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Die Welt · 1909-04-02 · 14-15 (2.4.1909) · page 28

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
14-15 (2.4.1909)
Date
1909-04-02
Page
– (sequence 28)
Language
German
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324 DIE ELT No. 14 den Romanen ist zunächst ein neues Werk von Franz Karl Ginzkey zu nennen: Die Geschichte einer stillen Frau, eine in Österreich spielende Erzählung voll feiner Seelenanalyse, aber auch voll herzhaften Humors; sodann eine historische Novelle aus dem achtzehnten Jahrhundert: Der Notgroschen, von Ernst Heilborn, sowie andere unterhaltende Beiträge. Das Märzheft der Monatsschrift „Nord und Süd" (Verlag „Nord undSüdu G. m. b. fi, Berlin W. 35) enthält — wie gewohnt — wertvolle Beiträge, interessante Bildnisse, vortreffliche Illustrationen und Kunstbeilagen. Da findet der Leser ein Bildnis Edgar Allan Poes (Holzschnitt von John Hoexter), Vierfarbendrucke nach Botticelli, ein stimmungsvolles Bild Douzettes: „Mondnacht am Wasser** in Kupferdruck, eine prächtige Gravüre von Knaus: „Russischer Bauer" und schließlich sechs vorzüglich gelungene Kunstdrucke nach Gemälden des originellen Malers Leo Putz. Dem textlichen Teil dieses Heftes kann man das Prädikat „vorzüglich" nicht vorenthalten. Dasselbe beginnt mit einem humoristisch-satirischen Roman: „Die Hagestolze" von Kurt Aram. In einem allgemein orientierenden Artikel bespricht im gleichen Hefte der bekannte Zentrumsabgeordnete Martin Erzberger die Lage unserer heutigen Politik. Der illustren Reihe berühmter Autoren, die stets in „Nord und Süd" vertreten sind, schließt sich in diesem neuesten Hefte würdig Herman Bang mit einem außerordentlich fesselnd geschriebenen Essay über Joseph Kainz an,'und ebenda folgt die Fortsetzung des Briefwechsels zwischen Georg und Emma Herwegh mit dem großen Philosophen Ludwig Feuerbach. Einen liebevollen Ausblick auf das Leben des unglücklichen Dichters Edgar Allan Poe gewährt den „Nord und Süd"-Lesern in seiner herzlichen Art Hans Heinz Ewers, und Bernard Shaw mischt sich in einem Aufsatz, „Für Politiker" betitelt, mit seiner gewohnten cynischen Keckheit in englische Politik, die ihn eigentlich gar nichts angeht. Die Novellette: „Warumsky" gibt im Mär^heft von „Nord und Süd" dem liebenswürdigen Humoristen Karl Ettlinger Gelegenheit, uns eine packende Skizze aus dem russisch-deutschen Studentenleben zu entrollen. Das musikalische Ereignis der Dresdener Richard Strauß-Woche wird ebendaselbst von Professor Dr. Arthur Seidl, dem vielgenannten und bewährten Musikkritiker, ausführlich und ungemein temperamentvoll gewürdigt. Erich Felder liefert gleichzeitig einen Essay über Leo Putz, den feinsten Koloristen der „Scholle", den die obengenannten Kunstbeilagen veranschaulichen. Alles in allem ist „Nord und Süd" als eine der besten und empfehlenswertesten Monatsschriften für die deutsche Familie zu bezeichnen. Im Interesse weiterer Kreise möchten wir an dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf Wilinskis Internationales E r z i eh u n g sp e n s i o n a t für israelitische Knaben lenken, das seit einigen Jahren in Pankow bei Berlin besteht. Dieses Institut wird nicht nur von vielen Rabbinern verschiedenster Denkrichtung in und außerhalb Berlins moralisch unterstützt, sondern auch andere Männer von Ruf, wie Herr Dr. Adler, Direktor des Plrilanthropins in Frankfurt a. M., Herr Universität-professor Dr. Barth, Herr Dr. Hildesheimer, Herr Dr. Paul N tthan, Herr Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Senator u. a. m., haben sich bereit erklärt, es durch ihre Referenz zu fördern. Desgleichen zählte der jüngst verstorbene Baron Horace v. Günzburg zu dessen C>önnern. Herr Wilinski versendet auf Wunsch Prospekte in verschiedenen Sprachen, insbesondere in Russisch und Hebräisch. An unsere Leser! Die vorliegende Passah-Ausgabe unseres Blattes erscheint als Doppelnummer 14/15. Die nächste Nummer gelangt infolge des Passahfestes erst am 16« April a. c. zur Ausgabe. Wir ersuchen alle jene Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. März 1909 abgelaufen war, um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Po st erlags Cheine zur kostenlosen Überweisung der Abonnementsbeträge für cie Abonnenten in Österreich-Ungarn haben der vorigen Nummer beigelegen. Zahlkarten unseres Postscheckkontos haben wir den Abonnenten in Deutschland, deren Bezugszeit abgelaufen ist, direkt zugehen lassen. Die Überweisung der Beträge durch Zahlka ten erfolgt gleichfalls kostenlos. Bestellungen auf die Passah-Nummer werden, solange vorrätig, gegen Voreinsendung des Betrages oder Nachnahme ausgeführt. Expedition „Die Welt" Uns* rer heutigen Nummer liegt ein Prospekt über Meyers Solarine Putz Cream bei, auf den wir die Aufmerksamkeit unserer Leser besonders hinlenken. Vor kurzem erschien: Erez-Israel (Das Jüdische Land) Reiseerinnerunsen von J. H/Kann Deutsche Ausgabe Ein stattlicher, vornehm ausgestatteter Band von 185 Seiten in Großoktav, mit einer Umschlagzeichnung von Josef Israels, einem Titelbild — Heliogravüre — und 41, zum Teil ganzseitigen Text-Illustrationen sowie zwei instruktiven Palästinakarten in¬ Farbendruck. Preis brosch, Mk. 3.50, geb. Mk. 5.— :: Aus dem Inhalt: :: Erez-Israel, das jüdische Land Die jüdische Kolonisation :: Der Zionismus :: Dieses neueste und aktuellste Palästinabuch, das von der gesamten Kritik in günstigster Weise aufgenommen wurde, beginnt sich bereits seinen besondern Platz in der modernen Palästinaliteratur zu sichern. Das jüdische Publikum bringt diesem Reise werke überall ein freundliches Interesse entgegen. Zu beziehen durch jede Buchhandlung sowie direkt vom Jüdischen Verlag, g. m. b. h.. Köln a. Rh. Karolingerring 6 M

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