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Die Welt · 1909-04-16 · 16 (16.4.1909) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
16 (16.4.1909)
Date
1909-04-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 16 DIE ELT ~> "> T od 7 jedoch mit dem Lohn auskommen, da der Lebensunterhalt eines unverheirateten Arbeiters sich mit 40 Francs, im Notfalle auch etwas billiger, bestreiten läßt. Es ist wünschenswert, daß der Einwanderer wenigstens 100—200 Francs mitbringt, damit er für die erste Zeit, wo er noch wenig verdient und zeitweilig ohne Arbeit ist, einen Reservefonds hat. * Arbeiter, welche einige Jahre in der Landwirtschaft in Palästina tätig gewesen sind und sich als tüchtig bewährt haben, haben Aussicht, von einer jüdischen Kolonisationsgesellschaft als Pächter oder Kolonisten angesiedelt zu werden und so zur Selbständigkeit zu gelangen. II. Leute mit einigen Tausend Francs Vermögen können ebenfalls nur als Arbeiter ihre Existenz finden. Sie haben jedoch die Möglichkeit, auch ihre Familien mitzubringen, denn Frau und Kinder können in folgender Weise mitverdienen: a) durch Haltung von Kühen. Eine Kuh kostet ca. 150 Francs und ergibt bei sorgfältiger Pflege durch Verkauf von Milch, Butter und Käse einen monatlichen Verdienst von 5 —10 Francs. b) durch Geflügelzucht. Die Anlage eines Hühnerhofes kostet 500—1000 Francs, und es lassen sich daraus nach einiger Zeit durch den Verkauf von Eiern und Hühnern 20—30 Francs monatlich verdienen. c) durch Gemüsezucht (Kartoffeln, Tomaten, Blumenkohl, Zwiebeln usw.). Die Gemüsezucht (und eigentlich auch die Milchwirtschaft und Geflügelzucht) kann allerdings nur dann in richtiger Weise erfolgen, wenn man ein eigenes Häuschen mit Garten und Brunnen errichtet, was zirka 4000 Francs kostet. Dafür spart die Familie die Wohnungsmiete und kann aus dem Verkauf des Gemüses 20 Francs monatlich und mehr verdienen. III. Leute mit zirka 15 000 Francs Vermögen können sich als Kolonisten ansiedeln und Ackerbau (Körnerbau) treiben. Da es in Palästina nur in sehr seltenen Fällen möglich ist, Land zu pachten oder gegen langjährige Ratenzahlungen zu erwerben, muß der Kolonist das Land gegen bar kaufen und folgende Aufwendungen machen: 200—250 Dunam Land (20—25 ha) ä 30—40 Frcs. 6000—10000 Frcs. Haus mit Stall............... 3000- 4000 „ Lebendes und totes Inventar......... 1000— 2000 „ Saatgut und Lebensunterhalt bis zur ersten Ernte 1000— 1500 „ 11000—17 500 Frcs. Körnerbaukolonien sind die galiläischen Kolonien und in Judäa Chedera, Ekron, Artuf, Katra und Kastinie. In einigen dieser Kolonien gibt es noch etwas Boden zu kaufen. Außerhalb der jüdischen Kolonien ist es dem einzelnen unmöglich, Boden zu kaufen, weil die Kaufverhandlungen sehr schwierig und auch nur größere Landstücke von einigen tausend Dunam zu kaufen sind. Für Ankauf von Land außerhalb der jüdischen Kolonien müssen sich wenigstens 15—20 Leute zu einer Gesellschaft vereinigen. Ein Kolonist, der 250 Dunam Ackerboden besitzt, kann davon, wenn er fleißig und tüchtig ist, ca. 1500 Frcs. Gewinn im Jahre haben. Dieser Betrag reicht zum anständigen Lebensunterhalt einer Familie in einer Kolonie bei bescheidenen Ansprüchen aus. IV. Leute mit 25 000 Frcs. Vermögen können als Kolonisten auf 200—250 Dunam Körnerbau treiben und daneben noch auf ca. 100 Dunam eine Pflanzung von Mandeln, Aprikosen und Oliven anlegen. Eine solche Pflanzung erfordert ca. 10 000 Frcs. Kapital im Laufe von 9 Jahren und bringt nach 9—12 Jahren einen Ertrag von ca. 1000 Frcs. jährlich. Eine solche gemischte Wirtschaft (Ackerbau und Pflanzungen) bietet viele Vorteile. V. Leute mit ca. 60 000 bis 80000 Frcs. Vermögen können eine Orangenpflanzung auf 60 bis 70 Dunam anlegen. Eine solche Pflanzung erfordert 50000 bis 60000 Frcs., wozu noch etwa 12000 bis 20000 Frcs. für den Lebensunterhalt auf 6 bis 7 Jahre