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Die Welt · 1909-07-23 · 30 (23.7.1909) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
30 (23.7.1909)
Date
1909-07-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1!'! *' 654 DIE der Skepsis, die das eigene abschwächt, können diese Kraft in uns nicht finden. Sie ist unwüchsig und deshalb wirkte sie auch sehr stark. Was uns Nordau ist, das führt uns noch einmal die Sammlung seiner Reden und Schriften vor Augen. Es ist eine wahre Edelsteinsaat publizistischer und rhetorischer Wundergaben eines Riesengeistes. Wie anregend ist die lange Re^he von Einzelarbeiten, in deren rascher Aufeinanderfolge die ganze Regsamkeit dieses Geistes lebensvoll hervortritt! Wie geistvoll im ganzen und wie reich an Einzelgedanken sind auch die Bruchstücke und Aphorysmen! Es ist hier nicht der Ort, in die dichterischen und individuel 1 - menschlichen Eigentümlichkeiten Nordaus tiefer einzudringen. Es ist auch nicht die Zeit, denn der sechzigjährige Geburtstag bildet kaum einen Merkstein auf dem Lebenswege des arbeitenden, jugendlich rüstigen Meisters. Nordau ist auch persönlich als Jubilar schwer zu behandeln. Er vermeidet alles, was nach billiger, persönlicher Reklame aussieht und ist Aristokrat genug, um am häuslichen Herd, im Arbeits- ELT m. 30 zimmer nicht die neugierigen Augen des Publikums zu dulden. Es kostete einen Kampf, um eine passive Nachgiebigkeit für ein gutes Werk, das unter seinem Namen gegründet werden soll, zu erlangen.. Um so stolzer sind wir auf unsern Meister, den das Schönste ziert, was jedem jüdischen Weisen eigen war: die große Bescheidenheit. Nordau ist keine abgeschlossene Epoche in der Geschichte des Zionismus. Die Tätigkeit unseres Meisters bleibt ein offenes Kapitel. Das ist das schönste, was man an einem Jubiläum sagen kann. Herzl und Nordau! Das Werk, das sie angefangen, war nicht Arbeit eines Mannes, oder eines Menschenalters, auch unter den günstigsten Bedingungen hätten sie es nicht vollenden können. Sie sind hochzupreisen, daß sie es angefangen: die Vollendung ist die Sache des Volkes. Von diesen beiden lebt Nordau. Daß er uns lange, sehr lange in reger Schaffensfreudigkeit erhalten bleibe. Nahum Sokolow. H Für nordau Wer wie ich, angelangt dm €nde der kebenskun>e, Umfchau half, lieht leider, dafc Güte und Ehrenhaftigkeit im ITlenfchen eher eine Aus» nähme als die Regel bilden; eine Ausnahme, die noch uiel felfener beim Genie zutrifft. Während meines langen Lebenslaufes habe ich nur zwei ITlänner großen Geiffes und zugleich guten Berzens gefunden; ülarzolo und nordau. ITlarzolos Ruf drang nicht hinaus über den Kreis feiner Schüler, Curin, 25. 3uni 1909 welche mit feinem Flamen auf ihren flippen fterben werden und ihn doch nicht zu jener V?eltberühmfheif erheben konnten, welche er perdiente; — Ilordau dagegen, gerecht, gut, genial par excellence, der einen Ceil [eines Lebens zugunften der Bedrückten uerwendefe, ohne dabei nur eine Stunde für die wiffenfchaftlichen Forfchungen zu verlieren: Ilordau lieht feinen Ruf uon Cag zu Uag auf der ganzen Welt wachfen; eine edle, grofje Ausnahme, die uns mit der ülenfchheit uerföhnf. Sesare fiombroso h&£ritB&£a&i& WASSERTRAGENDE ARABERIN

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