Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 10 (5.3.1909)
- Date
- 1909-03-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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beifällig zu.) —: Im übrigen betätigt sich das Komitee in verschiedenen Städten und Kolonien und unterstützt mehrere Schulen und Kindergärten. — Das Komitee sucht auf die andern Schulorganisationen in nationalem Sinne einzuwirken. So hat es die für den hebräischen Unterricht an den Schulen der Alliance zu Beirut, Haifa und Tlberias nötigen Mittet zur Verfügung gestellt und hofft, daß dies nur der Anfang* zueinem gemeinsamen Wirken mit den andern Institutionen sein wird. Referent" erwähnt sodann die Unterstützung des Hebräischen Gymnasiums zu Jaffa» welches das Komitee allein im letzten Schuljahre mit 5000 Frcs. subventionierte, -daneben aber auch für das gesamte Budget (31 000 Frcs.) die Verantwortung übernahm. ' Referent macht sodann zahlenmäßige Angaben über die geradezu erschreckende Sprächenvielheit der palästinensischen Kinder, um die wohltuende Wirkung des Hebräischen als einziger und einigender Unterrichtssprache darzutun. Referent spricht ferner noch über eine Reihe von andern Leistungen des Komitees auf dem Gebiete des Schul- und Erziehungswesens (Subventionen für arabische und türkische Sprachkurse, Subventionierung des Lehrerverbandes, der Verlagsgesellschaft für hebräische Schulbücher „Koheleth", verschiedener städtischer und kolonialer Bibliotheken, der palästinensischen periodischen Presse, wie überhaupt von literarischen Werken, die eine kulturellerzieherische Bedeutung haben) und bringt sodann den Antrag ein, die Generalversammlung möge das neue, Komitee beauftragen, in Palästina ein Seminarium für Kindergärtnerinnen zu gründen und zu unterhalten. Die Resolutionen über das Schulwesen wurden in der vorigen Nummer veröffentlicht. □ □I iPi PALÄSTINA IUI DI DI Einsetzung eines ständigen Schiedsgerichts Jaffa. Die Entwickelung des wirtschaftlichen Lebens in Palästina, besonders auch unter den Juden, leidet nicht zum wenigsten unter der Unsicherheit der Rechtspflege. Die palästinensischen Juden unterstehen, infolge ihrer verschiedenen Staatsangehörigkeit bald den ottomanischen, bald den russischen, bald den österreichischen, bald den französischen, englischen oder deutschen Gesetzen, und ihre Rechtsstreitigkeiten werden bald von diesem, bald von jenem Kon-/ sulate, bald, von dem geistlichen, bald von dem weltlichen türkischen Gerichte entschieden. Diese Mannigfaltigkeit der zuständigen Gesetze und Gerichte erzeugt picht nur eine große Unsicherheit über das, was Rechtens ist, sondern erschwert auch die Verfolgung an sich, klarer Rechtsansprüche in hohem Grade, da die Staatsangehörigkeit der einzelnen nicht immer sofort feststeht, und es für den Kläger ausserdem sehr schwer ist, seihe Sache vor einem fremden Konsulat oder gär vor einem ottomanischen Gerichte zu vertreten. Dazu kommt der Mangel an Advokaten an vielen Ortetf\des Lahdes und der schleppende Geschäftsgang, der türkischen Gerichte.