Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 24 (11.6.1909)
- Date
- 1909-06-11
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Riga 1× ep/1000826
- Vilnius 1× ep/1000947
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Ortschaften aufgeführt, die an der Arbeit für den J. N. F. nicht teilgenommen haben, darunter waren auch neun größere Städte namhaft gemacht. Nun sind von diesen neun Städten acht bereits in unserer diesmaligen Ortschaftsstatistik vertreten, und bloß die Stadt Berditschew fehlt noch immer in der Reihe der für den N. F. tätigen Städte. Beachtenswert sind die Spendenziffern der Großstädte. Unter diesen nimmt Moskau mit 1675 Rbl. den ersten Rang ein. Hierauf folgen Warschau 1005 Rbl., Wilna 1015 Rbl., Odessa 876 Rbl., Lodz 828 Rbl., Petersburg 810 Rbl., Riga 350 Rbl. und Kiew 43 Rbl. Diese Beträge erschienen uns freilich in Anbetracht der Bedeutung obiger Städte und ihrer großen jüdischen Bewohnerzahl recht geringfügig, um so mehr, wenn wir sie mit den Spendeneingängen aus manchen kleinen, weltentrückten Ortschaften vergleichen. Es mag genügen, darauf hinzuweisen, daß z. B. das Städtchen Smorgoni 102 Rbl., der Ort Uschomir 123 Rbl. aufgebracht haben. Allein es muß berücksichtigt werden, daß die Tätigkeit des N. F. in den genannten Großstädten längere Zeit hindurch arg vernachlässigt war und erst seit kurzem wieder aufgelebt ist. Die Organisation der Arbeit in den Großstädten ist viel schwieriger und komplizierter als in den kleinefri Orten. Wir dürfen immerhin darauf rechnen, daß bei einigermaßen entsprechender Arbeitsleistung die Erträgnisse aus den Großstädten sich vervielfachen werden. Wenn wir bedenken, daß es z. B. in Warschau bereits 450 Personen gibt, die regelmäßig ihre Selbstbesteuerung abliefern, und daß in Lodz über 750 N. F.-Büchsen verteilt sind, die ordnungsgemäß in Evidenz gehalten und pünktlich geleert werden, so können wir ermessen, wieviel sich der N. F. von den Großstädten des Ansiedlungsrayons versprechen kann. Auffällig sind die geringen Erträge aus Sibirien. Dieses ausgedehnte Gebiet, in dem bisher alle nationalen Zwecke stets tatkräftige Förderung erfahren haben, lieferte uns diesmal bloß 11 tätige Ortsgruppen, welche 1108.88 Rbl. aufbrachten. Sowohl die Anzahl der Ortsgruppen als die erzielte Spendensumme ist auffallend gering. Die Ursache scheint uns erstens in den schwierigen lokalen Verhältnissen und zweitens darin zu liegen, daß es uns allen unsern Bemühungen zum Trotz nicht gelungen ist, einen geeigneten Agitator für dieses Gebiet ausfindig zu machen. Wir hoffen indessen, daß Sibirien in unserm nächsten Jahresberichte den ihm gebührenden Platz einnehmen wird. Das gleiche können wir auch in bezug auf Zentralasien und den Kaukasus sagen. Die Einnahmen des Nationalfonds aus den verschiedenen Spendenarten Wir wollen nun untersuchen, welche Arbeitszweige zugunsten des J. N. F. beim Publikum am meisten beliebt sind und daher dem Fonds am meisten eingebracht haben. Zu diesem Zwecke haben wir das Ziffernmaterial des vorliegenden Berichts gemäß folgender Tabelle angeordnet: Spendenarten und Sammelmittel Anzahl der Orte Ertrag °lo Rbl. | Kop. 1. Allgemeine Spenden........ 2. Golden-Buch-Eintragungen: a) Vollzahlungen...... 3875.59 b) Teilzahlungen...... 1708.46 3. Büchsensammlungen........ 4. Nationalfondsmarken........ 5. Ölbaumspenden.......... 6. Quittungsbüchlein......... 7. Selbstbesteuerung......... 8. Kaaroth.............. 9. Telegrammblankette........ 228 t 31 / 48 85 177 101 73 14 25 88 9102 j 5584 2366 2325 1983 1523 1106 751 295 59 05 91 46 57 Ol 97 20 36.3 | 22.3 9.5 V 9.3 7.9 6.1 4.4 3 1.2 25 038; 76 100 Die ergiebigsten Einnahmequellen sind also nach wie vor — vgl. unsern I. Halbjahresbericht — die allgemeinen Spenden und die Eintragungen ins Goldene Buch; sie umfassen nahezu 60 °/o der Gesamteingänge. Gestiegen sind die Erträge aus Büchsen und Büchlein sowie die Ölbaumspenden; hingegen hat sich der Erlös aus N. F.-Marken im Vergleich zum I. Halbjahr verringert. Die Eingänge aus der Selbstbesteuerung und der Kaaroth sind recht gefing. Die Golden-B uch-Spenden weisen gegenüber den frühern Jahren einen Rückgang auf; immerhin übersteigen sie 22 °,o der Gesamteinnahmen. Da zahlreiche ältere Golden-Buch-Konti, gemäß der Ankündigung des Hauptbureaus, Ende Juni d. J. erlöschen, ist zu erwarten, daß die Teilzahlungen fürs Goldene Buch — zum Zwecke der Vervollständigung der fälligen Konti — sich in den nächsten Monaten erheblich mehren werden. Die Erträgnisse der N. F.