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Die Welt · 1909-05-14 · 20 (14.5.1909) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
20 (14.5.1909)
Date
1909-05-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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in Tunis fand außerdem ein großer botanischer Kongreß statt, bei dem Herr Aaronsohn zu einem der Vizepräsidenten gewählt wurde. Auch sonst war Aaronsohn Gegenstand großer Ehrungen auf dem Kongreß. Einen besonders freundlichen Empfang fand er bei den lokalen arabischen Behörden, die sehr darüber erfreut waren, daß dieser moderne Forscher die arabische Sprache so vollkommen beherrscht. Herr Aaronsohn, ein begeisterter Zionist, der überall bemüht ist, dem Zionismus neue Freunde zu werben, hat auch hier in Tunis hervorragende Teilnehmer des Kongresses, u. a. ein Mitglied des französischen Parlaments sowie eine bekannte französische Schriftstellerin, für den Zionismus gewonnen. Von den Falaschas Der Hilfsverein der Deutschen Juden, der neben andern die Expedition des Herrn Dr. Faitlowitsch zu den Falaschas, dem versprengten jüdischen Stamm in Abessinien, materiell unterstützt hat, erhält von Herrn Oberrabbiner Dr. Margulies in Florenz, dem Präsidenten des Pro-Falascha-Komitees folgende Mitteilungen: Der italienische Minister des Auswärtigen, Herr Tittoni, hat in einem an Herrn Dr. Margulies gerichteten Briefe offiziell bestätigt, daß Herr Dr. Faitlowitsch bei dem Kaiser von Abessinien einen sehr guten Empfang gefunden hat und daß die von Herrn Dr. Faitlowitsch in der ihm gewährten Audienz zum Ausdruck gebrachten Ideen zugunsten der Falaschas von dem Negus günstig aufgenommen wurden. Über die von Herrn Faitlowitsch ihm überreichten Schriften in amharischer Sprache, die Resultate seiner Forschungsreisen in Abessinien, war der Monarch sehr erfreut. Es sei dazu bemerkt, daß Herr Dr. Faitlowitsch an den Negus eine längere Ansprache gehalten hat, in der er ihn über seine Reisen zu den Falaschas und die Aktion der europäischen Juden zugunsten ihrer Glaubensbrüder näher unterrichtete. Herr Dr. Faitlowitsch brachte unter anderm auch einige Mißstände zur Kenntnis des Negus, unter denen die Falaschas besonders schwer zu leiden haben. Sie seien unbegründeten Beschuldigungen und gefährlichen Verfolgungen seitens der abergläubischen fanatischen Bevölkerung ausgesetzt; die Handwerker unter ihnen würden gewaltsam zum Bau von Häusern und Kirchen in der Hauptstadt aus ihrer Heimat entführt, und die ohne Schutz und Hilfe zurückbleibenden Frauen und Kinder verfielen dadurch oft dem Untergang; die Entführten müßten nicht nur zwangsweise arbeiten, sondern würden dabei auch zum Bruche religiöser Vorschriften, der Sabbatruhe, gezwungen. Der Negus versprach Herrn Dr. Faitlowitsch, für Abstellung der Mißbräuche zu sorgen. Herr Faitlowitsch fand, wie Herr Dr. Margulies besonders hervorhebt, während seiner ganzen Reise Schutz und Unterstützung seitens der italienischen Regierung, die den Bestrebungen des Pro- Falaschas-Komitees in jeder Weise wohlwollendes Entgegenkommen zuteil werden ließ. Wie von seiner ersten Reise hat Herr Dr. Faitlowitsch wieder mehrere junge Falaschas mitgebracht, die in Palästina, dem auch den Falaschas heiligen Lande, eine Ausbildung teils als Lehrer, teils als Kolonisten empfangen sollen, die sie in den Stand setzt, die Verbindung zwischen dem europäischen und abessinischen Judentum herzustellen und speziell auf den Gebieten des Schulwesens wie der Landwirtschaft als Vermittler zwischen der ganz primitiven heimischen und europäischen Kultur zu dienen. Auf diesem Wege werden die Falaschas — die europäische Missionsgesellschaften in ausgedehntem Maße ihrem Glauben zu entfremden suchen — in ihrer religiösen Position gefestigt, und mit der Erweiterung ihres Gesichtskreises und ihrer Kenntnisse wird sich zugleich ihre wirtschaftliche Lage heben sowie ihre Stellung im Lande wesentlich gestärkt werden. Der Hilfsverein der Deutschen Juden wird es voraussichtlich übernehmen, den jungen Falaschas, die Herrn Dr. Faitlowitsch begleiten, eine Ausbildung zu geben, die sie zur Erfüllung der ihnen zugedachten kulturellen Mission in ihrer abessinischen Heimat befähigt. Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für den Bezalel: Per Jewish Chronicle London............£ 0.6.0 Per Sammelstelle des J. N. F. für Deutschland durch Herrn Max Wollsteiner, Berlin: Für die misrachistische Mittelschule in Palästina JL 43.75 Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa.....„ 32.— Für die russisch=jüdischen Waisenkinder, nach Vorschlag Hugo Schachtel-Breslau.......„ 10.— Eingegangen bei Herrn Prof. Warburg, Berlin: Durch Vermittlung des Herrn Ferdinand Bloch, Floß (Bayern) Von Herrn Schwab acher, San Franzisko Für den Pflanzungsverein „Palästina"......„ 80.— Für den Verein zur Verbreitung von Kunstgewerbe und Hausindustrie in Palästina „Bezalel". . . . „ 10.— Für den Verband judischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina ...................„ 10.— Für den Verein „Ölbaumspende", E. V......„ 12. — Für den Palästinakulturfonds II........ . „ 8.— JL 120.— Für das Palästina»Ressort: Eingegangen bei Herrn Prof. Warburg durch Vermittlung des Herrn M. Heinrich Schein, Galatz: Spende des Vereins Chowewi Zion David, Bukarest: Lei 100,—. Für das hebräische Gymnasium in Jaffa: Die Vereine „Jehuda" und „Zeirei Israel", Fascani . . .Lei 10O.— Durch Herrn Maier Henisch, Stanislau, für den „Bezalel" eingegangen: Kolomea (Spenden): Friederika Morecka, Elsa Morecka, Alter Ständig, Jakob Steiermann, Dora Glinert äKr. 1.—, Rebeka Zahler Kr. —.50..............Kr. 5.50 Es gingen in der Zeit vom 15. Juli 1908 bis 27. Januar 1909 bei dem Bezalel in Jerusalem ein: I. Einmalige Beiträge Frl. Abramsohn Frcs. 7.—, Zahnarzt Kohn, Jerusalem 2.—, Jol. Schabotinski, Odessa 10.—, Verein „Lemaan Zion'4, Stamford, durch A. Elis 151.80, Zionistische Ortsgruppe, Libau, Jehuda Bernstein 47.30, F. Marksohn, Zeerust, Transvaal 6.20, Chaim Jacob Meeschnitzky Zeerust, Transvaal 16.25, Benoth Zion, Kielce, durch Kaiichstein 13.—, A. Friedmann, Resieza (Ungarn) 5—, The U. J. Nat. Club, Johannesburg, Basar-Erlös £ 75.2.11, Krugersdorp Zionist Association, Transvaal £ 2.9.6, zus. £ 77.12.5, ab für irrtümlich zu viel gesandte 2.7.6, bleibt £ 75./.11 Frcs. 1892.43. Dr. Saul, Manchester, Frcs. 3.—, Boruch Kupferman, Jaroslau (Galizien) Frcs. 68.—, Durch das Comitetul Federatiunei Zion?stilor Din Romania Galatz, Verein „Bnei Zion" zu P. lloce Lei H.—, Leon Schwarz und Jos. Steinberg, Tulcea 12.90, von zwei Anonymen durch Verein „Chowewe Zion Dawid" Bukarest 20.— , Baruch Kohan durch die Zeitung Egalitatea 12.50, Vorstand der Jüdischen Oemeinde zu Galatz 100—, Verein Nahida Ruth Lasarus zu Piatra 65.50, H. Rosenbaum zu Roman 30.—, J. M. Brociseer, Braila 16.—, Janen Grünberg, Tescani 1.—, H. M. Schein, Galatz 5.—, Loja Bnei Brith, Galatz 50.—, zus. Lei 326.90 Frcs. 323.90. IL Jährliche Beiträge Senior Cohn, Manchester Frcs. 100—, M. J. Seligmao,Sinferopol 5.10, Dr. Julius Diamant, Vukovar 10.—, Isaak Baumüek, Berlin 10.—, Jzchok Misrachi, Jerusalem 10.—, zus. Frcs. 135.10. III. Als Stipendien Herr Berlin, Jaffa für November und Dezember Frcs. 50.—, Sch. Barbasch, Odessa, für Oktober, November unö; Dezember 90.— , A. Simons Mz. Haag (Holland) 258.10, zus. Frcs. 398.10. IV. Stifter Jacob H. Schiff, New-York Frcs. 1000.—, Gesamtsumme Frcs. 4079.08. Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34 35. Bertrand Hamburg Schatzmeister des Vereins „Bezalel" Mit akadem. gebildeten Herren Oedankenaustausch bezüglich Ansiedlung in Palästina gewünscht. Briefe unter „Heimkehr 1909" an die Expedition d\ Blattes. Statt besonderer Anzeige! Ihre Verlobung zeigen an: Rahel Rosenthal ° Dr. Elias Auerbach Wronke Berlin-Wilmersdorf Die Eltern: Isaak Rosenthal u. Frau Rabbiner Baruch Auerbach Martha geb. Lewy u. Frau Minna gebv Spiro-Cohn Wronke Gollantsch

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