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Die Welt · 1909-07-23 · 30 (23.7.1909) · page 29

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
30 (23.7.1909)
Date
1909-07-23
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Der Jüdische Nationalfonds ist dam bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigenkim des jüdischen Volkes zu, erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, lesitzt er gegenwärtig ein Vermögen von annähernd Millionen Mark. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Die Nationalfondswoche Mit Genugtuung können wir konstatieren, daß die Anregung, die Woche des 9. Ab als Nationalfondswoche festzusetzen und in dieser Woche eine besonders lebhafte Agitation für den Nationalfonds, insbesondere durch einen gesteigerten Absatz der Herzl- und Nordau-Marken zu entfalten, bei den meisten Landessammelstellen auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Den zahlreichen Berichten, die uns aus verschiedenen Ländern zukommen» entnehmen wir, daß für die Nationalfondswoche allenthalben eifrig gerüstet wird und daß seitens der lokalen Nationalfondskommissionen mit löblichem Eifer alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um in diesem Jahre einen guten Erfolg der Aktion herbeizuführen und hierdurch die Möglichkeit zu schaffen, die Institution der Nationalfondswoche zu einer dauernden Einrichtung innerhalb unserer Bewegung zu gestalten. In Nr. 27 der „Welt" haben wir ein Rundschreiben veröffentlicht, das die Sammelstelle des J. N. F. für Deutschland in dieser Angelegenheit an die N. F.-Kommissäre versandt hat. Nunmehr liegen uns zwei weitere Zirkulare vor, welche die österreichische und die amerikanische Sammelstelle (von der die Anregung zuerst ausgegangen ist) betreffs der Nationalfondswoche an die ihnen unterstellten Organisationen gerichtet und in der zionistischen Landespresse veröffentlicht hat. Nachstehend reproduzieren wir den wesentlichen Inhalt beider Aufrufe: I. Aufruf der österreichischen Landessammelstelle: Das N. F.-fiauptbureau in Köln hat die Parole ausgegeben, die Woche des 9. Ab (heuer 25.—31. Juli) fortan als Nationalfondswoche zu begehen. Viele Landessammelstellen haben große Vorkehrungen getroffen, durch außerordentliche Spendensummen die Parteizucht und -treue ihrer Mannschaft zu bekunden. Wir vertrauen — nicht zuletzt im Hinblick auf den schönen Erfolg unserer Herzlwaldagitation — den österreichischen Gesinnungsgenossen voll und ganz, daß sie auf die bloße Verlautbarung unserer Parole hin frohbereit ihre Pflicht tun und auch diesmal Österreich hinter den anderen Landsmannschaften nicht werden zurückstehen lassen. Wir hoffen und erwarten dies umsomehr, als die N. F.-Woche der Ehrung des 60. Geburtstages gewidmet ist, den der große Schriftsteller und Zionist Dr. Max Nordau am 29. Juli feiert. Nordau war fierzls Freund und Mitkämpfer; dies sagt uns alles .... Daher soll in dieser N. F.-Woche der Ertrag aller Sammelmittel der Eintragung Nordaus ins Goldene Buch gewidmet werden, damit das dem Jubilar vom Direktorium des J. N. F. zu überreichende Diplom eine Summe aufweise, die unser und seiner würdig ist. Jede Person bzw. Sammelgruppe, welche zu dieser Ehrung den Mindestbetrag von K 120 beiträgt erhält eine Abschrift jenes Diploms. Die soeben ausgegebene prächtige Nordaumarke, welche die männlichen Züge des Jubilars zeigt, soll in Massen bei uns bestellt und verbreitet werden; diese Marke, für Österreich in blauer Farbe, ist nur in ganzen Heftchen zu 60 Stück um K 1.20 zuzüglich Porto erhältlich. Mit der Ausgabe der neuen N. F.-Marken im 2 h-Werte ist das N. F.-Hauptbureau dem Verlangen, — zumal der galizischen Gesinnungsgenossen, — entgegengekommen. Zeigen wir uns dankbar! Ein illustriertes Tischebow-Fluglatt, heuer vorerst nur deutsch, ist bei uns kostenlos erhältlich- Wir erinnern an die alte Anregung, in den nationalen Trauertagen vor und am 9. Ab sich gewohnter Genüsse (Trinken, Rauchen) tunlichst zu enthalten und das ersparte Geld dem N. F. zuzuführen. Ferner stimmen wir der trefflichen und dort schon bewährten Anregung aus Czortköw zu, am 9. Ab auf den Friedhöfen N. F.-Büchsen bereitzuhalten und die Juden, welche den schönen Brauch des Gräberbesuches pflegen, zu Opfergaben aufzufordern. Selbstredend gebührt bei dieser wie bei jeder andern öffentlichen Sammlung der örtlichen N. F.-Kommission das Vorrecht. Gesinnungsgenossen! Rüstet euch für die Nationalfondswoche! (25. bis 31. Juli d. J.) Versehet euch rechtzettig mit einem genügenden Vorrat an Nationalfondsmarken (Nordau- und Herzlmarken). Verteilt am 9. Ab das Flugblatt des Jüdischen Nationalfonds!

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