kommen. Nach 6 bis 7 Jahren trägt die Pflanzung Frucht und bringt dann 6000 bis 10000 Frcs. jährlich. Erwerbsaussichten in Handel und Verkehr Im palästinensichen Handel sind die Erwerbsaussichten für neue Einwanderer ziemlich gering. Der noch wenig entwickelte Engroshandel ist zum großen Teil in den Händen der Araber und der sephardischen Juden, gegen welche der aus Osteuropa einwandernde Jude in den ersten Jahren kaum konkurrieren kann, da er die Landesverhältnisse und die Landessprache (das Arabische) nicht kennt. Kaufmännische Bureaus sind nur in geringer Zahl vorhanden und Stellen für kaufmännische Bureauangestellte gibt es deshalb nur wenige. Am meisten Aussicht für Besetzung offener Stellen haben Korrespondenten, die das Französische beherrschen; zuweilen wird auch die Kenntnis der hebräischen, englischen oder deutschen Sprache verlangt. Das Gehalt schwankt von 60 bis 250 Francs monatlich. Im Detailhandel sind durch die große Einwanderung aus Osteuropa, die in den letzten Jahren stattfand, alle Erwerbszweige überfüllt. Ladenangestellte werden nur in sehr geringer Zahl gebraucht, und die wenigen Stellen werden durch Leute in Palästina, die des Arabischen mächtig sind und für sehr geringes Gehalt (30 bis 50 Frcs.) arbeiten, besetzt. Im Fuhrwesen können vielleicht noch Juden Erwerb finden, entweder als Droschkenbesitzer in den Städten oder für Personenverkehr über Land, insbesondere für Reiseverbindung mit den jüdischen Kolonien. Hotels sind zwar in den Städten und den größern jüdischen Kolonien bereits vorhanden, doch ist das Hotelwesen noch weiterer Ausdehnung fähig. In einigen Städten, z. B. in Haifa und Tiberias, haben europäisch eingerichtete, komfortable und saubere Hotels Aussicht auf einen großen Kundenkreis. Auch in einzelnen Kolonien besteht noch das Bedürfnis nach kleinen, aber säubern Hotels. Ebenso könnten Sanatorien und Erholungsheime, die bisher in Palästina gar nicht vorhanden sind, an schönen Punkten des Landes auf zahlreiche Besucher rechnen. Badeanstalten für warme Bäder und Duschen könnten an vielen Orten errichtet werden und einen bescheidenen Verdienst abwerfen. Jüdische Einwanderung nach Palästina im zweiten Halbjahr 1908 Das Chowewe-zionistische Odessaer Komitee? veröffentlicht statistische Angaben über die Immigration von Juden nach Palästina, die sich um Informationen an das Odessaer Informationsbureau gewandt haben. Es begaben sich nach Palästina: im Juli........ 195 Juden „ August......371 „ September.....126 „ Oktober...... 139 „ „ November ..... 329 „ Dezember . .... 116 _ insges. im zweiten Halbjahr 1908 1173 Juden. Im ersten Halbjahr 1908 waren es.924, im verflossenen Jahre also insgesamt 2097 (gegen 1746 im Jahre 1907). Dem Alter nach waren die Emigranten: unter 15 Jahre alt .... 224 Personen 15—30 „ „ .... 350 30—50 „ „ .... 233 über 50 „ „ .... 366 Von den Fragenden stammten: aus dem Kaukasus ...................48 „ Buchara ......................31 „ Polen........................223 „ Litauen ......................428 „ Südrußland.....................340 „ den Gouvernements außerhalb des Ansiedlungrayons . . 29 „ Palästina (Rückwanderer) ..............68 „ andern Ländern außerhalb Rußlands.......... 6 Als Grund für ihre Reise gaben andauernde Ansiedlung in Palästina .... 784 Verleben der letzten Tage „ „ .... 272 zeitweiligen Aufenthalt „ „ .... 52 Besuch einer Schule „ „ .... 51 Krankheit „ „ .... 14 Als Reiseziel gaben an: Jerusalem..........470 Jaffa............476 Kolonien..........129 Haifa........... 36 Beirut...........38 Saffed und Tiberias.....24 Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse erteilten nur 293 Personen; von diesen besaßen: ein Kapital von 100 bis 1000 Rubel.....178 „ 1000 „ 3000 ..... 56 „ 3000 „ 10000 „ .....38 „ mehr als 10000 „ .....21 .

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