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Die Welt · 1909-07-16 · 29 (16.7.1909) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
29 (16.7.1909)
Date
1909-07-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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634 DIE3SKLT No. 29 höchsten Grade bedauernswert. Man hätte viele andere Formen des Protestes finden und insbesondere den ganzen Fall durch unparteiische Männer beurteilen lassen können, deren Urteil die so sehr sympatischen und wirklich zivilisierten Katraer Kolonisten sich sicherlich unterworfen hätten. Aber die sehr schwierige Aufgabe, die jüdischen Arbeiter in die Kolonien als natürliche und gesetzmäßige Erscheinung einzuführen, durfte nicht durch diese Sezession noch mehr erschwert oder vielleicht sogar für Katra für einige Zeit unmöglich gemacht werden. Hebräisches Gymnasium in Jaffa Jaffa, 28. Juni. Vor einigen Tagen fand hier die Generalversammlung der „Agudath Hagimnasia haiwrith b'Jaffo" statt. Da fast sämtliche Aktionäre des Vereins des Gymnasiums im Auslande wohnen, war die Anzahl der Teilnehmer der Generalversammlung eine sehr geringe. Herr Scheinkin erstattete Bericht über die materielle Lage, Dr. Metmann über die Ausgestaltung und Entwicklung des Unterrichts am Gymnasium. Das vorangegangene Schuljahr 5668 hat mit einem Defizit von über 2000 Frcs. abgeschlossen, ebenso waren am Schluß des ersten Schuljahres des Gymnasiums die Einnahmen um über 2000 Frcs. geringer als die Ausgaben. Die Fehlbeträge wurden jedesmal aus dem Reservefonds des Gymnasiums gedeckt. Das Schuljahr 5668 wies in Einnahmen und Ausgaben einen Etat von über 25000 Frcs. auf. Dagegen war für das laufende Jahr 5669 ein Etat von 32520 Frcs. in Aussicht genommen, und für das nächste Schuljahr 5670 ist ein Etat-Voranschlag von 35620 Frcs. von der Generalversammlung genehmigt worden. Die Lehrergehälter betragen im laufenden Schuljahre über 17000 Frcs., wozu noch eine Ausgabe von 3000 Frcs. für eine Studienreise (Vorbereitung für den Unterricht in den höhern Klassen) des Lehrers Dr. Bogratschoff hinzukommt Für das nächste Jahr rechnet man mit einer Ausgabe für Lehrergehäiter im Betrage von fast 23 000 Frcs. Die Gehaltsausgaben werden im nächsten Jahre sowohl durch Eröffnung einer neuen Klasse wie auch durch Erhöhung der Gehälter um 10 ° o infolge der teuren Lebensverhältnisse in Jaffa diese Erhöhung erfahren. Außerdem sollen in jedem der beiden Jahre 2000 Frcs. zum Assekurationsfonds der Lehrer geschlagen werden. x Die Haupteinnahmequelle des Gymnasiums bilden die von den Zöglingen gezahlten Schulgelder. Das Schulgeld brachte im Jahre 5668 über 10000 Frcs. ein, dürfte im laufenden ca. 12000 bringen und wird im zukünftigen Jahre (5670) auf 15 000 veranschlagt. An zweiter Stelle kommt für die Unterhaltung des Gymnasiums der durch Einzahlungen der Mitglieder des Gymnasiums auf ihre Anteile aufgebrachte Reservefonds. Es sind bis jetzt ca. 100 000 Frcs. Aktien gezeichnet worden, aber nur wenig mehr als der dritte Teil davon eingezahlt, so daß der Fonds nur ca. 35000 Frcs. beträgt. Es ist beschlossen worden, den Fonds auf 100000 Frcs. zu ergänzen, zu welchem Zwecke nach Schluß dieses Schuljahres die Herren Dr. Mossinsohn und Scheinkin eine neue Agitationsreise, unternehmen sollen. Die etatmäßig bewilligten Ausgaben des nächsten Jahres (5670) sind: Lehrergehälter............ 