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Die Welt · 1909-07-23 · 30 (23.7.1909) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
30 (23.7.1909)
Date
1909-07-23
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ist der Bezalel doch nicht; sowohl unter den Kontribuenten als auch unter den Vorstandsmitgliedern bilden die Zionisten die Minorität, und es wird wohl auch nur noch eine kurze Zeit währen, bis auch die in der Kunstgewerbeschule hergestellten Waren erst über den doch relativ engen Rahmen der Zionisten hinaus gewürdigt und gekauft werden. Auch keine der andern Institutionen Palästinas kann als eine zionistische Gründung angesehen werden. Das Hebräische Gymnasium, so sehr es auch den zionistischen Intentionen entspricht, ist aus bekannten Gründen ein Noli me tangere für die zionistische Organisation; es hat eine ganz selbständige Verwaltung, auf die das Aktionskomitee nur einen minimalen Einfluß hat. Bei dem Gymnasium sowohl wie bei andern Lehr- BLICK VOM ÖLBERG AUF JERUSALEM anstalten, wie z. B. beim Technikum, dem zukünftigen Landerziehungsheim (Kiriath Sefer), dem Waisenhaus in Jerusalem usw., wird sich die Tätigkeit der zionistischen Organisation auf Vermietung von Land und Gebäuden durch den Nationalfonds sowie auf mehr oder minder große Beihilfen zu beschränken haben. Wenn auch infolge dieser Beihilfen die zionistische Organisation in manchen Fällen Anspruch auf einen Sitz im Verwaltungsrat haben wird, so kann doch der Einfluß der Partei auf die einzelnen Institutionen ein nur relativ geringer sein. Und das ist gut so. Wir sehen beim Gymnasium, daß ein Teil unserer Parteigenossen schon Einspruch gegen eine einfache Subvention desselben erhebt, weil ihnen die Tätigkeit eines Lehrers nicht gefällt; welch ein Kampf unter den Zionisten würde erst entstehen, wenn die zionistische Leitung die Verantwortlichkeit für die Schule auf sich nehmen würde. Vorläufig sind freilich die Unterstützungen, welche die Zionisten zu gewähren vermögen, keine bedeutenden. Wenn auch die Kongresse ehemals sehr freigiebig in bezug auf Bewilligungen waren, in Wirklichkeit konnte nicht mehr abgeführt werden, als vorhanden war, und wenn man zusammenrechnet, was im Laufe der Jahre die subventionierten Institutionen, wie die Nationalbibliothek, die Mädchenschule in Jaffa, das Gymnasium, der Bezalel in bar von der Partei als solcher an Subventionen erhalten haben, so dürfte eine Summe resultieren, die 20000 Mk. noch nicht übersteigt. Die Terrain- und Hauskäufe durch den Nationalfonds stellen zwar sehr wertvolle Unterstützungen dar, sind aber natürlich dem Prinzip nach ebensowenig als eigentliche Subventionen anzusehen wie die indirekten Darlehen des Nationalfonds an die Kredit- und Baugenossenschaften. Wie man also sieht, haben diejenigen recht, welche ANSICHT VON TIBERIAS behaupten, daß die bisherige aktive zionistische Tätigkeit in Palästina wenig merkbar ist. Erst in den letzten Jahren ist ein weiteres Arbeitsfeld betreten worden, das sich vermutlich bald recht ausdehnen wird, das ist die direkte Inangriffnahme oder indirekte Unterstützung landwirtschaftlicher Unternehmungen. Ernstere bezieht sich auf die zunehmende Entwicklung der Ölbaumspende, letztere auf die Beteiligung an der Palestine Land Development Co. sowie die Unterstützung des Odessaer Komitees bei der Gründung neuer Kolonien. Hier ist ein weites Feld für den Nationalfonds gegeben, sowie besonders für die in Gründung begriffene Agrarinstitution. Aber auch die Kulturaufgaben dürfen seitens der Zionisten nicht auf die Dauer ausschließlich durch Subventionen bestehender Institute ihre Erledigung finden. Die Zionisten müssen den Mut haben, selbst an große Aufgaben heranzutreten, nicht nur unterstützend und

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