Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 9 (26.2.1909)
- Date
- 1909-02-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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die3|kelt ■195 Mo. 9" treterzähl auf dem Kongresse zu erhalten. Das Wahlrecht ist abhängig von der Schekelzahlung! Überall rüstet man sich daher, eine möglichst große Zahl Schekel aufzubringen, um damit das Recht auf Entsendung möglichst vieler Delegierter zum Kongresse zu erhalten. Eines der wirkungsvollsten und erprobtesten Mittel zur Belebung der Schekelsammlung ist die Einrichtung des Schekeltages. An einem bestimmten Tage oder innerhalb eines bestimmten kurz bemessenen Zeitraumes wird an allen Plätzen des betreffenden Bezirkes die Schekelsammlung vorgenommen. Versammlungen, Feste werden veranstaltet, Flugblätter werden verschickt, es wird eine Propaganda von Haus zu Haus — oder wie in einigen englisch sprechenden Ländern auch auf der Straße — betrieben, alles zu dem Zwecke, möglichst viele Gesinnungsgenossen und Freunde zur Zahlung des Schekels zu veranlassen. In diesem Jahre dürfte der „Weltschekeltsg" allgemein während derPessachhalbfeiertage begangen werden. Bereits haben einige Landesorganisationen diese Tage zu Schekeltagen bestimmt. Aber auch das bevorstehende Purimfest eignet sich sehr gut zur Schekelsammlung. In vielen Organisationen und Vereinen sind daher auch Vorbereitungen getroffen worden, um an diesem Tage alle Kräfte auf die Sammlung des Schekels zu konzentrieren. Wir zweifeln nicht daran, daß diesen Vorbereitungen der Erfolg nicht fehlen wird. Bekanntmachung Am Mittwoch den 17. März, um 4 Uhr nachmittags, findet im Lokal „Hotel Kaiser Friedrich", Köln, eine außerordentliche Hauptversammlung des Vereins „Ölbaumspende" E. V. statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Regelung des Verhältnisses zwischen dem Verein Ölbaumspende und dem Jüdischen Nationalfonds. 2. Einberufung von Vorstandssitzungen. 3. Geschäftliche Mitteilungen. Der Verein „Ölbaumspende" E. V. Der Vorsitzende gez.: O. Warburg Deutschland Oberschlesischer Zionistentag Zu dem Samstag den 28. Februar a. c. in Kattowitz stattfindenden IV. Oberschlesischen Zionistentag, dessen Programm wir nachstehend zur Kenntnis bringen, laden wir die verehrlichen Gesinnungsgenossen, sowohl die oberschlesischen wie die aus den benachbarten österreichischen und russischen Grenzbezirken, mit der Bitte um zahlreiches Erscheinen ein, auf daß die Tagung sich zu einer imposanten, nationalen Kundgebung ausgestalte. Der Vorstand des Gruppenverbandes Oberschlesien: Arnold Wiener, Siegm. Rappaport, Dr. A. Cassirer. Programm. Nachmittags pünktlich s/43 Uhr, im Saale des Hotels „Kaiserhof" (Teichstraße), interne Sitzung. Tagesordnung: 1. Eröffnungs- und Begrüßungsansprachen. 2. Tätigkeitsbericht des Ausschusses. 3. Vortrag von Gg. Dr. A. Cassirer-Kattowitz: „Die Aufgaben der zionistischen Organisation in Oberschlesien." 4. Vortrag von Gg. Rechtsanwaltür. Klee-Berlin: „Die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung." 5. Diskussion. Abends pünktlich 8 Uhr, im großen Saale der „Reichshalle": Öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag von Herrn Rechtsanwalt Dr. Klee-Berlin: „Die Juden und die öffentliche Meinung." 2. Vortrag von Herrn Dr. Emil Margulies-Trautenau: „Der Zionismus und die Umwälzung in der Türkei." 3. Diskussion. Leipzig. Dienstag den 2. März 1909, findet im großen Festsaale des Zoologischen Gartens ein orientalisches Fest (Purimball) statt, dessen Reinerträgnis dem Bezalel und dem Verein Ölbaumspende zufließt. Eine größere Kollektion kunstgewerblicher Gegenstände des Bezalei stehen. im Saale zur Schau aus. Alle Freunde des Bezalel und der Ölbaumspende, die die Leipziger Messe besuchen, .werden höflichst ersucht, dieser Veranstaltung beizuwohnen. Das Komitee zur Unterstützung jüdischer Wohlfahrtsinstitutionen in Palästina Hamburg. Am 4. Februar erstattete in einer gut besuchten Ortsgruppenversammlung Referendar Jakob Mölle r-Altona ein gründliches und mit Beifall aufgenommenes