Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 29 (16.7.1909)
- Date
- 1909-07-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3315709-3316349-3316381--52116-3345787- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vortrag die Ansprache Theodor Herzls an den Deutschen Kaiser vor, ferner eine Reihe jungjüdischer Gedichte und Talmudsprüche. Fräulein Elsa Winitzki rezitierte „Die Werkstatt" von Morris Rosenfeld sehr wirkungsvoll. Die Feier wurde gesanglich umrahmt durch jüdische Lieder, die von Herrn Messinger zu Gehör gebracht wurden. Am Schlüsse wurde die Hatikwah von allen Anwesenden mitgesungen. Den Mitwirkenden wurde reicher Beifall zuteil. Für den Herzlwald wurde eine Sammlung veranstaltet. Qalizien Storozynetz: Hier fand eine am 11. d. M. vom Verein „Poale Zion" veranstaltete Herzl-Trauerfeier statt. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Trauergäste durch den .Obmann des Vereins, Herrn Simon Lewin, hielt Rechtshörer Sokal (Czernowitz) die Trauerrede. Er verstand es, die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich zu lenken, und machte die Rede einen tiefen Eindruck. Für den Herzlwald sammelte Frl. Eva Luthinger. Gwozdziec: Donnerstag den 8. d. M. um 7 Uhr abends versammelten sich unsere Mitglieder im Vereinslokale, um sich dann korporativ in feierlichem Zuge in die große Synagoge zu begeben und das Andenken unseres verewigten Führers Dr. Herzl in würdiger Weise zu feiern. Die große Synagoge war von zahlreichen Bürgern erfüllt. Die von unsenn Präsidenten Herrn Julius Pauker gehaltene Gedenkrede machte auf sie einen ungewöhnlichen Eindruck. Unser vorzüglicher Sänger Herr S. Goldfeld trug das „El mole rachmim" vor, woran sich ein hebräisches Trauergedicht „AI mis Herzl", von den Schülerinnen unserer hebräischen Schule „Safa Berura" gesungen, anschloß. Mit dem Absingen der „Hatikwch" schloß die imposante Trauerfeier, bei welcher auch für den Herzlwald hübsch gesammelt wurde. Frankreich Paris: Die Misrachigruppe hier arbeitet rüstig und mit Umsicht. Gestern hatte sie wieder im Beth-Zion eine große Versammlung abgehalten, die einen glänzenden Verlauf nahm. Aus Anlaß der Jahreszeit Herzls gedachte der zweite Vorsitzende, Herr Bühler, unseres großen Führers in warm empfundenen ergreifenden Worten. Sodann ergriff der Referent des Abends, Herr Direktor Dr. Mirkin aus Antwerpen, das Wort zu einem großangelegten, P/ti Stunde währenden Vortrag über die Gegner des Zionismus. Alle Schattierungen von Gegnern mit ihren Argumenten ließ der gelehrte Redner Revue passieren, vom anarchistischen bis zum orthodoxen, und widerlegte sie schlagend und mit viel Geist. Speziell die orthodoxen Gegner wurden gründlich ad absurdum geführt. Die packenden Darlegungen des Redners waren öfters von spontanem Beifall unterbrochen. England Herzl-Jahrzeit Die English Zionist Federation arrangierte eine Jahrzeitfeier für Dr. Theodor Herzl in der neuen Synagoge Great St. Helen's am verflossenen Dienstag den 8. d. M., abends. Die Feier war sehr gut besucht, insbesondere wenn man in Betracht zieht, daß die meisten Juden des East End wochentags abends bis spät in die Nacht hinein hart zu arbeiten haben. Zionisten aus allen Teilen Londons waren zugegen, u. a. auch eine Abordnung von Schülern der Great Garden Street Talmud Thora. Die Feier wurde durch Chasan Goitein eingeleitet, die Trauerrede hielt Rev. Solomon Levy. Er erinnerte in interessanter Weise daran, daß er seinerzeit berufen war, den Vierten Kongreß, der bekanntlich in London stattfand, in der Synagoge zu begrüßen. Zum Schlüsse der Feier wurde eine Sammlung für den Herzlwald vorgenommen. Gedenkfeiern wurden auch veranstaltet von der East End Zion Association in der Great Garden Street Synagogue und vom Verein Alant Zion in der Cannon Street Road Synagogue. Es sprachen die Herren Dr. Daiches, Dr. Salkind, Dr. Melamed, Rev. Dr. Kohn- Zedek, Rev. Schulman und Israel Cohen. Überall wurde für den Herzlwald gesammelt Auch in Leeds, Manchester, Cardiff, Bristol, Tredegar usw. wurden Gedenkfeiern abgehalten. Bradford: Am Donnerstag Abend, den 8. d. Js. wurde ein feierlicher Jahreszeitgottesdienst in der Synagoge der „British and Foreign Jews" abgehalten zum ehrenden Andenken an unsern unvergeßlichen Leiter Dr. Herzl. Herr