Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 24 (11.6.1909)
- Date
- 1909-06-11
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 24 DIE^EELT 535 J^X( JuepiscHeR matiqhalfqmds Der Jüdische Nation al fonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Cresa Miteigentum des jüdischen Volkes zuerwerben nud auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom V. Zinn ist enkongreß im Jahre 1901 gestiftet, besitzt er gegenwärlig ein Vermögen von annähernd l2js Millionen Mark, MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Bericht der Sammelsteile des Jüd. Nationalfonds für Rußland über ihre Tätigkeit vom i. März 1908 bis i. Januar 1909 Der verdienstvolle Leiter unserer russischen Landessammelstelie, Herr Dr. Tschlenow in Moskau, veröffentlicht soeben einen überaus interessanten ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Sammelstelle seit ihrer Begründung im März v. J. bis zum 1. Januar d. J. Im nachfolgenden reproduzieren wir den wesentlichen Inhalt dieses Berichtes, der als schön ausgestattete Broschüre in hebräischer Sprache erschienen ist: „Der vorliegende Rechenschaftsbericht umfaßt einen Zeitraum von 10 Monaten. Obgleich dies eine kurze Spanne Zeit ist, kann man doch schon klar erkennen, wie richtig es war, die Organisation des Nationalfonds in Rußland von den übrigen Zweigen der zionistischen Tätigkeit zu trennen und ein eigenes Bureau für dieselbe einzurichten. Durch die Austeilung besonderer Kräfte für die N.-F.-Arbeit wurde es möglich, eine energischere Tätigkeit für den N.-F. zu entfalten. Dies hatte ein lebhafteres Interesse seitens des Publikums zur Folge, und daraus ergab sich naturgemäß eine Erhöhung der Einnahmen des Fonds, welche in der Berichtsperiode bis zu 70 0 0 stieg. Allgemeine Übersicht der Eingänge Eine allgemeine Übersicht über die Einnahmen des N.-F. in Rußland in der Berichtsperiode im Vergleich zu frühern Jahren und zu andern Ländern bietet folgende Tabelle: Zeitraum Anzahl der Monate j Eingänge des J.N.F. insgesamt ' ans Rußland °/o rt rt t;. c 5 " 2f. £ Januar 1902 bis. . . August 1903 .. . 19 £ 19 561 ,£ 12 323 63 °/o Rbl.6181.- August 1903 bis. . . Juli 1905 ..... 23 „ 24 443! „ 12 430 51 °/o „ 5134.— Juli 1905 bis .... Juli 1906 ..... 12 „ 10 744; „ 3 991 37 0 0 „ 3160.— November 1906 bis . j November 1907*) . 12 --- „ 1 966 — „ 1556.— Januar 1908 bis. . . JaHuar 1909 . . . 12 „ 13 451 „ 3 325 25 °/o „ 2632.— Die letzte Reihe der obigen Tabelle enthält die Eingänge des ganzen verflossenen Jahres und nicht der 10Monate der Berichtsperiode, weil uns dies den Vergleich zu den üesamteingängen des *) Dieser Zeitraum war eine Übergangsperiode für den J. N. F. Um diese Zeit wurde nämlich die Verwaltung des J. N. F. nach Köln verlegt. Eine Zusammenstellung der Eingänge aus dieser Zeit ist nicht erschienen. Unsere Ziffern entnahmen wir den Mitteilungen des zionistischen Zentralkomitees für Rußland, die im »Rasswjet« veröffentlicht Avaren. Fonds sowohl jetzt als für die Zukunft erleichtert. Aus obiger Tabelle geht hervor, daß die Mehreinnahmen des Fonds in Rußland im Jahre 1908gegenüber dem vorhergehenden Jahre 70 "0 betrugen. Auch im abgelaufenen Jahre nimmt Rußland unter allen Ländern, in denen für den N. F. gesammelt wird, den ersten Platz ein, allein der Vorsprung war diesmal geringer als in frühern Jahren. Einerseits hat die Tätigkeit