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Die Welt · 1909-02-12 · 7 (12.2.1909) · page 16

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
7 (12.2.1909)
Date
1909-02-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
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158 DIEMKE LT No 7 Josef Jsraels und der Bezalel Es ist bekannt, welch hohe Wertschätzung Josef Israels den natianaljüdischen Kulturbestrebungen in Palästina entgegenbringt. Soeben erfahren wir, daß der Meister seinen 85 jährigen Geburtstag zum Anlaß genommen hat, um dieser seiner Sympathie besonderen Ausdruck zu geben. Wie uns ein Privattelegramm aus Berlin meldet, hat Josef Israels dem Bezalel sein Selbstporträt zum Geschenk gemacht. Jahreskonferenz der A. I. U. Die Deutsche Konferenzgemeinschaft der Alliance Israelite Universelle hält am 16. Februar d. J. im großen Saal des Verwaltungsgebäudes der Jüdischen Gemeinde Berlin ihre sechste regelmäßige Jahressitzung ab. Auf der Tagesordnung steht in der Hauptsache der Rechenschafts- und Arbeitsbericht des Präsidiums für das Jahr 1908, der Bericht der Mitglieder über ihre Bezirke, der vorläufige Bericht des Herrn Rabbiners Dr. Porges in Leipzig über die Schulinspektionsreise nach dem Orient und die Neuwahl des Vorstandes ^. ^^REVUE DER PRESSE*^" □ □ Thp iVlficpfj- Reorganisation der zionistischen Bewegung t>aean«enthält in seinem Januarheft eine eingehende Begründung des von uns jüngst erwähnten Dr. Magnes'schen Vorschlages einer Reorganisation unserer Bewegung: „In der letzten Versammlung des' Exekutivkomitees der amerikanischen Föderation schlug Dr. Magnes einen neuen Plan der zionistischen Organisation vor. Es war, kurz gesagt, ein Projekt, das eine vollkommene Umwälzung der im Zionismus organisierten Kräfte in sich barg, indem er das Schwergewicht der zionistischen Tätigkeit auf den Schekel und den Nationalfonds konzentriert und den Aufbau der Organisation nicht auf Vereinen, sondern auf Gruppen tätiger Zionisten fordert. Die Bewegung hat bis heute auf Vereinen basiert deren Ziele mit dem Zionismus nur in losem Zusammenhang standen. In der gegenwärtigen Zeit spiegelt sich die Stärke der Bewegung nur schwach in diesen Vereinen wieder, denn es*sind eine Menge xMänner und Frauen auf der Bildfläche erschienen, welche zwar Zionisten sind, deren Verhältnis zur Bewegung aber noch definiert werden muß und deren Tätigkeit mehr zur Wiiksamkeit gebracht werden könnte. Die Vereine verdanken ihre Existenz zum großen Teile den gesellschaftlichen Bedürfnissen ihrer Gründer, und wenn ein Mann oder eine Frau infolge der Nutzlosigkeit von gesellschaftlichen Beziehungen in diesen Kreisen nicht darin eintreten kann, so ist es unmöglich, sie innerhalb unserer Organisation unterzubringen. Die Stärke des Zionismus ist größer als die Stärke unserer Vereine. Aber wir haben nicht die Mittel, uns diese Stärke nutzbar zu machen, unsere Organisation ist fehlerhaft. Wir brauchen vor ollem in jedem jüdischen Zentrum eine Gruppe von Männern und Frauen, welche die nachdrückliche Verfolgung des Zieles unserer Bewegung zum Inhalt ihrer ganzen jüdischen Tätigkeit machen. Es wäre eitel, zu denken, daß wir Zionisten durch zionistische Vereine schaffen können. Jeder dieser Vereine weiß drei untergeordnete Gründe vor einem zionistischen Grund zu seiner Existenzberechtigung anzuführen. Wir müssen Arbeiter haben, welche äie grundlegenden Arbeiten zionistischer Tätigkeit auf sich nehmen, nämlich die Ideale des Zionismus von Mund zu Mund durch Verbreitung der zionistischen Literatur zu propagieren, eine Arbeit, deren Resultate zum Ausdruck kommen sollten nicht in Sammlungen für verschiedene Palästinafonds, sondern in Schekelquittungen und Beiträgen zum Nationalfonds, zwei Nationalschätze, deren Fonds von Zionisten kommen müssen. Palästinensische Zwecke sind nicht gering zu achten, aber Beiträge dazu müssen von Personen kommen, die in ihrem Denken durch die Bemühungen der Zionisten in der oben erwähnten Richtung hin beeinflußt worden sind. Es kann niemals die Zahl der zionistischen Arbeiter gleich sein der Zahl der Zionisten. Wir brauchen dies nicht zu erwarten, aber wenn wir Arbeiter haben, die ihr ganzes Leben nur zionistischer Arbeit geweiht haben, werden wir fähig sein, deren Zahl beständig zu vermehren. Mit diesen Kräften müssen wir eine Arbeit antreten, die die Ziele der