- Schon mehrmals ist deshalb der Ruf nach Schiedsgerichten laut geworden, welche Streitigkeiten unter Juden nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden sollen. Jetzt ist in Jaffa mit einem solchen ständigen Schiedsgericht der Anfang gemacht worden. Der Palästinarat hat eine Kommission von 9 Mitgliedern unter dem Vorsitz des Palästinaamtes gewählt, von denen je 3 allwöchentlich — oder je nach Bedarf mehr oder weniger oft — zu einer Sitzung zusammenkommen und zv/ischen den Parteien, die ihre Streitigkeiten schiedsrichterlich entschieden haben wollen, Recht sprechen sollen. Es ist zu hoffen, daß sich durch dieses Schiedsgericht nicht nur langwierige Prozesse vor den staatlichen Behörden werden vermeiden lassen, sondern daß sich auch allmählich über die verschiedenen, heute in ihrer rechtlichen Beurteilung noch unklaren wirtschaftlichen Beziehungen unter den Juden ein konstanter Gerichtsgebrauch ausbilden wird. . Jaffa. Am 15. Schewat, der nach alter jüdischer Tradition ajs Geburtstag der Bäume gilt, machten sämtliche jüdischen Schulen Jaffas einen Ausflug .nach dem Platze, den die Anglo-Palestine Co. in der Nähe des Meeres gekauft hat. Gegen 600 Schüler nahmen an "dem Ausflüge teil. Auf dem Platze lagen junge 'Bäumchen vorbereitet, die von den Kindern eingepflanzt, wurden. Jerusalem. In der nächsten Zeit werden hier 2 Juden, ein Buchhändler aus Deutschland und ein Orientalist aus Ungarn, eine moderne Buchhandlung errichten. Es wird dies die erste europäische Buchhandlung in Palästina überhaupt sein. Das Schulwesen in Jerusalem Jerusalem. In dem französischen Konsularberichte über Palästina für das Jahr 1907/08 findet sich über die'Schulen in Jerusalem folgende interessante Zusammenstellung: Knaben- Mädchenschulen schulen Mohammedanische 2 1 Katholische 7 8 Protestantische 9 7 Griechische 2 2 Armenische 1 1 Jüdische 25 8 Schüler Schülerinnen Budget 728 ' 292 Frcs. 36000 808 856 „ 653000 658 415 „ 600000 320 350 „ 92500 40 40 „ 46000 3090 1380 „ 606806 46 27 5644 3333 2034306 Demselben Konsularbericht entnehmen wir folgende Aufstellung über die ungefähre Zahl der jüdischen Handwerker in Jerusalem und über ihren durchschnittlichen täglichen Arbeitsverdienst: Ungefähre Anzahl der jüdischen Handwerker in Jerusalem 600 Tischler Tagesverdienst von Frcs. 1,50 bis 4 — 350 Steinhauer 500 Maurer 20 Maler 300 Schuhmacher 200 Schneider 60 Kutscher 100 Klempner 100 Buchdrucker 250 Müller 75 Glaser 20 Buchbinder 200 Weber 300 Modisten 80 Goldschmiede 20 Uhrmacher 80 Strumpfwirker 15 Sattlermeister 20 Stellmacher 150 Ssefer Thora-Schreiber 30 Bildhauer 300 Drechsler 50 Matratzenmacher 40 Tapezierer 30 Kupferschmiede 30 Gießer < 2000 sonstige Handwerker 1— 2- 3 — 1 — 2 — 2, — 2— 1 — 0. 50 2 — 3, — 1 — 2,— 2 — ' 1 — 2 — 1, — 0,60 2 — 1,50 2 — 5,— 2, — 2 — 1 — 5 — 6,— 5— 2,40 4,— 4, - 3— 2,50 5, — 6 — 3, — 5,— 5 — 2 — 4, — 3- 3— 6 — 4 — 4 — 7 — 4 — 6 — •3,— Die Gesamtzahl der jüdischen Handwerker in Jerusalem erreicht also die hohe Ziffer von 6000. Rischon le Zioii. Ein junger Kolonist hat sich eine Brutmaschine angeschafft, und die darauf angestellten Versuche haben ein günstiges Resultat ergeben. Aus den 200 Eiern, die er in die Maschine hineinlegte, sind 174 gesunde Küchlein herausgekommen, die sich vortrefflich entwickeln. Er beabsichtigt daher, sich weitere Maschinen anzuschaffen. Es sind hier populärwissenschaftliche Abendkurse eingerichtet worden, in welchen von einem Chemiker Vorträge über Chemie und Physik gehalten werden. Die jüdischen Arbeiter haben eine billige Volksküche gegründet, wodurch ihnen das Leben in der Kolonie erleichtert worden ist. In diesem Jahre sind gegen 24 jüdische Arbeiter in der Kolonie