verhindert habe, persönlich an der Feier teilzunehmen. Joh. Kremenezky verbreitete sich über die große Bedeutung des mikro-biologischen Instituts in Palästina, dessen Errichtung die zionistische Organisation aus Anlaß des Nordau-Jubiläums plant. Mr. Cowen verglich in einer sinnigen Rede Nordau den „Träumer" mit dem Aeronauten B16riqt, dem es vor kurzem geglückt war, durch die Überfliegung des Ärmelkanals seinen kühnen, stolzen Lebenstraum zu verwirklichen. Dr. Katzenelsohn . knüpfte an das alte Midraschwort an, wonach die besondere Liebe und Fürsorge Gottes gegenüber dem jüdischen Volke sich darin äußere, daß er die Lebenszeit unserer Großen verlängere. Wenn wir uns auch heute noch der göttlichen Liebe erfreuen, — was schwer festzustellen sein dürfte, — so möge dies in einejn. recht langen Leben des großen Juden Max Nordau zum Ausdruck kommen. Nordau erwiderte auf alle diese Ansprachen in einer kurzen» meisterhaften Rede. Er ging von der Ehrengabe aus, die ihm die französische zionistische Föderation zu seinem Geburtstage überreicht hatte, einer von dem bekannten Künstler S. Roukhomovsky kunstvoll in Bronze gestochenen Palästinakarte. Die jüdischen Kolonien auf dieser Karte sind durch verschiedene Edelsteine bezeichnet. Nordau sagte, er betrachte diese Karte als ein Symbol. Die Bronze, dieses edle, spröde Erz, sei ein Sinnbild des jüdischen Volkes, das dem Meißel des Künstlers nur mit Mühe und Not gehorcht, wenn dieser das spröde Material bearbeiten und seine Gestaltungskraft daran erproben will. Die verstreuten Edelsteine auf der Bronzefläche stellten all das Schöne und Große dar, das der Zionismus im Leben des jüdischen Volkes geschaffen habe . . . Zum Schluße führte der Redner aus, seine Tätigkeit im Zionismus gebe ihm die volle Gewißheit, daß er nicht umsonst gelebt habe. Die Rede des verehrten Jubilars wurde mit rauschendem Beifall aufgenommen. Nordau empfing an seinem Geburtstage zahllose Telegramme und Glückwunschschreiben aus allen Erdteilen, von den Redaktionen zahlreicher hervorragender Zeitungen, von den angesehensten Schriftstellern, Dichtern, Künstlern und Gelehrten, von sämtlichen zionistischen Landesorganisationen, verschiedenen Vereinen und Privatpersonen. Ungarn Pöstyän (Bad Pistyan). Hier herrscht reges zionistisches Leben, und tragen die wöchentlich zweimaligen Zusammenkünfte im „Hotel Herzog" und öftern Vorträge zur Verbreitung unserer Idee und Förderung unserer Bewegung wesentlich bei. Montag, den 9. August, fand der in unserm Blatte bereits angekündigte Vortragsabend statt, um dessen Gelingen sich ein Kurkomitee mit Herrn Max Markus aus Wien an der Spitze und die rührige Leitung des Pöstyener Vereins, besonders der agile Schriftführer Hugo Ponger bemüht, und füllte ein distinguiertes Publikum — Einheimische wie Fremde — den großen Saal des „Hotel Herzog" bis auf das letzte Plätzchen. Vizepräses Apotheker Meth eröffnete den Abend. Herr Markus besprach hierauf die Judenlage und den Zionismus. Ingenieur Reichenberg aus Bukarest gab einige Gedichte Bedas zum besten, Frl. Leonore Schwarz, Konzertsängerin aus Wien, und Frl. Ella Klinger vom Stadttheater aus Prag brachten, von Frl. Mariska Blum aus Nagyszombat am Klavier begleitet, Lieder zu Gehör; Ignatz Herzog produzierte sich als Groteskkomiker, Bela Stoll als Burleskkomiker. Dramatisch trat Herr Reinhold vom Wien-Josefstädter Theater hervor, während Herr Paul Morgenstern mit seinem Violinspiel entzückte. Alle Mitwirkenden ernteten stürmischen Beifall. Bei der Kasse waltete Frl. Therese Blum mit andern Damen ihres Amtes, und warf der Abend zionistischen Zwecken ein schönes Erträgnis ab. Es folgte ein animiertes Bankett mit Toasten auf die Arrangeure, Mitwirkenden sowie die Vereinsleitung, und lange nach Mitternacht erreichte der schöne Abend mit dem Absingen der „Hatikwah" sein Ende. Rußland Die jüdischen Ackerbauer in Littauen Die polnische Zeitung in Wilna, „Kurjer Litewski", veröffentlich folgende Korrespondenz aus Linkow: Am Anfang des 19. Jahrhunderts hat die Regierung unter den Juden des Mlnaer Gouvernements, Grundstücke verteilt mit der

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