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Die Welt · 1909-06-11 · 24 (11.6.1909) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 24 DIE^ELT 533 „Der edle Gedanke, der diese kräftige turnende Jungmannschaft geleitet", so schließt der „StambuP seinen Bericht, „wird seine glücklichen Konsequenzen haben. Die jüdischen jungen Leute Adrianopels, ganz unter dem mächtigen Eindruck der Kraft und Beweglichkeit ihrer bulgarischen Kameraden, haben sich sofort ans Werk gegeben, um auch in ihrer Mitte einen jüdischen Turnverein ins Leben zu rufen." Die Veranstalter des Ausfluges können mit den Ergebnissen zufrieden sein. Die bulgarischen Turnvereine sind sämtlich zionistisch. Sie planen für den Hochsommer eine neue großangelegte Turnfahrt in alle großen Städte der Türkei, die starke jüdische Bevölkerung haben. Ob sich dieser Plan realisieren wird, das hängt von der weitern Gestaltung der politischen Verhältnisse in der Türkei, von der Fortdauer oder der Aufhebung des Belagerungszustandes in Konstantinopel und ähnlichen Faktoren ab. Hoffentlich wird er sich etwas früher oder später realisieren lassen. Der Zionismus in der Konstantinopeler Presse Salonik hat das französische Tagblatt „Journal de Salonique", dessen Redaktion zionistisch gesinnt ist, und die bedeutende jungtürkische Zeitung „Jeni Asr", die zionistischen Publikationen sich nicht verschließt. Wir in Konstantinopel sind noch nicht so glücklich. Was hier bisher in der Presse vom Zionismus erschienen, ist alles andere, nur nicht für uns erfreulich. Wahllos wird in ihre Spalten aufgenommen, was etwa aus der großen Pariser Presse zufällig als Ausschnitt auf ihren Redaktionstisch fliegt. Und enthält es nur irgend eine tönende Phrase, die unter Berufung auf den türkischen Einheitspatriotismus den Zionismus abtut, so ist es erst recht herzinnig willkommen. So ward uns in voriger Woche ein Abdruck eines unsympathischen Artikels aus der „Revue des deux /Mondes" beschert, und so haben wir in dieser Woche einen Abklatsch des „Temps" über Territorialismus und Zionismus. Diesmal liegt der Fall nicht so schlimm; der Artikel ist wenigstens nicht denunziatorisch. Aber von irgend einem Schmierfink des Boulevard abgefaßt, dem die „Bewegung" ohne Ziel, Organisation und Anhänger zu Kopfe stieg, hebt er den Territorialismus hoch über den Zionismus, ohne offenbar von einem von beiden eine Ahnung zu haben. Unsere Kolonialbank heißt nach ihm „Jewish Colonial Bank", und der Führer des Territorialismus heißt Monsieur Dawidowitsch. Die letzte Rede Zangwills in London hat auf einem „zionistischen" Meeting stattgefunden; die territorialistische Erforschungskommission hat ihren Bericht über Mesopotamien schon geliefert; eine Expedition war nicht nur nach CyrenaTka, sondern auch nach Patagonien ausgesandt, und ihre Berichte werden auf dem großen Meeting zu Wien am 10. Juni, der an anderer Stelle Kongreß heißt, verkündet werden. Dort wird sich endlich endgiltig die Frage entscheiden, „die Frage des Zionismus selbst: Palästina oder Mesopotamien." Ein schöner Unsinn. Der Artikel sagt, Monsieur Dawidowitsch sei gerade in Paris. Weiß er vielleicht, was im „Temps" steht? —- Brief aus Palästina (Von unserm Berichterstatter) Organisation der Jaffaer Gemeinde Die Arbeiten nach dieser Richtung gehen vorwärts. Auf mehreren Versammlungen wurden bereits von Sephardim und Aschkenasim die übereinstimmende Resolution gefaßt, eine einheitliche, sämtliqhe Schichten der jüdischen Bevölkerung Jaffas umfassende Gemeinde zu bilden. Auch die Vertreter des ältern, weniger mobilen Bürgertums sahen sich durch diese Bewegung veranlaßt, eine Aktion wegen der Errichtung einer ständigen Gemeindeleitung aufzunehmen. Leider sind hier auch separatistische Tendenzen zu Tage getreten, die eine gesonderte Organisation der orthodoxen Familien mit Ausschluß aller progressiven Elemente bezwecken, wiewohl letztere sich absolut keinen Eingriff in das religiöse Leben gestatten, absolute Toleranz verlangen und für eine gemeinschaftliche Organisation deshalb eintreten, um erfolgreich die gesamten jüdischen Interessen wahrnehmen zu können. Abschiedsabend für Bialik Jaffa, den 25. Mai 09. Gestern