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Die Welt · 1909-02-05 · 6 (5.2.1909) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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128 btEÄELT No. 6. las \f doxie, für die er trotz gegenteiliger Gesinnung volles Verständnis habe, zur regen Mitarbeit auf. Die Orthodoxie könne nicht länger untätige Kritik üben und müsse in ihrem eignen Interesse am Zionismus mitarbeiten. Den Redner belohnte reicher und starker Beifall, der bewies, daß Herr Simon die Herzen der Zuhörer erobert hatte. Die nachfolgende, sehr lebhafte Diskussion zeigte dies auch. Gegenrednern wurde von mehreren Herren aus der Mitte der Versammlung treffend erwidert. Mit einigen kernigen Schlußworten des Herrn Simon schloß der interessante Abend, dessen Ergebnis ein großer moralischer Erfolg und ein wesentlicher Mitgliederzuwachs war. Prankfurt a« M. Die zionistische Ortsgruppe Frankfurt a. M. hatte am 26. Januar, die Genugtuung, einen so bedeutenden Palästinakenner wie Herrn Davis Trietsch in ihrer Mitte zu begrüßen. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum sprach Herr Trietsch über „Die Juden in der neuen Türkei". Er schilderte, wie schon in alten Zeiten die Türkei stets eine Zufluchtsstätte für die vertriebenen Juden aller Länder gewesen sei, und wie sie noch heute denselben gastfreie Aufnahme gewähre. 500 000 Juden leben heute in der Türkei, und entsprechend ihrem Zahlenverhältnis haben sie auch vier Abgeordnete im neuen Parlament. In Jerusalem ist Hebräisch zur Umgangssprache geworden, an die sich auch die Araber, ähnlich wie in den Kolonien, schon gewöhnt haben. Eingehend schilderte der Redner sodann die gegenwärtige wirtschaftliche und kommerzielle Situation Palästinas, insbesondere rühmte er dabei die Tätigkeit der der zionistischen Organisation unterstehenden Bank, des Jewish Colonial Trust in London, nebst deren Filialen,der Anglo Palestine Company in Jaffa, Beyrut, Jerusalem, Hebron und der Anglo Levantine Banking Company, Konstantinopel. Zahlreiche Anfragen aus der Mitte der Versammlung gaben Herrn Trietsch Gelegenheit, in einem Schlußworte noch viele interessante Anschlüsse zu geben. Österreich Mährisch-schlesischer Distriktstag Am 17. Januar 1909 fand in Olmütz der diesjährige ordentliche Distriktstag für Mähren und Schlesien statt. An demselben nahmen als Vertreter von 7 Vereinen 16 Delegierte teil, unter ihnen auch das ganze engere D. K. und die Obmänner der Kreise Iglau, Proßnitz, Troppau und Bielitz. Den Rechenschaftsbericht des engeren m.-schl. D. K. erstattete dessen Obmann, Herr Dr. Robert . Lichtwitz. Er betonte, daß das D. K. bei der Führung der Geschäfte in erster Linie bemüht war, die Arbeiten im Distrikte nach bestimmten Grundsätzen einheitlich zu gestalten. Es schritt sofort nach seiner Konstituierung daran, die auf dem vorjährigen Distriktstage zu Troppau geschaffene Institution der Kreise ins Leben zu rufen. Während sich jedoch in Troppau, Proßnitz und Iglau in den Gg. Dr. Gallus, Fritz Low und Richard Heißenstein bald geeignete Kreisobmänner fanden, stieß die Konstituierung der andern Kreisleitungen auf mancherlei Schwierigkeiten, bis in Bielitz Gg. Adolf Huppert an die Spitze des Kreises trat, Gg. Dr. Reach in Gaya die Leitung des Kreises Ung. Hradisch übernahm und in Brünn Gg. Dr. Heiner, sodann Gg. Kornelius Strach