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Die Welt · 1909-08-20 · 34 (20.8.1909) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
34 (20.8.1909)
Date
1909-08-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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nach Gebühr zu schätzen. Qanz anders müßte es aber noch kommen, wenn das Volk aus eigner Anschauung in einem biologischen Museum alle Schädlinge der palästinensischen Nutzpflanzen aus der Klasse der Insekten vom ersten Stadium ihrer Entwicklung bis zum völlig ausgewachsenen Tier beoachten könnte, wenn es mit eignen Augen all die ausgezeichneten von der Jaffaküste stammenden Schollen, Butten, Flunder und Sardinen sehen könnte, die geräuchert oder in Öl konserviert von Europa herüberkommen. Es müßte sich dann selbst fragen: Ja, warum sollen wir es nicht auch in Palästina betreiben können, wo dewih so viele Ölbäume, wachsen? Und wie würde es erst über den Reichtum der Natur hierzulande erstaunen, wenn es unsere syrische Strauß- Das Volk wird unsere Institution segnen, wenn sie dem zu entstehenden Mikro-Biologischen Nordau-Institut insofern vorgearbeitet hat, als sie demselben zahlreiche miskroskopische Protisten des süßen, brackigen und salzigen Wassers übergeben wird, die im Stoffwechsel höherer Tiere und in manchen Krankheiten des Menschen eine wichtige Rolle spielen, wie Amöben und Qregarinen, welche schmarotzend im Darme und in der Leibeshöhle vieler Tiere leben. Wenn das Volk diese und Dutzende ähnlicher Beispiele sieht, da wird es auch einsehen lernen,tdaß ein biologisches Museum keine Spielerei ist, sondern ein ungemein wichtiger Faktor zur wirklichen vollständigen Erforschung der hiesigen Naturprodukte, ohne die im Gründe genommen auch keine vielseitigen Fortschritte IN DER NATURHISTORISCHEN ABTEILUNG DES BEZALELMUSEUMS rasse erblickte, die heutzutage als die beste der Welt gilt! Und logischerweise müßte es sich auch da sagen, daß es weit vorteilhafter wäre, lieber unsere Rasse zu züchten als die von Ägypten importierte, die sich hier übrigens erst akklimatisieren müßte. Und ebenso verblüfft wäre das Volk auch beim Anblick des besten Badeschwammes, von dessen Existenz es leider gar keiije Ahnung hat, der aber in Beirut und an der ganzen pWnizischen Küste vorkommt. Nebenbei bemerkt bracfite die Schwamhifischerei in Beirut im Jahre 1880 nicht weniger als 2000000 Frs. ein, denn ein Kilogramm der besten Qualität wird**an Ort und Stelle mit 35 bis 40 Frs., geringere Qualitäten mit 13 bis 14 Frs. bezahlt. Oder aber, wenn es einstweilen nur die Vorstudien zur Erforschung der künstlichen Vermehrung der Feinde des kleinen, schönen, grünen Falters Earias insulana verfolgen könnte, der hier die Baumwollkultur vsn Grund aus schädigt. in der Zukunft zu erhoffen sind. v c Aber auch dem Wissenschaftler, sei es auf dem Gebiete der Natur oder auf dem der Sprachforschung, soll unser biologisches Museum, das die ganze palästinensische Natur en miniatur darstellen soll, eine wahre Fundgrube sein. Auf dem Gebiete der Bibelforschung ist lediglich darum soviel gesündigt worden, weil die Herren Kommentatoren fast immer mit lauter europäischen Objekten rechneten und der Bibel, einem in Palästina enstandenen Werke, zahlreiche spezifisch europäische Tiere und Pfanzen zuschrieben. Meine „arabischen Tiernamen", die ich zusammen mit Herrn Prof. Dr. G. Dalmann herausgeben werde, dürften hoffentlich auch viele solcher Irrtümer berichtigen. Daß sich an ein solches Museum sehr gut naturwissenschaftliche Vorträge angliedern lassen, weil hier das erläuternde Beispiel immer bei der Hand ist, versteht sich von selbst. 2

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