-Büchsen weisen eine konstante Steigerung auf und müssen naturgemäß immer mehr steigen. Im I. Halbjahr 1908 haben wir 2400 Büchsen nach 140 Städten versandt, Gegen Ende des Berichtsjahres ließen wir weitere 5000 Büchsen anfertigen, und kaum hatten wir dies öffentlich bekannt gemacht, als uns aus allen Gegenden Rußlands massenhaft Bestellungen zukamen. Bis zum Ende des Jahres hatten wir weitere 863 versandt, und seither verschicken wir nahezu täglich größere Quantitäten. Bis jetzt befinden sich in 202 Orten Rußlands 7000 Büchsen nach dem Muster der vom Kölner Hauptbureau angefertigten. Außerdem wurden früher 857 sogen. Moskauer (sechseckige) Büchsen verteilt. Hierzu kommen die seinerzeit vom Wilnaer Zentralkomitee verschickten Büchsen sowie die Sammelbüchsen, die einzelne Gesinnungsgenossen in verschiedenen Orten herstellen ließen. Die Gesamtzahl der in Rußland untergebrachten Büchsen beläuft sich also auf ungefähr 10 000. Der Bedarf ist damit noch lange nicht gedeckt. Bei der Versendung von Büchsen fügen wir jedesmal die vom Kölner Hauptbureau herausgegebenen Evidenzhaltungshefte und Quittungsbüchlein für die Büchsenleerung bei. Auch haben wir ein Flugblatt über Büchsensammlungen herausgegeben und allen Vereinen zugesandt. Wie aus den obigen Darlegungen hervorgeht, haben wir in bezug auf die Verteilung der N. F.-Büchsen große Fortschritte gemacht; leider können wir von der Leerung der Büchsen nicht das gleiche sagen. Wir haben im Sinne der Instruktionen des Kölner Hauptbureaus unsern Vertrauensmännern eine halbjährliche Leerung der Büchsen zur Pflicht gemacht. Viele Gesinnungsgenossen sprachen uns gegenüber sogar die Meinung aus, daß der Ertrag der Büchsen um so höher sein werde, je öfter die Leerungen vorgenommen würden. Wir pflichten dieser Ansicht vollkommen bei, vorausgesetzt, daß in den betreffenden Orten die erforderlichen Kräfte für die Leerung vorhanden sind. Leider gibt es jedoch Orte, wo die Büchsen im verflossenen Jahre nicht ein einziges Mal geleert wurden. In andern Orten wurde mit 'der Leerung wohl begonnen, dieselbe jedoch nicht zu Ende geführt. Unter diesen Umständen können wir auch nicht annähernd abschätzen, wie hoch ^sich künftig der jährliche Ertrag der Büchsensammlungen stellen dürfte. Wir können nur ganz allgemein sagen, daß dieser Ertrag, falls unsere Gesinnungsgenossen hinsichtlich der regelmäßigen Leerung ebenso eifrig sein werden wie hinsichtlich der Verteilung, ohne Zweifel unvergleichlich höher sein wird als bisher. Die mit der Verteilung und Leerung der Büchsen verbundene Arbeit, von der unsere lokalen Vertrauensmänner in den letzten Monaten überaus in Anspruch genommen waren, machte uns einstweilen eine straffere Organisation der Selbstbesteuerung unmöglich. Die Organisation beider Arbeitsgebiete konnte nicht zu gleicher Zeit in Angriff genommen werden. Inzwischen sind uns jedoch verschiedene bedeutsame Tatsachen bekanntgeworden, die geeignet sind, zur Klärung der Frage beizutragen, ob die Selbstbesteuerung eine Zukunft hat und welcher Platz ihr in unserm Arbeitsplan zukommt. Die erwähnten Tatsachen sind nicht durch uns geschaffen worden, sondern traten durch die eigene Initiative unserer lokalen Vertrauensmänner in die Erscheinung. Wir wollen hier einige Beispiele anführen. In Warschau gibt es heute 450 Personen, die allmonatlich regelmäßig ihre Selbstbesteuerungsbeträge abliefern, und die Zahl der Selbstbesteuerten wächst von Tag zu Tag. — Aus dem kleinen Orte Petrowsky Sawod sind uns im Laufe des Berichtsjahres 89.75 Rbl., aus dem Städtchen Uschomir 123 Rbl. an Selbstbesteuerungsgeldern zugekommen. Diese und ähnliche Tatsachen haben uns überzeugt, daß die Institution der Selbstbesteuerung überaus entwicklungsfähig ist und daß wir mit ihr als einer ständigen Einnahmequelle des J. N. F. sehr wohl rechnen können. Endlich möchten wir noch auf zwei Einkunftsquellen hinweisen, deren pekuniäre Bedeutung zwar gering ist, die uns aber in agitatorischer Beziehung sehr wertvoll erschienen, nämlich auf die Ansichtskarten und Briefbogen des J. N. F. — Wir haben zweierlei Ansichtskarten verkauft: die vom Kölner Hauptbureau herausgegebenen und die des Verlages „Libanon". Die Nachfrage war sehr rege, insbesondere vor Rosch-Haschonoh, wo wir 15 000 Stück absetzten. Die Kollektion des „Libanon" war, als sie in den Besitz des J. N. F. überging, sehr dürftig. In nächster Zeit werden wir sie durch neue Muster und durch eine Neuauflage der alten Sujets bereichern. Bestellungen auf Ansichtskarten sind uns aus