für den N. F. in andern Ländern, insbesondere in Österreich, einen großen Aufschwung genommen, anderseits war unsere Arbeit in Rußland nicht intensiv genug, wie eine Gegenüberstellung der einzelnen Vierteljahresergebnisse deutlich beweist. Das erste Quartal des Jahres 1908 kommt hierbei nicht in Betracht, weil das Zentralbureau in Wilna, welches damals noch die Geschäfte des N. F. in Rußland besorgte, die eingegangenen Gelder nicht aliwöchentlich wie unser Bureau abführte, sondern in unbestimmten Zeiträumen. Infolgedessen sind in den Beträgen des ersten Quartals Gelder enthalten, die bereits in den letzten zwei Monaten des Jahres 1907 eingegangen waren. In den drei übrigen Quartalen gingen aus Rußland folgende Spendenbeträge ein : 15. "März bis 17. Juli WochenausweisNr. 2—-13Rbl. 5303.53 17. Juli bis 16. September „ „ 14 -25 „ 8485.97 16.;September bis 15. Dezember „ „ 26—37 „ 10510.33 Da im 4, Quartal keinerlei außerordentlichen Hingänge oder Zuwendungen zu verzeichnen sind, so können wir zuversichtlich hoffen, daß das Erträgnis des Jahres 1909 die Summe von Rbl. 40O0O. — jedenfalls erreichen, wenn nicht übersteigen wird. Und in der Tat eroeben die bisherigen sieben Wochenausweise des Jahres 1909 Rbl. 6092.—, d." h. Rbl. 870.— wöchentlich. Die Tätigkeit für den J. N. F. in den verschiedenen Orten Als wir die Landessammelstelle übernahmen, legten wir ein Verzeichnis von mehr als 1000 Adressen an, an die wir uns mit einem Aufruf wandten. Dieser erste Aufruf fand lebhaften Widerhall; wir erhielten "ca. 400 Antworten. Gegenwärtig belauft sich die Zahl der Orte, mit denen wir in ständigem Verkehr stehen, auf etwa 500. Dies ist eine sehr ansehnliche Zahl. Das Odessaer Palästinakomitee, das auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken kann, zählt auch nicht mehr als 700 Ortsgruppen. Die Verteilung der einzelnen Orte, mit denen wir verkehren, auf das Gebiet des russischen Reiches ist jedoch eine sehr ungleichmäßige. Wir haben eine genaue Statistik der Spendeneingänge nach Gouvernements und Ortschaften angelegt, die überaus lehrreich ist. Neben dem Gouvernement Grodno, wo aus 16 Ortschaften 1873 Rbl. eingegangen sind, oder dem Gouvernement Bessarabien, welches aus 18 Ortschaften 1705 Rbl. aufgebracht hat, neben den Gouvernements Wolhynien und Minsk, die die größte Anzahl tätiger Ortsgruppen (26 und 25) umfassen, welche insgesamt 1116 Rbl. bzw. 1224 Rbl. abgeliefert haben, finden wir Ziffern, die uns in Erstaunen versetzen. So sind aus dem Gouvernement Tschernigow bloß 136 Rbl., aus den Gouvernements Kieice und Lublin je 50 Rbl., Smolensk 77 Rbl. und Radom gar nur 3 Rbl. (!!) eingegangen. Aus dem Gouvernement Saratow empfingen wir 577 Rbl., aus dem Gouv. Woronesli 325 Rbl., das benachbarte Gouv. Samara hat gar nichts abgeliefert und das Gouv. Kasan im ganzen 41 Rbl. Freilich sind die Bedingungen für eine gedeihliche Arbeit nicht überall gleich, und die verschiedenen Bedingungen üben naturgemäß eine Rückwirkung auf die Höhe des Eingangs, allein für derart krasse Unterschiede gibt es eben nur eine Erklärung: hier wurde gearbeitet, dort nicht. In der Tat gibt es keinen Ort, der auf einen energischen Appell nicht reagieren würde, wie die folgende Tatsache beweist: In dem Rechenschaftsbericht über das I. Halbjahr unserer Tätigkeit, den wir im September v. J. veröffentlichten, war eine Anzahl von