die Geschäfte eines Kreisobmannes in umsichtiger und rühriger Weise führten. An dem Zusammenschluß der drei westösterreichischen Distrikte, welcher am Brünner Parteitage vom 28. und 29. Juni 1908 mit der Schaffung eines westösterreichischen Zentralkomitees und Zentralbureaus endgültig erfolgte, nahm das D. K. lebhaften und aktiven Anteil und entsandte zu den Sitzungen des Z. K. stets einen Vertreter aus seiner Mitte. Am 10. Mai 1908 fand in Brünn eine Sitzung des großen D. K. statt, die von allen Kreisobmännern besucht war und über alle Angelegenheiten des Distriktes beriet. Vor Beginn des west-österr. Parteitages hatten die Gg. aus unserm Distrikte auf dem vom D. K. einberufenen a. o. D. T. Gelegenheit, zum Parteitag selbst Stellung zu nehmen. DasD.-K. richtete seine Aufmerksamkeit von Anfang an dahin, in jedem von Juden bewohnten Orte des Distriktes wenigstens einen Vertrauensmann und womöglich auch N.-F.-Kommissär zu gewinnen. Um den Vertrauensmännern die Agitation von Haus zu Haus zu erleichtern, wurde ein für die Massenagitation bestimmtes Flugblatt vom D.-K. verfaßt und in 6000 Exemplaren über den ganzen Distrikt verbreitet. Die eifrigste Sammelarbeit für den Jüdischen N.-F. war das nächste Ziel des D.-K.; es sorgte für rasche und weiteste Verbreitung von Broschüren, Flugschriften, Sammelbüchsen und Sammelbogen, förderte die Ömaumspende, insbesondere aus Anlaß der Herzlfeier, hielt alle Sammelmittel in stetem Kontakt mit der Sammelstelle in Wien in genauer Evidenz, so daß eine erhebliche Steigerung der Eingänge für den N.-F. verzeichnet werden kann. — Die Organisation der Schekelsammlung läßt viel zu wünschen übrig, sie bedarf einer durchgreifenden Verbesserung; es darf nicht mehr vorkommen, daß Schekelbloeks verloren gehen oder trotz Urgenz nicht eingebracht werden können oder daß mit Blocks fremder Distrikte in unserm Distrikte gesammelt wird, wie dies von selten einiger Studenten im letzten Jahre geschehen ist. Das D.-K. hat nunmehr genaue Listen über alle Schekelzahler angelegt, die für die nächstjährige Sammlung als Grundlage dienen werden. Die Gesamtzahl der Schekel betrug im Jahre 1908 1282 Schekel gegenüber 1305 Schekel im Jahre 1907, doch wurden 1390.40 Kr. gegenüber 1305 Kr. im Jahre 1907 abgeführt. — Einen wunden Punkt in der Organisation bildet die Parteisteuer, auf deren Eingang das D.-K. geradezu angewiesen ist, um seine Verwaltungskosten zu decken. Die Auslagen für die Anschaffung von Agitationsmaterial, Schreibrequisiten und Porti — der Schriftführer allein hatte 323 Briefe zu versenden —, für Vergütung von Reisespesen, der Beitrag zu den Kosten des westösterreichischen Z.-K. im Betrage von 700 Kr. machen es unumgänglich notwendig, daß jeder Gg. seine Parteisteuer entrichte, soll nicht der ganze Organismus wieder stillstehen. — Von dem Arbeitsausschusse der m.-schl. Ferialverbindungen, welcher die Studentenschaft im engeren D.