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Die Welt · 1909-06-11 · 24 (11.6.1909) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Ansiedlungswerks und der Wiederaufforstung Palästinas bedeuten, sondern uns auch die Mittel schaffen, um auf die kulturelle Förderung des Landes Einfluß zu nehmen und so ein vom Zionismus bisher gar zu sehr vernachlässigtes Gebiet in Pflege zu nehmen. Wir richten daher an euch die Mahnung: veranstaltet an Herzls Todestag nicht nur Gedenkfeiern, in denen ihr euch selbst und eure Freunde an dem hohen Beispiel erheben, aufrichten und stärken möget, sondern sammelt auch unablässig für den Herzlwald, auf daß er — ein fast unvergängliches Denkmal für den toten Führer auf heimatlicher Erde — recht bald in Erez Israel erblühe und mit seinen lebendigen Kräften unser Ideal verwirklichen helfe. Entziehe sich keiner dieser Pflicht! Seid eingedenk eurer Schuld an Theodor Herzl, eurer Schuld an das jüdische Volk! Verein „Ölbaumspende" (E.V.) Prof. Dr. 0. Warburg, Vorsitzender | Rechtsanw. Dr. A. Hantke, stellvertr. Vorsitzender Bertrand Hamburg, Schatzmeister j Dr. Hans Gideon Heymann, stellvertr. Schatzmeister David Wolffsohn Ing. Joh. Kremenezky Dr. M. Bodenheimer Dr. S. Soskin P. S. Im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung wolle man einzelne Spenden weder an den Vorsitzenden noch an den Schatzmeister unseres Vereins, sondern ausschließlich an die Sammelstellen des Jüdischen Nationalfonds senden. Die judischen Zeitungen werden um vollinhaltlichen Abdruck des heutigen Aufrufs gebeten! Aus Anlaß der Wiederkehr des 20. Tamuz sind für den Herzlwald folgende Spenden eingegangen: David Wolffsohn, Köln (Rh.) . . . Prof. Dr. O. Warburg, Berlin . . Rechtsanw. Dr. Arthur Hantke, Berlin Bertrand Hamburg, Berlin . . . . Dr. Hans Qideon Heymann, Berlin . Dr. M. Bodenheimer, Köln (Rh.) . . Ing. Johann Kremenzky, Wien . . 10 Bäume Ji 60. 10 10 10 10 10 10 60, 60, 60.- 60, 60, 60, „WEHE UBER DIE HIRTEN!" Wenn je, dann hat dieser zornige Prophetenruf seine volle Berechtigung für die Gegenwart. Während wir nicht müde werden, darauf hinzuweisen, daß es heute für uns Juden gilt, uns in der gemeinsamen Abwehr zu finden, wie es immer in den großen Perioden der Geschichte vorgekommen ist, wenn die Not über die kleinen Zwistigkeiten siegte und die Einigkeit das sichere Unterpfand der Unbezwinglichkeit wurde; während wir immer und immer wieder betonen, daß wii einander mit Wohlwollen entgegenkommen und jede Dissonanz aus unserer Mitte beseitigen müssen, werden gegen den Zionismus Anklagen erhoben von einer Seite, die ja dazu berufen ist, ein Panier aufzupflanzen, welches alles in sich schließt, was wir alle wollen! „Alliance Israelite Universelle!" Man muß an das hebräische Original dieses Namens zurückdenken, um seine Bedeutung richtig zu erfassen: „chawerim kol Israel" — alle Juden sind Genossen—„kol Israel arewim se-base" — alle Juden sind füreinander verantwortlich, — das waren die Grundsätze und Leitmotive, die in allen Reden und Handlungen der ersten Begründer dieser „Alliance" zum Ausdruck kamen. Die Einigung der Juden aller Länder und aller Parteien zum Zweck ihrer Verteidigung und Rettung, — dieses Ziel war unverrückbar in den Fundamentalartikeln der „Alliance" festgestellt worden; es sollte niemals preisgegeben werden, wenn auch die Mittel, durch welche es angestrebt wird, wechseln müssen. Man lese die Berichte der „Alliance Israelite Universelle" von der glorreichen und ruhmwürdigen Zeit der Cremieux und Albert Cohn, der Isidore und Michel Erlanger, ob man auch zwischen den Zeilen ein Wort, ja eine Anspielung finden wird, die geeignet wäre, irgendeine Partei im Judentum zu kränken, irgendeine Richtung herabzusetzen! Man wird sehen, wie Cremieux das Seziermesser seiner Rede an die Gegner des jüdischen Volkes mit unbarmherziger Rücksichtslosigkeit legt, wie er sich in sengenden Wortfeuerwerken ergeht, wie funkelnd der Goldstrom einer klassischen Rhetorik von seinen Lippen fiel, so oft er von der Erhabenheit des jüdischen Genius sprach. Die Teile faßte er in das Ganze zusammen; als weiser Staatsmann suchte er die Juden für eine Politik zu einigen, deren große Konturen für ihn feststanden. Er mied den haarspalterischen Doktrinarismus, nicht weil er, der geniale Jurist, nicht genug Scharfsinn besaß, um mehr als irgendjemand die Schattierungen zu unterscheiden, sondern weil. er wußte, daß diese Distinktionen die Gefahr einer Zersplitterung herbeiführen können. Es wäre Naivität oder Unkenntnis der neuern jüdischen Geschichte, oder beides zusammen, zu behaupten, es hätten zu jener Zeit keine Parteien und keine Unterschiede im Judentum existiert. Sie existierten zu jeder Zeit, aber die „Alliance Israelite

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