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Die Welt · 1909-03-12 · 11 (12.3.1909) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
11 (12.3.1909)
Date
1909-03-12
Page
– (sequence 20)
Language
German
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248 DIE30EI ELT No. 11 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boäm als Gesamteigenkim des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, besitzt er gegenwärtig ein Vermögen von annähernd l]j8 Millionen Mark, MITTEILUNGEN DES HAUPTBURE AUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Das Hauptbureau des Jüdischen Nattonalfonds in Köln hat an die Landessammelstellen folgendes Rundschreiben versandt: Köln, den 10. März 1909. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Ende dieser Woche gelangen die in weiten gesinnungsgenössischen Kreisen mit großer Spannung erwarteten neuen Nationalfondsmarken zur Ausgabe. - Die neue Marke trägt bekanntlich das Bildnis unseres verewigten unvergeßlichen Führers Theodor Herzl. Es dürfte nun aus diesem Anlasse nicht unangebracht sein, einen von Dr. Herzl seinerzeit verfaßten Aufruf hier zu reproduzieren, welchen das ehemalige Wiener Aktionskomitee gelegentlich der Herausgabe der alten Nationalfondsmarken an die zionistischen Vereine erließ. Dieser Aufruf hatte folgenden Wortlaut: „Löblicher Verein! Der V. Kongreß in Basel hat die Gründung eines Jüdischen Nationalfonds beschlossen. Ein lang und oft geäußerter Wunsch der ganzen Bewegung ist in 'Erfüllung gegangen. Zu dem finanziellen Instrument, das wir in der Jüdischen Kolonialbank besitzen, ist nunmehr auch ein großes nationales Instrument geschaffen worden mit dem heiligen uiid unverrückbaren Zwecke, Boden zu erwerben im Lande unserer Väter und im Lande unserer Zukunft. Nicht die Großen und Reichen sollen unsere Erde kaufen, sondern das ganze Volk. Sein war das Land, sein wird es wieder werden, wenn auch die Arbeit sein ist, die aufgebracht werden muß. Jeder Jude muß seinen Anteil am heiligen Lande, seine Liebe, Arbeit und Opferwilligkeit hergeben, und das jüdische Volk wird sein Land wieder haben. Und jeder Jude, so arm er auch sein mag, ist reich an diesem Anteil. Er denke nur daran, wieviel unnütze, überflüssige und nutz-lose Ausgaben er im Jahre macht, und er denke daran, zu welcher Summe alle diese überflüssigen und vergeblichen Opfer, einem gemeinsamen Zwecke zugeführt, anwachsen können. Der Kongreß will ein nationales Werk schaffen. Darum' appelliert er an alle, die an die Zukunft des jüdischen Volkes glauben. Dieses große nationale Werk kann ein jeder fördern mit dem kleinsten Betrage. Die kleinste Marke, die ausgegeben wird, repräsentiert einen Wert von zwei Heller. Wer zehn Marken kauft, ist schon Agitator für den Nationalfonds, denn er soll sie weiterverkaufen. Und wie zahlreich sind die Gelegenheiten, um an den Nationalfonds zu denken. Bei keinem freudigen, bei keinem traurigen Ereignis, bei keinem Geschäftsabschluß, keinem privaten oder Geschäftsbrief, bei keiner Feier und Zusammenkunft, bei keinem Gottesdienste soll des Nationalfonds vergessen werden. Der Reiche und der Arme, hier sind sie gleich, denn sie nehmen gleichen Anteil an der gemeinsamen Sache. Die Idee des Jüdischen Nationalfonds muß Gemeingut des ganzen jüdischen Volkes werden. Es ist Ihre, es ist unsere Pflicht, diese Agitation mit voller Kraft aufzunehmen. Darum laden wir Sie ein, unverzüglich von uns eine Ihnen entsprechende Anzahl von Marken zu kaufen und für den sofortigen Weiterverkauf Sorge zu tragen, indem Sie alle unsere Freunde und Gesinnungsgenossen nicht allein als Spender, sondern auch als Sammler für den Nationalfonds akquirieren. Lawinenartig muß die Agitation anschwellen, wenn wir alle unsere Pflicht voll tun." Die neuen Nationalfondsmarken zeichnen sich vor den alten nicht bloß durch die künstlerische Ausführung der Zeichnung, das gefälligere Aussehen und ansehnlichere Format aus, sondern haben auch den Vorzug, daß sie tadellos gummiert und perforiert sind. Auch trägt jede einzelne Marke eine Wertbezeichnung. Die verschiedenen Währungen werden durch entsprechende Ziffern und verschiedene Färbung der Marken gekennzeichnet sein. Die neuen Marken gelangen in Heften, enthaltend 40 Marken in Abschnitten von je 4 Stück, mit Zwischenlagen von starkem Seidenpapier, zur Ausgabe. Zunächst erscheint die deutsche und österreichische Serie sowie die Serie für die Länder des lateinischen Münzverbandes, während die Marken für alle andern Länder in zwei bis drei Wochen nachfolgen werden. Der Preis eines Markenheftchens beträgt in Deutschland Mk. 2.—, in Österreich Kr> 2.—, in Frankreich, Belgien, der Schweiz, Rumänien usw. Frcs. 2—, d. i. also 5 Pfg., 5 Heller, 5 cts. pro Marke. Dementsprechend tragen die österreichischen, deutschen und „lateinischen" Marken als Wertbezeichnung die Ziffer 5; sie unterscheiden sich von einander durch die Farbe. In Rußland wird der Preis der neuen Marke 2 Kopeken, in England V« Penny, in Amerika 1 Cent betragen. Mit dem Erscheinen der neuen Marke setzen wir den Preis der alten in Deutschland und den Ländern der Frankenwährung auf 2 Pfg. bzw. 2 cts. herab. Den Sammelstellen und Nationalfondskommissionen in diesen Ländern stellen wir den Umtausch ihrer größern Vorräte an alten Marken gegen die gleiche Anzahl neuer Marken innerhalb eines Zeitraumes von vier Wochen anheim. Zu diesem Zwecke mögen die betreffenden Verwaltungsstellen die Marken,diesie umzutauschen wünschen, möglichst bald, spätestens aber innerhalb der eben angegebenen Frist, an die Jüdische Kolonialbank in Begleitung eines entsprechenden Schreibens einsenden. Wir hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß die neue Nationalfondsmarke, die dem Andenken des großen Begründers unserer Bewegung geweiht ist, allenthalben lebhaften Anklang finden und dazu beitragen wird, im Sinne des Herzischen Wortes die Agitation für unsern Volksschatz lawinenartig anschwellen zu lassen. Die großen Aufgaben, die an den Nationalfonds gerade im gegenwärtigen Moment, angesichts der weltgeschichtlichen und für unsere nationale Zukunft hochbedeutsamen Ereignisse im Orient herantreten, gebieten uns, die hohe Idee des Nationalfonds in noch weit höherm Maße als bisher zum Gemeingut des gesamten jüdischen Volkes zu machen. Hierzu eignet sich unter allen Sarnrnelmitteln wohl am besten die Nationalfondsmarke. Sie ermöglicht es vorzugswcse — um wieder an die schlichten Worte des verewigten Meisters anzuknüpfen — dem Reichen und dem Armen in Israel, gleichen Anteil an der gemeinsamen Volkssache zu nehmen. So mögen denn die Freunde und Förderer des Jüdischen Nationalfonds in allen Ländern ihr Möglichstes tun, um den Absatz der neuen Herzlmarken immer mehr auszudehnen und zu steigern. Insbesondere richten wir an die Landessammelstellen und Distrikts-

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