-K. vertreten sollte, wurde dieses fast ganz im Stiche gelassen; auf 21 Briefe erhielt es drei Antwortschreiben, die an den Arbeitsausschuß abgesandten Schekelbloeks kamen zurück, ohne daß ihnen auch nur ein einziger Schekel entnommen worden war. Das D. K. würde es mit Freuden begrüßen, wenn die in Wien inskribierten Studenten aus unserem Distrikte ihren Pflichten der Organisation gegenüber eifriger nachkämen, wie es die Brünner Studentenschaft in so erfreulicher Weise tut. Die Grundsätze, von denen sich das D. K. bei allen seinenArbeiten leiten ließ, lassen sich in den Worten zusammenfassen: Zielbewußte, von unten nach oben aufbauende Werbetätigkeit für den Zionismus im Sinne einer ausgesprochenen Palästitiaarbeit und Zurückstellung einer politisch österreichischen Tätigkeit hinten jener. Dazu gehört insbesondere auch die Durchsetzung aller schon bestehenden jüdischen Körperschaften und Vereinigungen mit Gg., in erster Linie natürlich auch der Kultusgemeindevertretungen. Sodann erstatteten die Kreismänner ihre Berichte. Nach eingehender Debatte, in welcher die Klage häufig wiederkehrte, daß der Mangel an geeigneten Rednern die Entwicklung der Bewegung sehr behindere, und nach dem Berichte der Revisoren, der Herren Wilhelm Spitzer und Josef Grünberger, daß sie die Kassa in vollster Ordnung befanden, wurde dem abtretenden Di. K. Absolutorium erteilt und der Dank ausgesprochen. Sodann erstattete Gg. Gustav Finzi das Budgetreferat; er beziffert das Erfordernis für das nächste Geschäftsjahr mit 1880 K.; die Bedeckung ist in den Eingängen aus der Parteisteuer und der Rückvergütungsquote der Schekolim, deren Einhebung aufs kräftigste forciert werden muß, in einer von jeder mit Entree stattfindenden Veranstaltung zu bezahlenden Abgabe per 10 K. und endlich in einem 50 K. betragenden Betrage der N.-F.-Sammelstelle zu den Lasten der N.-F.-Verwaltung im Distrikte zu finden. Der Voranschlag wird nach erschöpfendster Diskussion einstimmig angenommen. Hierauf berichtet Gg. Dr. Fritz Ekstein über den N.-F. Er konnte bei einer Schlußsumme von 6651.07 K. eine erfreuliche Steigerung der N.-F.-Einnahme feststellen; nachdem er die einzelnen Sammelmittel und ihre Ertragsfähigkeit besprochen hatte, richtete er einen warmen Appell für den „Bezalel" an den D. T. Die Neuwahlen ergaben: Dr. Robert Lichtwitz, Obmann, Gustav Finzi, Dr. Simon Friedmann, Dr. Fritz Ekstein, Mitglieder des eng. D. K. das seinen Sitz in Troppau behält. Dem ausscheidenden Gg. Heinrich Slatnar wird für seine überaus rührige Tätigkeit der besondere Dank des D. T. ausgesprochen. Von den am D. T. beschlossenen Resolutionen sind hervorzuheben: f. Resolution des Herrn Ing. Oskar Stern (Giskalah, Proßnitz) enthaltend, daß der IX. Kongreß in Wien stattfinden möge; 2. Resolution des Herrn Heinrich Slatnar (e. D. K.): Der m. schl. D. T. ermächtigt das neugewählte D. K. den Schekelgruppen, die mindestens 20 Schekelzahler umfassen und die vorgeschriebenen Landesbeiträge entrichten, das Recht zur Beschickung der D. T. durch einen Delegierten aus ihrer Mitte einzuräumen; 3. Resolution des Herrn Dr. Fritz Ekstein (e. D. K.): Der m. schl. D. T. erklärt es für eine strikte Pflicht, der m. schles. Ferialverbindungen dem D. K. so bald als möglich eine vollständige Liste ihrer aktiven Mitglieder und ihrer im m. schl. Distrikte {wohnhaften A. H. A. H. samt deren Wohnorten bekannt zu geben; 4. Resolution des Herrn Gustav Finzi (e. D. K.): Der m. schl. D. T. begrüßt die Schritte, die der Verein „Theodor Herzl" in Iglau gegen die Taufseuche in seiner Kultusgemeinde unternommen hat, und empfiehlt sie zur Nachahmung. Wien: Die erste große Veranstaltung dieser Saison, der Ball der akademischen Verbindung „Kadimah", fand heuer am N* k

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