Rabbiner Dr. Strauß trug ein für den Zweck verfaßtes Gebet vor. Rumänien Eine ausgezeichnete Herzi-Nummer hat unser bewährtes Bruderorgan der „Curierul Israelit" ausgegeben. Die Nummer ist sehr reichhaltig und weist eine Fülle höchst interessanter Beiträge auf. Wir nennen aus dem Inhalt nur folgendes: Dr. A. Marmorek: Herzl und die Parteidisziplin, S. Labin: Herzls Werke, Dr. Slouschz: Die Entwickelungsgeschichte des Zionismus, Dr. Lippe: Die Bedeutung der Zionistenkongresse, Dr. Reich: Die innerpolitische Tätigkeit. Herr Präsident Wolffsohn gedenkt in warmen Worten der Bedeutung Herzl's und fordert zur Arbeit auf, von N. Sokolow stammt die Allegorie: Der Tod des Kapitäns, Dr. Moskowitz behandelt Herzl als Diplomaten, M. H. Schein ermahnt zur unermüdlichen Arbeit usw. usw. Die sehr gut ausgestattete Nummer macht dem verdienstvollen Eifer des Redakteurs, unseres bewährten Gesinnungsgenossen, Herrn M. Schweig, alle Ehre. Südafrika Das Exekutivkomitee der Südafrikanischen Zionistenfederation hat die Einrichtung von Shareklubs in die Hand genommen. Die Vereine entfalten bereits eine lebhafte Tätigkeit. Aus dem Jahresbericht der Dorshei-Zion-Association in Capstadt geht hervor, daß diese im verflossenen Jahre folgende Beiträge gesammelt hat: Jt 1500,— für den Nationalfonds, Jt 1600,— fürSchekel, 1700,— für Parteifonds, Jt 250,— für den Herzlwald. Sehr interessant ist ein Bericht, den die Herrn Hern und Isaacs über eine Reise durch das noch spärlich bewohnte Griqualand erstatten. In Modder River veranlaßten sie, daß 12 Mitglieder, das ist fast die ganze jüdische Gemeinde, dem zionistischen Vereine in Kimberley beitraten. Sie gewannen in der kleinen Stadt sechs Abonnenten für den „Zionist Reecord", verkauften fünf Aktien der Jüdischen Kolonialbank, stellten acht Nationalfondbüchsen auf und nahmen beträchtliche Spenden für den Nationalfonds entgegen. In dem kleinen Orte Fourteen Streams, wo nur eine jüdische Familie wohnt, wurde eine Nationalfondbüchse untergebracht, und der Hausherr veranlaßt, sich dem Verein in Kimberley anzuschließen. Ähnliche Erfolge erzielten die beiden Herren an andern kleinen Plätzen. Derartige Besuche kleiner Ortschaften zu zionistischen Zwecken wären auch den Organisationen in andern Ländern sehr zu empfehlen. Amerika Die Federation of American Zionists macht große Anstrengungen, um die Feier des 60. Geburtstages Dr. Max Nordaus zu einer imposanten zionistischen Kundgebung des ganzen Landes zu gestalten. Auch der Todestag Dr. Herzls wurde in ganz Amerika mit großer Hingebung begangen. Insbesondere wurde die Sammlung für den Herzl-Wald allenthalben eifrig aufgenommen. Herr Fromenson bereitet eine neue Propagandatournee entlang der Pazifikküste und durch den Südwesten Nordamerikas vor. Der jüdische Redner der Federation und ihr Sekretär beabsichtigen, die Städte der Provinzen Michigan und Ohio zu besuchen. Auch hat man die Herausgabe einer großen Anzahl von Propagandaschriften für die praktische Palästinaarbeit in Aussicht genommen. Bei der letzten Sitzung des Exekutivkomitees der Federation berichtete der Sekretär, daß er bei dem Vorsitzenden des Unterrichtsausschusses, Herrn Dr. J. H. Greenstone, wegen der Einberufung einer großen Konferenz zionistischer Lehrer vorstellig geworden sei. Das Exekutivkomitee billigte diesen Plan und empfahl, diese Konferenz während der Winterferien im Dezember 1909 abzuhalten. Das Exekutivkomitee war beim Aktionskomitee wegen der Verschiebung des Kongreßtermines auf Dezember vorstellig geworden, die ihm nicht praktisch erschien. Die vom Aktionskomitee gegebenen Aufklärungen, die den politischen Charakter dieser Verschiebung betonten, überzeugten indessen das Exekutivkomitee von der Richtigkeit des Vorgehens des A. C. Es wurde beschlossen, die vom Aktionskomitee gegebene Auskunft im Lande zu verbreiten, um den unrichtigen Darstellungen, die in der Presse über diese Angelegenheit zutage getreten waren, zu begegnen. Brief aus Konstantinopel (Von unserm Berichterstatter) Widersprüche Die Schul- und Sprachenfrage in bezug auf die Verhältnisse der Juden beschäftigt anscheinend die andern Nationalitäten mehr als die hiesigen Juden selber. Das ist der Grund, warum keine einzige jüdische Zeitung ein Wort darüber verliert, während sich die grie-