Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 24 (11.6.1909)
- Date
- 1909-06-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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177 Orten zugekommen. Die Briefbogen des J. N. F. erfreuen sich in weiten Kreisen großer Beliebtheit; wir haben bis jetzt 27 130 Stück abgesetzt. Auch die Formulare für Glückwünsche und Beileidsbezeugungen finden eine immer größere Verbreitung. Der bisherige Absatz beläuft sich auf ca. 3000 Exemplare. Die Ausgaben der N. F.-Verwaltung Wir gehen nun zum zweiten Teile unseres Berichtes über, zu dem sehr wichtigen Kapitel der Ausgaben unserer Sammelstelle. Über die Ausgaben der N. F.-Verwaltung ist bereits viel gesprochen worden, und einzelne Gesinnungsgenossen haben die Verwaltungskosten zu hoch gefunden. Bei näherer Betrachtung erweist sich diese Anschauung jedoch als durchaus ungerechtfertigt. Die Einnahmen des Fonds setzen sich im großen und ganzen aus kleinen Spendenbeträgen zusammen, zu deren Sammlung und Einziehung eine unablässige Propaganda, genaue Kontrolle und Buchführung und eine planmäßige Organisation erforderlich sind, — Dinge, die viel Geld kosten, die sich jedoch als sehr fruchtbringend erwiesen haben. Der Nationalfonds ist hinsichtlich seiner Verwaltungskosten sparsamer als irgendeine ähnliche öffentliche Institution, die uns bekannt ist. Unsere Ausgaben bezifferten sich in der Berichtszeit auf 3990 Rbl., d. i. weniger als 16 ° o der Einnahmen, die sich auf 25 038 Rbl. beliefen. Die Arbeiten, die mit der ersten Einrichtung unserer Sammelstelle verbunden waren, erforderten sehr beträchtliche Kosten. Laut unserm Etatsvoranschlag für das Jahr 1909 wird der gleiche Betrag nunmehr für ein volles Jahr, nicht für 10 Monate, ausreichen, und da wir bestimmt erwarten, daß die Spendeneingänge in diesem Jahre auf mindestens 40 000 Rbl. anwachsen werden, so werden die Ausgaben 10 ° o der Einnahmen sicherlich nicht übersteigen. Als Beweis für die verhältnismäßig geringe Höhe unserer Verwaltungskosten mögen uns folgende Ziffern dienen, die wir den Rechenschaftsberichten anderer jüdischer Organisationen entnehmen: Die Moskauer Filiale des „Vereins zur Verbreitung von Bildung unter den Juden,Rußlands", deren Einnahmen sich auf eine einzige Stadt konzentrieren und die gar keine Propaganda betreibt, braucht für die bloße Einhebung und Verwaltung der Gelder 9°/o ihrer Gesamteinnahmen auf. Der „Hilfsverein der deutschen Juden", dessen Einnahmen aus Jahresbeiträgen (abgesehen von großen außerordentlichen Zuwendungen) im Jahre 1907 143817 betrugen, gab für Verwaltungskosten, Agitation, Reisespesen usw. 32 147 Ji, d. h. 22,3% aus. Das Odessaer Palästinakomitee der Chowewe Zion, dessen Einkünfte wie die unsern aus ganz Rußland zusammenfließen, und das eine ausgedehnte Agitation durch Versendung von Rundschreiben, Aufrufen, Instruktionen usw. entfaltet, gibt etwa 35 °/o für die Einziehung der Gelder und Verwaltungsspesen aus; einer dreijährigen Einnahme von 116 559 Rbl. stehen nämlich Ausgaben im Betrage von 39 841 Rbl. gegenüber. Nach alledem müssen wir unsere Verwaltungskosten in Höhe von 10°/o oder Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Osterreich: (Adresse: Wien IX, Türkenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 17.—24. v. M. eingegangen und in Nr. 22 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 394.02 Selbstbesteuerung................ „ 183.20 Sammelbogen..................„ 48.18 Büchsen.....................