22920 Frcs. Lehrerassekuranz........... 2000 Sekretär............... 1200 „ Arzt................. 500 „ Bedienung.............. 1200 „ Wohnungsmiete . .......... 1000 Frcs. Möbel......... ........ 2000 „ Bücher und Unterrichtsgegenstände . . 3000 „ Unvorhergesehene und diverse Ausgaben 1800 „ Summe 35620 Frcs. Die Wohnungsmiete, welche im Vorjahre 3000 und im Jahre 5668 2500 Frcs. gekostet hat, ist nur mit 1000 Frcs. angesetzt, da man im Januar 1910 das aus der Stiftung des Herrn Moser im neuen Stadtviertel Achuzath Baith zu errichtende neue Schulhaus beziehen zu können hofft. Das Gymnasium wird gegenwärtig von 140 Kindern besucht, die sich nach dem Geschlechte und auf die einzelnen Klassen folgendermaßen verteilen: Schüler Schülerinnen 4 10 8 11 13 9 17 7 4\ 6/ 9 11 8 10 10 3 insgesamt 24 L Vorbereitungskurs Jvereinjgt III* I. Gymnasialklasse IL III. IV. Externe Summe 79 61 140 Im Laufe dieses Jahres haben 3 Kinder aus den Vorbereitungskursen und 3 Gymnasialzöglinge die Schule verlassen. 17 22 21 19 27 10 Eine Wasserleitung und elektrische Zentralanlage in Jerusalem Auch Jerusalem soll nun eine Wasserleitung und eine elektrische Zentralanlage bekommen. Wenigstens besteht, wie der „Deutschen Orient-Korrespondenz" berichtet wird, der Plan, das Wasser der Quellen bei Am Arrub nach Jerusalem zu leiten. Die Stadtverwaltung hat ein Gesuch um Konzessionierung der Wasserleitung schon vor mehreren Monaten eingereicht; auch von privater Seite liegt ein Konzessionsgesuch vor. Die Gesuche sind zur Entscheidung nach Konstantinopel weiter gegeben, wo sich jetzt das Ministerium der öffentlichen Arbeiten mit der Angelegenheit beschäftigt. — Weitere beim Ministerium eingereichte Konzessionsgesuche beziehen sich auf die Schaffung von elektrischen Straßenbahnen und elektrischen Beleuchtungsanlagen in Jerusalem und Jaffa. Moderne technische Anlagen sollen also in Jerusalem ihren Einzug halten; sie werden das Straßenbild Jerusalems vollkommen verändern und viel von dem eigenartigen Zauber beseitigen, der den so ganz „orientalisch" gestalteten Straßen der Stadt eigentümlich ist. Viele Verden es bedauern, daß das alte Jerusalem nun einen modernen Anstrich erhalten soll; aber zunächst ist zu bedenken, daß das orientalische Leben zu konservativ angelegt ist, als daß es durch elektrische Bahnen und Beleuchtungsanlagen wesentlich beeinflußt werden könnte. Dann aber wird jeder, der orientalische Städte selbst gesehen hat, zugestehen, daß der „Zauber" orientalischer Städte vielfach mit einer Beigabe von Schmutz und Gestank verbunden ist, deren Beseitigung aus hygienischen Gründen überall nur mit Freuden begrüßt werden kann. Auch Jerusalem wird nur gewinnen, wenn die Reinlichkeit in der Stadt mit Hilfe der Wasserleitung gehoben wird; in wirtschaftlicher Hinsicht wird die Stadt aus der den Verkehr erleichternden elektrischen Straßenbahn und der Beleuchtungsanlage nur Nutzen ziehen. Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 30, Juni 1909 abgelaufen war, ersuchen wir um gefl. unverzügliche Einsendung des Abonnementsbetrages. Die Zustellung der nächsten Nummer erfolgt nur an jene Abonnenten, die mit der Erneuerung des Abonnements nicht im Rückstände sind. Expedition „Die Welt"

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