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Die Welt · 1909-05-07 · 19 (7.5.1909) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
19 (7.5.1909)
Date
1909-05-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 19 — DIE3 Insbesondere gelangte, die Frage des Verhältnisses der Ölbaum spende zum Jüdischen Nationalfonds zu einer . eingehende^ Aussprache. Deutschland . Köln. Der Kölner Herzl-Klub, der in den verflossenen Wintermonaten bemüht war, durch Veranstaltung von Vorträgen und Diskussionsabenden in weitern Kreisen das Verständnis für das judische Problem zu wecken, hat kürzlich den Versuch gemacht, durch Einrichtung eines Lesekränzchens seine Mitglieder und Freunde mit den neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur bekannt zumachen. Der Verlauf des ersten Leseabends, der am, verflossenen Samstag, den 1. Mai stattfand, und das neue, von national-jüdischem Geiste erfüllte Tenderizdrarha des bekannten jungjüdischen Schriftstellers Heinrich Grünau „Unterwegs" mit Erfolg zur Vorlesung brachte, bewies, daß die Vereinsleitung mit dieser neuen Einrichtung einen glücklichen Griff getan hat. Die Sammlung für den Nationalfonds, welche bei dieser Gelegenheit eingeleitet wurde, hatte ein erfreuliches Ergebnis, mehrere Gäste meldeten ihren Beitritt als neue Mitglieder an. Samstag den 8. ds. Mts. findet im Vereinslokal ein Diskussionsabend statt, der insbesondere die literarische Würdigung des, genannten Dramas zum Gegenstand haben soll, daran wird sich eine Diskussion über die in der Türkei neuerdings stattgehabten politischen Umwälzungen knüpfen. Frankfurt ä« Main* Der Bericht, der der Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe am 29. April erstattet wurde, verzeichnet ein Anwachsen der Mitgliederzahl wie auch ein Vordringen des zionistischen Gedankens. in Kreise, die ihm bisher ferngestanden haben. Es fanden vier große öffentliche Versammlungen statt sowie eine Reihe interner Vereinsveranstaltungen. Den Glanzpunkt der Veranstaltungen bildete die diesjährige Makkabäerfeier, die von fast 2000 Personen besucht war. Bemerkenswert ist, daß ein Teil des Vermögens der Ortsgruppe in Wertpapieren angelegt wurde, um einen Fonds zu schaffen, dessen Zinsen für die Verbreitung der zionistischen Idee dienen sollen. Selbstverständlich wurden die Gelder in Aktien der Jüdischen Kolonialbank angelegt. Auch außerhalb Frankfurts war die Ortsgruppe tätig. Die Ortsgruppe verteilte 1200 Exemplare der Broschüre „Wirtschaftliche Tätigkeit in Palästina14, 200 Prospekte der „Jüdischen Rundschau", 1000 Schekelurid .1000 Natiönalfondsflugblätter usw. Auch für den Verkauf von Aktien der A. P. C. sowie für den Nationalfonds wurde eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. Hamburg. In der Generalversammlung der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona erstattete der Vorsitzende Herr Dr. Kalmus den Jahresbericht, nach welchem im verflossenen Geschäftsjahr 26 neue Mitglieder der Ortsgruppe beigetreten sind. An der. Diskussion über den Jahresbericht und die Bilanz beteiligten sich Moritz Goldschmidt, Abraham, Dr. Victor, Dr. Halpern, Estermann. Dem Vorstand wurde Decharge erteilt. Sodann entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Tätigkeit der Ortsgruppe. Bei der sodann folgenden Vorstandswahl wurden Dr. Kalmus zum Vorsitzenden, Samuel Cohen zum Kassierer, Rechtsanwalt David zum Schriftführer, Dr. Chwolles, Estermann, Dr. Halpern, Dr. Huldschiner, Frau Huldschiner, Dr. Victor zu Beisitzern gewählt. Österreich Prag. Als Gast des Vereins jüdischer Hochschüler Bar Kochba und des jüdischen Vereins Zion in Prag sprach am 24. April im Prager jüdischen Rathaus Davis Trietsch über: Die Lage im Orient und den Zionismus. Nach einer Erörterung über, die Zahl und die Gliederung der Juden im Orient nach ihrer Herkunft ging Trietsch auf sein eigentliches Thema über, die Möglichkeiten, die die neue Situation in der Türkei für die Juden eröffnet. Die Juden in der Türkei sind vornehmlich Städter und der Industrie geneigt. Durch die jüngste Umwälzung hat sich die Türkei von der Vormundschaft der europäischen Mächte befreit und wird nun auch wirtschaftlich ihre eignen Wege gehen. Dieser Weg ist nun nach der Ansicht von Trietsch die Industrialisierung. In einer stark einsetzenden industriellen Entwicklung aber fänden die Juden ein willkommenes Feld der Tätigkeit und eine Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit eine große Anzahl von Arbeitern in Brot und Ervverb zu setzen, und dies mit sehr geringen Mitteln. Trietsch weist auf die vielversprechenden Anfänge der Kleinindustrie hin, die durch den Bezalel,' durch die neu aufblühende Spitzenindustrie