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Die Welt · 1909-07-23 · 30 (23.7.1909) · page 30

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
30 (23.7.1909)
Date
1909-07-23
Page
– (sequence 30)
Language
German
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680 D!E3äEELT No. 30 Also auf ans Werk! Das erste Halbjahr 1909 brachte dem N. F. aus Österreich K 36 301 gegen K 25 354 im ersten Halbjahr 1908, Wir wollen sehen, wie weit vereinte Kraft uns im laufenden Halbjahr emporträgt. Mit Zionsgruß N. F.-K ommission für Österreich Wien IX, Türkenstr. 9. II. Aufruf der amerikanischen Landessammelstelle: An die Zionistischen Vereine! Der große nationale Trauertag, TisclToh Beaw, fällt in diesem Jahre auf den 27. Juli. In herkömmlicher Weise ist auch diesmal die Woche des Fasttages als die geeignetste Zeit dazu bestimmt worden, eine gesteigerte Kraftentfaltung zum Besten des Jüdischen Nationalfonds zu veranlassen. Für uns Zionisten ist die Jahreswende unseres größten nationalen Unglücks zugleich ein Tag, der uns als Ansporn für die Vereinigung aller Kräfte zur Wiederaufrichtung unserer Nation dienen soll. Die Hoffnung des /jüdischen Volkes muß in der Neubelebung des nationalen Geistes, in erhöhten Anstrengungen zur Mehrung unseres Nationalfonds ihren Ausdruck finden. Auf diese Weise allein können die Zionisten Amerikas ihre Treue zur Sache des Zionismus bekunden. Demzufolge ersucht das unterzeichnete Komitee sämtliche Vereine, die Tisch'oh Beaw-Woche, von Sonntag dem 25. bis Sonnabend dem 31. Julid. J., als Spendensammlungstage für den Jüdischen Nationalfonds zu bestimmen. Wir empfehlen insbesondere die Entsendung besonderer Werbe- Komitees von Haus zu Haus und die Veranstaltung von Nationalfondsversammlungen in diesen Tagen. Auch bitten wir, die Verwaltungen und Mitglieder der verschiedenen Synagogen zu veranlassen, die am Sabbath nach Tisch'oh Beaw, dem „Sabbath der Tröstung", beim Thoraaufruf gespendeten Gelder, oder einen Teil derselben, dem Jüdischen Nationalfonds zu widmen. Mögen die amerikanischen Zionisten sich im kommenden Jahre zu erneuter, intensiverer Tätigkeit aufraffen, damit der Beitrag des amerikanischen Judentums für den Jüdischen Nationalfonds ein der Bedeutung unserer Gemeinschaft würdiger sei. Wir erwarten, daß Sie die Freundlichkeit haben werden, uns einen Bericht über die von Ihrem geschätzten Vereine geplante Aktion zugunsten des Jüdischen Nationalfonds einzusenden. Mit Zionsgruß Charles Cowen Vorsitzender der Nationalfondskommission. Eine Erbschaftssteuer zugunsten des Jüdischen Nationalfonds Der verdienstvolle Leiter unserer Berliner Postwertzeichen- Zentralsammelstelle, Herr Dr. med. Julius Loewenheim, sendet uns folgende beachtenswerte Anregung: „ . . . Gestatten Sie mir, Ihnen zur Vermehrung des Nationalfonds einen Vorschlag zu machen: Von Zeit zu Zeit finde ich die Anregung veröffentlicht, daß die Gesinnungsgenossen in ihrem Testamente den Nationalfonds bedenken sollen. Nun ist es doch wohl bekannt, daß dem Zionismus im überwiegenden Teil die Jugend angehört, während die Älteren teils freundlich, teils feindlich, sehr oft aber ganz indifferent beiseite stehen. Dies trifft sogar fast immer bei denselben Familien zu; die Eltern wollen vom Zionismus nichts wissen, die Kinder sind Zionisten. Den Kindern ist es nun aus ethischen, familiären und anderen Gründen oft nicht möglich, in irgendeiner Weise auf die Ausgestaltung des Testaments ihrer Eltern Einfluß auszuüben. Und wenn diese Kinder einst selbst mal ein Testament hinterlassen, ist wieder ein' Menschenalter vergangen. Wie wäre es, wenn den Gesinnungsgenossen ans Herz gelegt würde, von einer Erbschaft, die ihnen doch oft unverdient in den Schoß fällt, einen Teil als eine Art Erbschaftssteuer dem Nationalfonds zu überweisen? Diese Art der Besteuerung ist den meisten eine viel angenehmere und gerechtere Steuer als die Einkommensteuer, die bei uns in der Form der Selbstbesteuerung besteht. Für diese Erbschaftssteuer sind gerade bei uns Juden nur Gründe dafür und keine dagegen anzuführen, wir brauchen auch nur auf die Begründung der Erbschaftssteuer durch die deutsche Regierung und die liberalen Parteien hinzuweisen, denen ja die Juden doch fast ausnahmslos angehören (die Sozialisten eingeschlossen)." _ Wir machen die Gesinnungsgenossen nochmals auf die soeben zur Ausgabe gelangte Nordau-Jubiläums-Marke des Jüdischen Nationalfonds aufmerksam. Da die Nationalfonds» woche und der 6o. Geburtstag Max Nordaus nahe bevorstehen, bitten wir diejenigen Sammelstellen und Organisationen, die uns noch keine Bestellungen für die Nordaumarke aufgegeben haben, dies unverzüglich zu tun, damit die Gesinnungsgenossen allüberall rechtzeitig mit einem genügenden Vorrat versehen sind. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Ausgabe der Nordaumarken wohl aus Anlaß des 60. Geburtstages von Max Nordau erfolgte, daß die Marken jedoch dazu bestimmt sind, auch weiterhin im Gebrauch zu bleiben und von allen Freunden des Nationalfonds auch nach dem Nordau-Jubiläum recht fleißig benutzt und abgesetzt zu werden. Der Verkauf der Nordaumarken ist wie der der Herzlmarken nur in ganzen Heftchen zulässig. SPENDENAUSWEIS 1 I__-i Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin-Charlottenburg, Sybelstraße 50. — Publikationsorgan: „Jüdische Rundschau", Berlin.) Vom 1.—31. Mai d. J. eingegangen und in den Nummern 19—22 der „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden . ........... - . Jt 480.25 Selbstbesteuerung...............„ 255.— Büchsen ..........................., 573.47 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 277.33 Summe Jt 1586.05

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