Bewegung wirksam und ununterbrochen den amerikanischen Juden vor Augen führen wird . . . ■ mr* t ü ÜberdieKonferenz jüdischer Farmer Judische Farmerkonferenz AnierikaSj über dJie wir in dieser Nummer an anderer Stelle berichten, urteilt der „Jewish Exponent", wie folgt: „Die Konferenz jüdischer Farmer der östlichen Staaten, die verflossene Woche in New York stattfand, bildete eine angenehme und unvermutete Überraschung. Die Zusammenkunft von Vertretern aller bedeutenderen jüdischen Ackerbaugemeinschaften des Ostens bezeichnet den Beginn einer neuen Ära, deren zukünftige Entwicklungen nur die mit prophetischem Deutungsvermögen Begabten abschätzen könnten. Praktische jüdische Farmer, die alle Zweige des Ackerbaues vertreten, kamen zu freundschaftlicher Beratung zusammen und besprachen die vielen Fragen, die ihre eignen Interessen berühren, mit begabter und geschäftsmännischer Gewandtheit. Diese Männer, die mit dem Boden verbunden sind und die Arbeit, die ihnen obliegt, ganz und gar verstehen, zeigten eine Anhänglichkeit und Begeisterung für ihren Beruf, die beweist, daß ihr Beruf ihnen keineswegs auferzwungen war, sondern fröhlich gewählt wurde als eine ehrenvolle und angenehme Methode, an den ernsten Geschäften des Lebens teilzunehmen. Diese Farmer sind fast alle geboren in Rußland und Rumänien. Sie haben die hervorragenden Eigenschaften und die Fähigkeiten gezeigt, die allein ihre Landesgenossen in der alten Heimat in den Stand setzen, den Wechselfällen zu widerstehen, denen sie sich jederzeit ausgesetzt sehen. Viel ist geschrieben und gesprochen worden über die Wege, auf denen einige jüdische Einwanderer in den letzten Jahren niedrigen und feindlichen Einflüssen unterlegen sind. Jeder unbefangene Beobachter muß zugeben, daß die Zahl dieser nicht in Betracht kommt gegenüber der ungeheuren Menge geduldiger, arbeitsamer und ernster Männer und Frauen, die ungeachtet der meist unglaublichen Widerwärtigkeiten sich abgemüht haben, sich und ihren Kindern eine sichere Stellung zu verschaffen. In dieser Armee nimmt der jüdische Farmer einen hervorragenden Platz ein. Er hat mit unzureichenden Hilfsmitteln, ungenügender Kenntnis beim Beginne der Arbeit und der Gegnerschaft vieler zu tun gehabt, die auf seine Bemühungen mit scheelen Augen geblickt haben. Daß ungeachtet all dessen der Verlauf der Versammlung und die statistischen Details, die von den Delegierten vorgebracht wurden, klarbeweisen, daß die jüdischen Ackerbauunternehmungen über den Experimentierpunkt bereits hinausgeschritten und zu einer gesicherten und einträglichen Position in diesem Lande gelangt sind, ist eine der bedeutsamsten Erscheinungen der jüngsten jüdischen Geschichte." K , . t. In der letzten Nummer des „Jewish Comment*' Kolonisation fjnden wjr folgende interessante Betrachtung: „Die Frage der Kolonisation der östlichen Juden taucht immer wieder aufs neue auf. Es gibt heute kaum irgendein unerschlossenes Land, das nicht als empfehlenswert für das Volk der nie endigenden Diaspora angesehen würde. Jüngst erst ist Mexiko in Vorschlag gebracht worden. Wenn nun auch der geeignete Platz der Kolonisation noch eine Streitfrage bildet, so wird doch allgemein die Kolonisation selbst als dringende Forderung betrachtet. Schon seitdem der Auszug aus Rußland im Anfang der achtziger Jahre begann, blieb das dringende Verlangen nach der Bildung jüdischer Kolonien trotz aller Fehlschläge bestehen. Diese Richtung mußte aus zwei Gesichtspunkten heraus Anklang finden, erstens dem, daß die Lage der Juden in Osteuropa unmöglich ist, und zweitens dem, daß die Juden für ihre Entwicklung eigener Gemeinschaften bedürfen. Niemand kann sagen, daß die Lage der Juden in Rußland heute glücklicher ist als zu der Zeit, da Baron Hirsch zuerst seine Augen auf Argentinien richtete. Im Gegenteil, sie ist schlimmer. Ökonomisch, physisch und moralisch hat der russische Jude auf einem Stillstand beharrt, wenn er nicht gar zurückgegangen ist, und die Aussicht auf eine Besserung der Dinge in einer unbestimmten Zukunft hat nicht dazu gedient, sein Los erträglicher zu machen. Diese krassen, handgreiflichen Tatsachen sind für die Juden der ganzen Welt andauernd ein Antrieb gewesen, auf Abhilfe zu sinnen. Einwanderung war natürlich der erste Gedanke, und er wurde ermutigt nicht nur dadurch, daß man den

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