Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 32 (6.8.1909)
- Date
- 1909-08-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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in 41, Whitechapel Rd. London, E. C, ferner in Rußland mit 23 Kopeken bei Sibirische Handelsbank, St. Petersburg, Asow-Doner Commerzbank, Minsk, Mohilew,Rowno Romny und Shitomir, Samuel Barbasch, Odessa, Kischinew und Tulczin, J. Benjacob, Wilna, Gebr. Bachracb, Warschau, M. Feldstein, Warschau, L. Schalit, Riga, Markus & Perlis, Bialystock, Gebrüder Urysohn, Moskau, Joseph Katzenelsohn & Söhne, Libau und Bobruisk, M. M. Eliaschew, Grodno, in Deutschland mit 50 Pfennigen bei Deutsche Bank, Berlin, und Nationalbank für Deutschland, Berlin; in Österreich mit 60 Heller bei Union Bank, Wien, und Sokal & Lilien, Lemberg; in Frankreich mit 60 Cent, bei S. & D. Cohen, 25 Rue Bergere, Paris; in Holland mit 30 Cents bei Lissa & Kann, Haag; in Rumänien mit 60 Bani bei Marmorosch, Blank & Co., Bukarest, Moritz Wachtel, Jassy und M. Silberstein Galatz; in Palästina bei der Anglo-Palestine Company Ltd., in Jaffa, Jerusalem, Beirut, Haifa und Hebron zum Tageskurse; in Amerika mit 12 cents bei S. Jarmulowsky, 54 Canal St., New-York und the American Zionist Federation, E 200 Broadway, New- York; in Süd-Afrika mit 6d bei der South African Zionist Federation, Johannesburg; in der Türkei bei der#Anglo-Levantine Banking Co. Ltd., Constantinopel zum Tageskurse. Brook House, Walbrook, den 4. August 1909. Im Auftrage des Direktoriums: H. Neu mann,.Sekretär Holland Der Landtag des Niederländischen Zionistenbundes Wie wir schon mitteilten, wurde am 1. August d. J. in Scheveningen zur Erinnerung an das zehnjährige Bestehen des Bundes in Scheveningen ein Landtag abgehalten. Dieser war überaus stark besucht, namentlich von Zionisten aus Holland und auch von ausländischen Gesinnungsgenossen. Der Vorsitzende, Dr. Franzie Berenstein, eröffnete die Versammlung mit einem Aufruf zu kräftiger Propaganda auch in den Reihen der Zionisten selber. Er verlas ein Begrüßungsschreiben des E. A. C, übermittelt durch Herrn J. H. Kann, und erteilte das Wort Herrn Dr. E. Auerbach aus Berlin. Dieser setzte in seiner Rede namentlich das Verhältnis des Zionismus zu der neuen Türkei auseinander. Wie der Zionismus jetzt eine innertürkische Frage ist, welche glücklicherweise in der Türkei ein großes Interesse erregt. Die türkische Regierung weiß, daß die Juden in Palästina die Träger moderner Kultur sind. Nie — wiewohl in der Presse verleumdet worden ist — können oder dürfen die zionistischen Bestrebungen der Türkei gegenüber separatistisch sein. Im Gegenteil, die Juden Palästinas müssen — so wie es der Redner selbst tun wird — türkische Untertanen werden und in dieser Weise friedlich Palästina erobern, damit dieses ein Land nicht der Toten, sondern der Lebendigen werde. Die Rede des Herrn Dr. Auerbach erregte einen in Holland fast ungekannten stürmischen Enthusiasmus. Wir teilen von ganzem Herzen die guten Wünsche, welche der Vorsitzende dem Kämpfer für unsere Sache nach seiner neuen Heimstätte mitgab. Als zweiter Redner sprach Herr N. de Lieme, Haag, über „Soziologie und Bewegung". Er setzte das Aufblühen Italiens durch die Einheitskämpfe auseinander und verglich damit den Zustand des Judentums, das auch durch eine kulturelle und materielle Hebung zu seiner politischen Renaissance kommen soll. Er kennzeichnete den Nutzen der Soziologie für die jüdische Sache und richtete einen Appell an die Zionisten, sich auch dieser zu widmen. Ein Sozialdemokrat, welcher debattierte, wurde mit einer Menge Beweismaterial abgefertigt. Die Rede und die Debatte weckten großes Interesse. Nachdem diese Versammlung geschlossen war, vereinigte man sich im Hotel Kege zur gemeinschaftlichen Mahlzeit, wobei selbstverständlich auch der N. F. nicht vergessen wurde. Abends kam man wieder zusammen. Da wurden Gedichte vorgetragen, Ernst und Witz wechselten einander ab. Und zuletzt sprachen die anwesenden ausländischen Gesinnungsgenossen einige Worte der Propaganda. Zuerst Herr Dr. Ringel, der Vizepräsident der zionistischen Federation in Galüien, welcher die Bedeutung der Organisation auseinandersetzte und die Grüße der