wurde vom. hiesigen Lehrerverband zum Abschied von Bialik ein literarischer Abend veranr staltet. Bialik las eine noch ungedruckte längere Erzählung vor, die in einer russischen Kleinstadt spielt und ein russisches Mädchen zur Hauptheldin hat. Trotz vieler auffallender literarischer Vorzüge fand die Erzählung ihres fremden Milieus wegen bei einer großen Zahl der Zuhörer keinen Gefallen. Herr Scheinkin hielt es für richtig, seinem Unwillen darüber, daß Bialik zum Abschiede von Palästina kein Stück palästinensisch-jüdischen Inhalts gefunden habe, in einer heftigen Ansprache zum Ausdruck zu bringen. Die Mehrzahl des Publikums ließ ihn jedoch seine Ansprache nicht zu Ende halten. Der ganze Abend war nicht besonders gelungen. Eine zweite Schekelversammlung hat hier stattgefunden, und ein neues Komitee zum eifrigen Einsammeln von Schekeln gebildet. Selbstmord eines jüdischen Kolonisten Rischon le Zion, 26. Mai 09. Ein sehr beklagenswerter Vorfall ereignete sich in unserer Kolonie. Der Kolonist Benjamin Fein erschoß sich infolge schlechten Familienlebens durch einen Schuß aus seinem Gewehr in seinem Garten. Fein gehörte zu den ersten Pionieren unserer Kolonisationsbewegung und setzte sich seit vielen Jahren mit großem Eifer für die Verbreitung von palästinensischen Ethrogim ein. Ekron, den 27. Mai 09. Kaum ist die Arbeit der Sommersaat zu Ende, als bereits der Schnitt in vollem Umfange eingesetzt hat. Seit 10 Tagen etwa sind wir mit dem Schnitt beschäftigt und die Gersten-, Bohnen- und Erbsenernte haben wir bereits beendigt. Es scheint, der unserm Lande verheißene Segen in Erfüllung zu gehen, daß die Saat die Ernte, und die Ernte die Saat erreicht. Das Getreide ist sehr schön ausgefallen, unsere einzige Sorge ist nur, bei der Abschätzung des Oschers keine übermäßigen Schwierigkeiten vorzufinden. Besuch des Paschas Rischon le Zion, 28. Mai 09. Der Jerusalemer Generalgouverneur Subhi-Bey besuchte auf seiner Reise nach Gaza unsere Kolonie und nahm im Administrationsgebäude Wohnung. Er besichtigte eingehend die Einrichtung unseres Kellers und die Wein - Pflanzungen und sonstigen Plantationen unserer Kolonie. Jaffa, 25. Mai 09. Auch in Judäa sind in einigen Kolonien, wie Rischon, Wadi-Chanin, Rechowoth, Pethach-Tikwah kleinere Diebstähle, Schädigungen von Pflanzungen und kleinere Zusammenstöße mit vorüberziehenden Beduinen in den letzten Tagen vorgekommen. Die Regierungsorgane schritten jedesmal energisch und erfolgreich ein und bestraften die Missetäter gebührend. PARTEIFONDS Beim Jewish Colonial Trust, London, eingegangen: Sammlung der Federation of American Zionists, New York: Cleveland, O., per Zionist Council: H. Simon, D. J. Simon, Max Simon, Miss M. Winograd ä $ 1.—, M. Schiebel, Miss Goldstein ä—.50; Pittsburg, Pa.: Zionist Council: H. M. Snitzer, M. Rackoff, H. Rabinowitz, Q. Stern per Samuel Hankin ä 1.—............zus. $ 9.— Sammlung des Niederländischen Zionistenbundes: Von der Ortsgruppe Haag.................Fl. 29.75 Sammlung der Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds, Essek: Max Lederer, Marko Lang, Dr. Ziga Baum, Julio Spitzer, Isidor Bauer, Emil Eichhorn, sämtlich in Brod ä Kr. 5.—................Kr. 30.-- Beim Zionistischen Zentralbureau, Köln, eingegangen: Sammlung der Federation of Zionist Societies of Canada: Gesammelt bei der Brith Millah, Sohn des IsaacKirschberg Montreal $ 10.—, Bnai Zion Kadimah, Montreal, von 23 Spendern 57.55, H. Lang, Montreal 3.—, Elias Maur, Montreal 2.—, J. H. Waldman, Montreal 15.—, Max Gelbman, Montreal 13.—, M. B. Steine, Montreal 10.—, Har Zion Society of Port Arthur and Fort William 15.—, Young Men's Zion Association of Ottawa 25.—, Harris Vineberg, Montreal 50.—, Ottawa Daughters of Zion 12.—, S. Haskeil, Montreal 15.—, Montreal Daughters of Zion 60.—, ZionistSociety of Kingston 23.75, Committee of Young Men's Zion and Daughters of Zion Societies of Ottawa 5.—, Agudath Zion Society of Montreal 25.—, zwei Mitglieder B'nai Zion Kadimah of Montreal 2.—, B'nai Israel Zion Society of Winnipeg 10.—, Ottawa Daughters of Zion 25—, Sol Kellert, Montreal 25.—, zus. $ 403.30

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