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Die Welt · 1909-03-26 · 13 (26.3.1909) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
13 (26.3.1909)
Date
1909-03-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Heute, nach 25 Semestern, können wir seinen Geist durchs Prisma ruhiger Betrachtung aufleuchten sehen. Möge diese jungen, ihrem Volke in Treue ergebenen Männer der Segen ihres Volkes begleiten. Das jüdische Volk spendet seinen nationalen Kämpfern keine Ordenszeichen, aber dafür verleiht es ihnen das Bewußtsein des Glücks der gut vollbrachten Tat. Ein Beweis ihrer zielgemäßen rastlosen Arbeit ist der Umstand, daß keine Woche vergeht, ohne daß ein Vortrag guter wissenschaftlicher Qualität und durchdrungen von natürlicher nationaler Begeisterung abgehalten wird. Der Verein „Esperanza" gedenkt auch weiter nicht etwa die Hand in den Schoß zu legen und sich der freudigen Stimmung hinzugeben, sondern die zionistische Arbeit mit größerer, strafferer Anspannung der Kräfte fortzusetzen. Das sind die Töne, welche aus ihrem Festesjubel herausklingen. Um die Hebung und Förderung des Vereins hat sich sein Ehrenpräsident, Herr Leon Hairn besonders verdient gemacht, welcher im innigen Kontakt mit den alten Herren, die auch weiterhin im Schöße des Vereins bleiben, ihm helfend und anregend zur Seite steht. Auch gelang es ihm, die europäische Kultur des Westens mit den altjüdischen Idealen des fernen Orient harmonisch zu vereinigen. Möge die „Esperanza" auch weiterhin in altgewohnter Strammheit und Pflichttreue ihre Kraft in den Dienst des Judentums stellen. Sie wachse, blühe und gedeihe! In den schön ausgeschmückten Lokalitäten des Hotels Guth erschienen vollzählig die Mitglieder des jüdisch-nationalen Vereins „Esperanza" mit den geladenen Gästen, die sich dem intimen Charakter der Feier entsprechend aus Delegierten des Brudervereins „Bar Giora" und den Vertretern der hiesigen spaniolischen Kolonie rekrutierten. Als erster sprach der gegenwärtige Präsident des Vereins, Herr cand. med. Pinto, der in einer schönen solennen Art die Versammlung einleitete und in bezeichnender Weise die 25 Semester der „Esperanza" Revue passieren ließ. Dann übernahm das Präsidium der beliebte Ehrenpräsident Herr Leon Haim und entrollte vor den Augen der Zuschauer das Bild dieser durch und durch jüdischen und gleichzeitig stammkenntlich ausgezeichneten Vereinigung. Daraufhin sprach der illustre Ehrengast dieser Feier, Herr Armand Kovo, der als Vertreter der sephardischen Gemeinde Wiens erschienen war. Hingerissen durch die edle Begeisterung dieser selbstbewußten spaniolischen Jugend gab er seiner Freude darüber als Jude und Spaniole beredten Ausdruck. Hierauf wurde serviert, und während des Abenddiners wurden schwungvolle Toaste gehalten. Dr. Alcalay, der alte Herr des Vereins, wies mit bewegter Stimme auf das Glück eines jüdischen Studenten hin, dem es vergönnt ist, im Schöße des Vereins sich durch innigen Kontakt mit seinen Kollegen und Gesinnungsgenossen als Jude und Mensch wiederzufinden. Der anwesende Präsident der „Bar Giora", Herr cand. med. Albala, gab erst seiner Freude über den Aufschwung der „Esperanza" vollen Ausdruck und urgierte die Notwendigkeit der Solidarität der Aschkenasim und der Sephardim in puncto Judentum. Es wurden noch andere Toaste auf die anwesenden Persönlichkeiten abgehalten: auf den Ehrenpräses und den Vertreter der Gemeinde, von cand. jur. Kajon; auf die andern Herren von cand. med. Margulis, und auf die „Bar Giora" durch cand. med. Issachar. Ferner sprachen cand. med. Alfadary und Herr Albachary. Hierauf folgte der gemütliche Teil des Abends, der würdig und anregend verlief, worauf die erhebende Feier schloß. Für den Nationalfonds wurde gesammelt. Bei der Administration der „Welt" in Köln sind eingegangen: Für den Bezaltl: Von der zionistischen Organisation in Moskau durch Dr. E. W. Tschlenow..............Frcs.500.— Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: Von der zionistischen Organisation in Moskau durch Dr. E. W. Tschlenow..............Frcs.300.— Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für die misrachistische Mittelschule in Palastina: Von der Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland durch Max Wollsteiner, Berlin.....JL 178.— Für die russisch>jüdischen Waisenkinder nach Vorschlag des Herrn Hugo Schachtel- ' Breslau: Von der Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland durch Max Wollsteiner, Berlin.....JC 2- ■ Briefkasten Hasmonaea,, Czernowitz: Herzlichen Dank, Zionsgruß. W. Oberschlesischer Zionistentag: Besten Dank und Zionsgruß. W. D. Abel mann: Die Bank verteilte an Dividende: Koupon 1: 40, Koupon 2: 50, Koupon 3: 65, Koupon 4: 50 Pfg. Für das laufende Jahr sind wieder eine Dividende von 50 Pfg. vorgeschlagen. Die Koupons werden von uns in Zahlung genommen. „März", Halbmonatschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: Ludwig Thoma, Hermann Hesse, Albert Langen, Kurt Aram. Zweites Märzheft 1909. Preis 1.20 Jt, im Abonnement: das Quartal (6 Hefte) 6Jt. Verlag von Albert Langen in München. Das neue Heft des „März" (Nummer 6) enthält einen flammenden Protest von Jean Jaures: „Wenn sie doch endlich aufhören wollten!" — Aehrenthal und Iswolsky nämlich mit ihren Quertreibereien. Ludwig Thoma bespricht den „Fall Tremel", des gema(3regelten liberalen Pfarrers; Kurt Aram schildert „Berlin, wie es lustig wird"; Robert Hessen beantwortet die Verfassungsfrage: „Was darf der englische, was der preußische König?" Carl Stichler veröffentlicht „Belgrader Erinnerungen" und erklärt die Entstehungen des serbischen Hochmuts aus den ersten Zeiten des Fürsten Milan Obrenowitsch. Georg Bernhard erläutert das Wesen der Börse; Talbot nennt „Das Gastmahl bei Agathon" unser aktuellstes Buch. Als Erzähler treten auf: „Knut Hamsun", A. v. Vestenhof und Peter Altenberg. „Rundschau" und „Glossen" beschäftigen sich in knapper Form bald mit einem interessanten Thema, bald mit Personen und Ereignissen. Neue deutsche Gedichte: Eine Anthologie zum Besten der Richard Wagner Stipendienstiftung, herausgegeben von Hermann Beutenmüller. Im Xenien-Verlag zu Leipzig. Preis in festem Pergamentband 2.50 JL, in schmiegsamem Lederband 4 JL Diese lyrische Anthologie, die aus idealen Beweggründen zur Sache Wagners Stellung nimmt, darf von vornherein auf Beachtung und Sympathie rechnen. Sie darf es um so mehr, da die hervorragendsten Vertreter unserer modernen Lyrik mit den besten ihrer Gaben sich zur Sache gestellt haben. Die von Jos. Kohler geschriebene Einleitung bezeichnet das Verhältnis der Lyrik zum Meister von Bayreuth richtig, wenn gesagt wird, daß die Lyrik „durch Adel der Gedanken, Tiefe der Auffassung und Harmonie und Rhythmus der Sprache" suchen müsse, des Meisters würdig zu werden. Auf den 200 Seiten des schmucken Buches findet sich denn auch nicht ein einziges minderwertiges Gedicht; die meisten sind Originalbeiträge. Bertha Klang Salomon Zucker VERLOBTE PrzemysI Trcinica. Schreibmaschine Neues Modell mit sichtbarer Schrift soeben erschienen. The Yost Typewriter Co. Ltd. 50, Holborn Viaduct, London E. C. und überall.

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