galizischen Zionisten übermittelte. Sodann gab Frau Pewsner, unsere bekannte Propagandistin, den Gefühlen eines Goluskindes im „freien" Holland Ausdruck. Und zuletzt wies Herr Dr. Auerbach auf die Pflichten der Juden im Golus hin, welch an sich selber arbeiten und sich zu immer besseren Juden machen sollen. Erst am spaten Abend schied man. Es war eine überaus gelungene Zusammenkunft, welche zweifelsohne unserer Organisation gute Früchte tragen wird. Kroatien-Slavonien In der am 28. Juli abgehaltenen Ausschußsitzung des zionistischen Vereines „Theodor Herzl" in Osijek wurde die von unserm Gesinnungsgenössen Herrn Erwin Kraus angeregte Idee der Gründung einer Landesorganisation aller in Kroatien, Slavonien, Dalmatien, Bosnien, der Herzegowina und Rijeka wohnhaften Zionisten lebhaft begrüßt und sich zu eigen gemacht. Herr Erwin Kraus referierte über alle bisher eingelaufenen und in der „Zid. Smotra" veröffentlichten Meinungsäußerungen hervorragender Zionisten unserer Länder, sowie über den. Verlauf einer am 18. Juli in Vinkovci abgehaltenen Vorkonferenz, worauf einstimmig beschlossen wurde, eine Konferenz der Schekelzahler dieser Länder für Sonntag den 22. August 1. J. nach Brod a. S. einzuberufen. Von einer-Wahl in die Konferenz wurde Abstand genommen, weil einerseits wegen Zeitmangels die nötigen Vorbereitungen nicht mehr getroffen werden können und anderseits auch kein vollkommen befriedigender Vorschlag bezüglich des Wahlmodus vorgelegen hatte. Es soll jedem Schekelzahler ermöglicht werden, an der ersten Konferenz teilzunehmen und an der Schaffung der Landesorganisation werktätig mitzuarbeiten. Um eventuellen endlosen Debatten vorzubeugen, wurde der Beschluß gefaßt, daß die Konferenzteilnehmer aus ihrer Mitte einen engeren Ausschuß behufs Beratung des Organisationsstatuts wählen, welcher noch am selben Tage der Konferenz Bericht zu erstatten und einen fertigen, reifen Entwurf zur Annahme zu unterbreiten haben wird. Brief aus Konstantinopel (Von unserm Berichterstatter) Der Gouverneur von Jerusalem Wie der „Tiempo", das offiziöse Organ des Großrabbinats, mitteilt, stattete dieser Tage Subhi Bey, der Gouverneur von Jerusalem, dem Chachambaschi einen Besuch ab, auf dem die Frage der jüdischen Einwanderung in Palästina zu ausführlicher Erörterung gelangte. Der Gouverneur versicherte auch bei dieser Gelegenheit, der Einwanderung sehr gewogen zu sein und alles, was in seinen Mitteln stehe, bei der Zentralregierung aufzuwenden, um sie zu fördern und ihr Aufschwung zu verleihen. Wegen des „roten Zettels" habe er vor Monaten bereits wiederholt an das Ministerium geschrieben, seinem Ersuchen um dessen Auflassung sei aber jenerzeit nicht stattgegeben worden. Er sei erneut dafür bemüht, und die Unterdrückung der Maßregel sei für die nächsten Tage zu erwarten. Diese Mitteilung bestätigt, was wir schon lange wußten, nämlich, daß Ferid Pascha, der gegenwärtige Minister des Innern, es ist, der unserer Entwicklung in Palästina Hemmnisse bereiten oder doch die alten nicht entfernt sehen möchte. Es ist aber kaum anzunehmen, daß wir mit diesem ungünstigen Faktor noch lange werden zu rechnen haben, da der Sturz des Ministers gewiß ist und für jeden Tag zu erwarten steht. Man spricht davon, daß Talaat Bey, der Vizepräsident der Kammer und Leiter der parlamentarischen Kornmission, die soeben vom Auslande wiederkehrt, ihn ersetzen soll. Wie dem auch sei, muß festgestellt werden, daß ebensowenig wie die äußere auch die innere türkische Politik bisher von einer festgelegten Methode oder einem Programm abhängt, mit dem wir, als unsern Bestrebungen etwa freundlich oder feindlich, zu rechnen hätten. Vielmehr ist diese Politik bislang noch durchaus persönlich, genau wie in den Zeiten des alten Regiments. Wir können also sehr wohl heute vor einer „Mauer" stehen, die morgen nicht mehr vorhanden ist, und umgekehrt. Besonders in einer Periode, wo die Ministerien so häufig wechseln. Bis zu der Zeit, wo die öffentliche Meinung so geradlinig bewußt und stark sein wird, daß sie ihren konsequenten Ausdruck im Parlament finden und durch dieses auf die Staatsexekutive bestimmend wirken wird, ist noch ein ziemlich weiter Weg. Darum wird es verfrüht sein, schon jetzt