Referat über die jüngsten Ereignisse. Der Vorsitzende entwarf ein Lebensbild von Gustav Tuch und schilderte im besondern seine Entwicklung zum Zionismus. — Am 1. und 15. Februar hielt Herr Rabbiner Dr. Loewenthal seine ersten beiden Vorträge über „die geistigen Führer der Judenheit in der Zeit nach Herodes". Die Einladungen waren von vier Vereinen ergangen (Ortsgruppe, Loge, Geschichtsverein und Verein ehem. Talmud-Thora-Schülerj. Der große Saal des Logenheims war überfüllt. Die Vorträge waren außerordentlich fesselnd und lehrreich. —"Am 16. Februar wurde auf zionistische Initiative der „Kunstgewerbeverein Bezalel in Hamburg" begründet, nachdem acht Tage vorher eine Anzahl Bezalelteppiche einem Kreise geladener Gäste vorgelegt waren, mit anschließendem Referat von Dr. Halpern. Der neue Verein, dessen ordentliche Mitglieder einen Jahresbeitrag von mindestens 10 Mark zahlen, wird jährlich eine Verlosung von Bezalelprodukten unter seinen Mitgliedern veranstalten. Bis jetzt sind 50 Herren und Damen beigetreten. Vorsitzender ist Herr D. Münden, stellvertretender Vorsitzender Dr. Halpern, Schatzmeister Arthur Hirschland, Schriftführer Moritz S. Wolff und Herrn. Landau, Beisitzer Rechtsanwalt Alexander, Rechtsanwalt David, H. Hartig, Dr. Huldschiner, P. Jacobsohn und Ludwig Mainz. Lübeck. Am 14. Februar hielt Herr Dr. Halpern in der hiesigen Ortsgruppe einen Vortrag über: „Der Zionismus und die politische Neugestaltung in der Türkei." Die Zuhörer folgten den klaren und hochinteressanten Ausführungen des Redners mit dem größten Interesse. Frankfurt a. M. Die zionistische Vereinigung Frankfurt a. M. veranstaltete am 11. Februar er. eine öffentliche Versammlung im großen Börsensaale und hatte hierzu als Redner Dr. Margulies- Trautenau gewonnen, der auf einer Vortragstournee durch Deutschland begriffen ist. Der Vorsitzende Herr Rechtsanwalt Dr. Siegfried Schwarzschild eröffnete die stark besuchte Versammlung und begrüßte' den Redner, der durch seine feurige, begeisternde Beredsamkeit für die zionistische Bewegung in Deutschland und Österreich große Erfolge erzielte. Der Redner führte in einer dreiviertelstündigen formvollendeten Rede aus, daß die Juden, seit sie den Kerkermauern des Ghettos entronnen, den Weg ins Freie gesucht, den Weg, der zum Ziele bürgerlicher Freiheit und der Gleichberechtigung mit ihrer nichtjüdischen Umgebung führen sollte, wie sie selbst bei Preisgabe ihres Judentums, bei Negierung jüdischer Religion und Sitte nicht zum Ziele gelangten. Alles vergebens; Vorurteil, Haß und Abneigung haben sich kaum vermindert. Da habe uns nun Theodor Herzl auf den Zionismus verwiesen, als den Weg, der ins Freie führt, auf dem wir unser Ziel erreichen können. Wir sind nun auf den Weg verwiesen, der ins Freie führt, der die Brücke bildet zwischen unsrer großen Vergangenheit und einer hoffnungsvollen Zukunft. Wir tappen nicht mehr im Dunkeln, das schöne Ziel ist der Stern, der uns ins Freie leuchtet. Der Redner schloß unter reichem Beifall seine begeisternden und interessanten Ausführungen. Nachdem der Vorsitzende noch auf die Organisation und die praktische Arbeit des Zionismus hingewiesen, führte Herr Dr. Margulies, durch Anfragen aus der Versammlung hierzu veranlaßt, in seinem Schlußworte noch aus, daß Zionismus und Patriotismus keine sich ausschließenden Begriffe seien, und daß es für die Zionisten keinen Zwiespalt gebe bei Betätigung patriotischer Gesinnung. Der Vortrag brachte der hiesigen Ortsgruppe eine Anzahl neuer Mitglieder und dürfte bei allen Zuhörern mannigfaltige Wirkung hinterlassen haben. Österreich Prag. Am 14. d. M. hielt der Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" seine 33. Generalversammlung ab. Dem Berichte des abtretenden Ausschusses ist zu entnehmen, daß die Arbeit des Vereins in diesem Semester eine außerordentlich rege war. Nach innen arbeitete der Verein durch Seminare zur Pflege der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte, durch Diskussionen über zionistische und allgemein jüdische Fragen, endlich durch Vereins-