„ 363.06 Summe Kr. 988.46 Ji 840.20 selbst 15°/o, wenn wir die Berichtszeit ins Auge fassen — als sehr mäßig, ja minimal bezeichnen. Wir haben bei diesem Punkte etwas länger verweilt, weil innerhalb unserer Organisation unklare Vorstellungen hierüber vorherrschen. Es ist selbstverständlich, daß auch uns jeder Pfennig des N. F. teuer ist. Allein es darf nicht übersehen werden, daß alle diese Ausgaben ohne Zweifel notwendig und nutzbringend sind. Nur die Feinde des Fonds könnten uns raten, einem fruchtbaren Boden das erforderliche Saatgut vorzuenthalten. Von den einzelnen Zweigen der Verwaltungskosten wollen wir zunächst die Ausgaben für Propaganda näher betrachten. Diese haben nahezu ein Drittel unseres Budgets verschlungen, obgleich wir uns auf eine Agitation durch Briefe und Druckschriften beschränken mußten. Wir standen mit 510 lokalen Sammelstellen im Briefwechsel, empfingen im Laufe von zehn Monaten 2510 Briefe und versandten 2486 Briefe und 866 Pakete. Wir gaben fünf Zirkulare heraus, drei allgemeine und zwei, die die Ansichtskarten und Büchsen behandeln. Unser zweites Zirkular enthält eine genaue Geschäftsanweisung für die Vertrauensmänner des J. N. F. Dieses Zirkular wurde in 3000 Exemplaren verbreitet, die übrigen Zirkulare in je 2000 Exemplaren — 1000 in hebräischer und 1000 in russischer Sprache. Ferner haben wir zwei Flugschriften im Jargon herausgegeben, eine allgemeine („Was kann und soll jeder Jude für den J. N. F. tun?"), die in 37 000 Exemplaren verbreitet wurde und von der demnächst eine Neuauflage erscheint, und ein Chanukahflugblatt in einer Auflage von 15000 Exemplaren. Auch haben wir eine kleine Broschüre im Jargon von L. Berger in der „Kopekenbibliothek" erscheinen lassen, von der nahezu 20000 Exemplare abgesetzt wurden. Von der durch uns herausgegebenen russischen Ubersetzung der Statuten des J. N. F. wurden 900 Exemplare verkauft. Außerdem verkauften wir in geringeren Mengen die seinerzeit vom Wilnaer Z.-K. herausgegebenen Broschüren „Was ist und will der J. *N. F." (hebräisch und Jargon), „Geulath Haarez" und „Keren Kajemeth". Nächstens erscheinen: 1. eine Broschüre in russischer Sprache über ,;Ziele und Organisation des J. N. F."; 2. das Flugblatt „Was kann und soll . . ." usw. in russischer Bearbeitung; 3. ein spezielles Flugblatt im Jargon über die Organisation der Büchsensammlungen. Ferner erscheint gleichzeitig mit dem vorliegenden Rechenschaftsbericht eine Broschüre von Dr. E. W. Tschlenow „Die Tätigkeit des J. N. F. in der Vergangenheit und in der nächsten Zukunft". Zum Schlüsse enthält der Bericht der russischen Sammelstelle eine genaue, nach Sammelmitteln geordnete musterhafte Ortschaftsstatistik, aus der die einzelnen Spendensummen sämtlicher beteiligten 510 russischen Orte klar ersichtlich ist, ferner eine sehr instruktive allgemeine Gouvernementsstatistik. Letztere werden wir in der nächsten Nummer der „Welt" veröffentlichen. Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Kroatien, Slawonien und Bosnien: (Adresse: Zionistischer Verein „Theodor Herzl", Osijek [Slawonien]. — Publikationsorgan: „Zidovska Smotra", Osijek.) Vom 15. April bis 15. Mai d. J. eingegangen und in Nr. 10 der „Zidovska Smotra" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 54.44 Selbstbesteuerung...............„ 8.50 Sammelbogen..................„ 43.44 Büchsen.....................„ 41.02 Summe Kr. 147.40 Ji 125.29 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland: (Adresse: Dr. E. W. Tschlenow, Moskau, Mjasnitzkaja, Juschkow Per., Haus „Rossija".— Publikationsorgan: „Rasswjet", St. Petersburg.) Vom 4.—11. Mai a. St. eingegangen und in Nr. 20 des „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Rbl. 75.11 Sammelbogen (russische)............... 22.11 Büchsen......................„ 100.87 Goldenes Buch (Vollzahlungen)*) . . . ......„ 295.— Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 127.58 Summe Rbl. 620.67 Ji 1340.65 *) Siehe die Rubrik. »Eintragungen ins Goldene Bucht, Nr. 3065—3067.