und die sehr rentable Fremdenindustrie vorläufig repräsentiert werden, durch zielbewußte Arbeit aber unter den neugeschaffenen wirtschaftlichen ygE LT 4li Verhältnissen außerordentlich variiert und erweitert werden könnten. Dielandwirtschaftliche Kolonisation ist sehr kostsp :elig un d schwer; eine Ansiediung vieler mdustrietreibender Juden wird übrigens notwendig dazu führen, daß sich eine landwirtschaftliche Bevölkerung entwickelt. Und es ist sicher besser, auch manche Schäden ,des europäischen Industriewesens nach Palästina zu übernehmen, dabei aber ein Volkszentrum dort zu schaffen, das sich seine idealen Lebensbedingungen dann dort gestalten mag, als sich auf die einmal in Angriff genommene landwirtschaftliche Kolonisation zu steifen und zu beschränken. Wenn auch die Ansichten von Trietsch vielen seiner Prager Zuhörer unbekannt und gegen ihre bisherige Anschauung waren, zeigte lebhafter Beifall des zahlreichen Auditoriums, daß eine . Erörterung der wichtigsten praktischen Probleme unserer Bewegung von allen Seiten wertvoll und dankenswert ist. Eine Klarlegung dieser Fragen in den Parteiblättern von autoritativer Seite — im Kongreß jähr — würde sicher fruchtbar und notwendig sein. Pilsen. Am 24. v. Mts. veranstaltete im Vereinslokale des jüdischen Volksvereins „Zion" die jüd.-nat. Verbindung „Maccabäa", Pilsen, einen literarischen Abend, der sehr zahlreich besucht war. E. B. Herr Richard Klauber hielt einen gediegenen Vortrag über „Moses Maimonides". Außerdem wurden Gedichte von" ßuber, Feiwel, Salus u. a. zum Vortrage gebracht, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Der Erfolg des Abends war ein durchaus zufriedenstellender. Galizien Dr. Franz Oppenheimer in Lemberg Auf Einladung der Lernberger Poale-Zion kam Dr. Franz Oppenheim er nach Galizien, wo er in Lemberg ein Palästinaseminar einige Tage durch leitete. An diesem Seminar nahmen über zwanzig Personen Anteil, welche sich eingehend in längern Referaten, denen sich sehr interessante Diskussionen anschlössen, mit den bekannten ökonomischen Theorien Oppenheimers und insbesondere mit der von ihm projektierten siedelungsgenossenschaftlichen Kolonisation Palästinas-beschäftigten. Montag den 19. April veranstaltete das poile-zionistische Lokalkomitee einen feierlichen Palästinaabend in dem großen Saale der Lemberger Philharmonie. Den Abend eröffnete mit einer kurzen Ansprache Gesinnungsgenosse Herz, wonach' Dr. Oppenheimer einen zweistündigen Vortrag hielt. Dr. Öppenheimer entwickelte seine bekannten Theorien einer Kolonisierung Palästinas durch jüdische Siedelungsgenossenschaften, und kritisierte die gegenwärtige Strömung im Zionismus, welche durch unbedeutende Kleinarbeit Palästina, für die jüdische Emigration erschließen wolle. Der Vortrag übte, dank der rhetorischen Kraft Dr. Oppenheimers und seinen überzeugenden Argurnenten, einen großen Eindruck auf das zahlreich versammelte Publikum aus. Nach einem Konzerte der Militärmusik folgten Lichtbilder aus Palästina. Die Schlußrede hielt Gesinnungsgenosse Groß aus Köln, welcher erklärt hat, daß das Direktorium aes Nationalfonds der Schaffung einer Arbeitergenossenschaft in Palästina große Sympathien entgegenbrächte. Mittwoch den 21. April veranstaltete wieder der Verein poalezionistischer Studenten „Chejruth" eine Vorlesung Dr. Oppenheimers, wonach ein Kommers zu Ehren Dr. Oppenheimers stattfand, an welchem alle zionistischen Vereine Lembergs und Vertreter des Zentralkomitees teilnahmen. Mehrere Redner hoben die Bedeutung Dr. Oppenheimers als Gelehrten und originellen Denker für die Wissenschaft und insbesondere für den Zionismus hervor. Dr. Oppen heim er dankte in einer schönen, wirkungsvollen Rede für die Ehre, welche ihm von Seiten der Lemberger Zionisten zuteil geworden ist. Der Kommers dauerte bis in die späte Nacht hinein. Der Aufenthalt Dr. Oppenheimers trug viel zur Verbreitung seiner Kolonisationstheorien unter den Reihen der Lemberger Zionisten bei. Gründung einer zionistischen Bank in Galizien Dank den Bemühungen des Dr. Brau de gelang es endlich dem Zionistischen Zentralkomitee in Lemberg die nötigen Fonds für die Gründung einer Zionistischen Bank in Galizien anzuschaffen, und so konnte am Montag den 19. April die ersteGeneralversammlung der „Kreditunion" (diesen Namen wird die Bank tragen) abgehalten werden. Anwesend waren 48 Aktionäre, welche zusammen 158 Summen repräsentierten. Der Versammlung wohnte auch Herr Lucian Brunn er aus Wien bei, der durch seine bereitwillige finanzielle Unterstützung die Gründung der Bank ermöglichte. Den Vorsitz führte Abg. Stand. Nach einer Begrüßungsansprache

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