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Die Welt · 1909-06-11 · 24 (11.6.1909) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIE ELT KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING 6 W ERSCHEINT JEDEN FREITAG TV? ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XIII. JAHRO. KÖLN« II. Juni 1909 pirt ü'nn'« }VD 2"d No. 24. EIN ERNSTER MAHNRUF ergehf an euch, ihr jüdischen Brüder und Schwestern, die ihr das zionistische Ideal im Herzen traget, beim Herannahen des fünften Todestages unseres unvergeßlichen Theodor Herzl. Mit mächtigen Schritten hat sich in den letzten Jahren unsere Idee ihren Zielen genähert. Fast in allen Kreisen, die sich für die Lösung der Judenfrage oder auch nur eine Linderung des Judenelends interessieren, hat sich die Überzeugung Bahn gebrochen, daß nur der jüdische Orient dauernde Hilfe zu bringen vermag. Zionistische und nichtzionistische Organisationen entfalten im Lande unserer Väter eine größere Tätigkeit als je zuvor. Und mit grandioser Majestät ist nun auch die Sonne der Freiheit am Horizont des osmanischen Reiches emporgestiegen, und bald wird sie mit ihren wärmenden Strahlen auch unser Werk in Palästina in seinem Wachstum fördern und zur Blüte bringen. Unserm verewigten Führer war es nicht vergönnt, diesen Umschwung zu erleben. Auf seinem dornenvollen Wege waren ihm Enttäuschungen ohne Zahl beschieden. Aber einer Empfindung fühlteer sich stets sicher: der dankbaren Liebe all derer, denen er zu einem hoffnungsvollen Ideal verholfen, die er eine befreiende Idee gelehrt, denen er einen herrlichen Ausweg gewiesen aus der furchtbaren Lage, in der unser Volk im Golus seufzt. Nicht mit Worten wollen wir ihm danken. In ernster Stunde muß das jüdische Volk seinen ernsten Willen zum Handeln bekunden. Es muß seine ganze Kraft dafür einsetzen, den Moment zu nutzen. Und daß der Aufgaben, die unser harren, nicht wenige sind, daß wir für vielerlei zionistische Zwecke an eure Opferwilligkeit appellieren müssen, ist euch bekannt. Heute aber, vor unseres Herzl Todestage, sollen wir eine Palä^tinaspende darbringen, die zugleich eine Ehrung des großen Mannes in sich schließt. Seit Jahren werden Spenden zur Pflanzung eines Herzlwaldes gesammelt, der 100000 Bäume umfassen soll, und noch heute ist nicht der fünfte Teil dieser Pflanzung gesichert Hätte ein jeder von euch seine Pflicht getan, hätte ein jeder zu Ehren des großen Mannes, wenn auch nur einmal jährlich an dessen Todestage, einen Baum gespendet, wie es ein jeder Sohn am Jahrzeitstage seines Vaters tun soll, so hätten wir längst diese sinnige Gabe dem Boden Palästinas zu weiterm Wachstum anvertrauen können. Und nicht nur der Ehrung Herzls gilt das geringe Geldopfer, das wir von euch fordern, sondern es ist zugleich ein Beitrag zu einem Kolonisationswerke, dessen Bedeutung auch unter den Zionisten noch immer nicht genügend gewürdigt wird. Die Ölbaumspende setzt uns instand, aus unserm Bodenbesitz in Palästina einen sichern und hohen Gewann zu erzielen, obwohl wir mit geringem Kosten, in schnellerm Tempo, auf schlechtem! Boden, mit weniger geschulten Arbeitskräften und geringerm Risiko die Ölbaumkultur betreiben können, als dies bei den sonst üblichen und notwendigen Methoden landwirtschaftlicher Kolonisation möglich und statthaft ist. In wenigen Jahren schon würde der aus 100000 Bäumen bestehende Herzlvvald — für Jahrhunderte hinaus — einen jährlichen Überschuß von ungefähr 300000 Ji abwerfen. Seine Pflanzung würde also nicht nur eine mächtige Förderung und Beschleunigung unseres l / ,; '* i f <U ,.";' rt' *,] i'j.

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