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Die Welt · 1909-01-22 · 4 (22.1.1909) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
4 (22.1.1909)
Date
1909-01-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Nationalbibliothek, eines zu gründenden Informationsbureaus für Auswanderer nach Palästina und befürwortet Maßnahmen zur Förderung des Absatzes von Palästinaerzeugnissen. Auf dem Gebiete der Landespolitik bespricht Redner die notwendigen kulturellen und wirtschaftlichen Hebungsarbeiten. (Lebhafter Beifall.) In der darauffolgenden Debatte ergriffen das Wort die Herren Frostig, Dr. M. Braude, der auf die zu gründende Bank hinwies, So ff er mann, der von der guten Entwicklung der 26 hebräischen Schulen Qaliziens sprach, Dr. Hausmann, Buchbinder, Wechsler, Tombak, Braff, Klinghofer u. m. a. In das neue Distriktskomitee wurden gewählt: Dr. Schreiber, Salomon Schiller, Dr. Alex. Hausmann, Dr. Hescheles, Meyer, Dr. Rosmarin, Dr. Löwenherz, D. Tiger, Tombak, S. Gerstmann und A. Rothfeld. Für die Provinz die Herren: Tartakower, Pas weg, Schönbach, Soffermann, Robinsohn und Katz. Um 12 Uhr nachts wurde der Distriktstag geschlossen. Kanada Für den Parteifonds Die Federation of Zionist Societies of Canada hat einen sehr wirkungsvollen Appell an ihre Vereine erlassen, in denen diese zu einer lebhaftem und eifrigem Arbeit für den Parteifonds aufgefordert werden, und dieser Aufruf hat bereits einen beträchtlichen Erfolg gezeitigt. Um ein gutes Beispiel für die Sammlung zu geben, hielt das Exekutivkomitee der Federation jüngst eine Sitzung ab, in der von den Mitgliedern des Exekutivkomitees allein fast dreitausend Mark für den Parteifonds gezeichnet wurden. Der Präsident der Federation, Mr. Clarence de Sola, eröffnete die Liste mit einer Zeichnung von 600^, Herr A. Levin, der Vizepräsident, folgte mit einer Zeichnung von 400 Jl, und die Mehrzahl der andern Funktionäre zeichneten gleichfalls Beträge von 100 bis 200 Ji. Seitdem sind auch von andern Gesinnungsgenossen erhebliche Beiträge zugesagt worden, so daß kein Zweifel darüber obwalten kann, daß Kanada in der Sammlung für den Parteifonds sehr gut abschneiden wird. (Wir möchten diesen Bericht nicht schließen, ohne mit einigen Worten auf die symptomatische Bedeutung hinzuweisen, die ihm zukommt. Diese liegt darin, daß diese Sammlung die zweite Aktion der kanadischen Föderation für den Parteifonds darstellt. Nachdem das Resultat der ersten Sammlung nur etwas über Jl 2000 erbracht hatte, hat die kanadische Föderation nicht wie die meisten andern die Arbeit für den Parteifonds als aussichtslos eingestellt, sondern hat sie im Gegenteil mit neuer Kraft wieder aufgenommen. Die neue politische Lage schien ihr mit Recht ganz besonders geeignet, um eine Sammlung durchzuführen, die bestimmt ist, der Leitung der Bewegung die Mittel zur politischen und praktischen Ausnutzung dieser neuen Situation zu verschaffen. Und der Erfolg zeigt, daß sie mit ihrer Meinung nicht im Unrecht war. Es wäre lebhaft zu wünschen, daß die andern Landesorganisationen dem rühmenswerten Beispiel der kanadischen Federation recht eifrig folgten.) Schekelsarnmlung Der Präsident der kanadischen Federation, Herr Clarence de Sola, hat allen zionistischen Vereinen in Kanada Weisung zugehen lassen, den ersten Sonntag der Chanukawoche als Schekeltag zu begehen. Herrn de Solas Aufforderung fand begeisterte Zustimmung im ganzen Lande, über zwanzig Schekelversammlungen wurden an ein und demselben Tage in Kanada abgehalten. In Montreal fand eine große Massenschekelversammlung' in der Halle des Hirschinstituts statt, die von den vier führenden zionistischen Organisationen Montreals, der Agudath Zion Society, B'noth Zion, B'nai Zion Kadimah und dein zionistischen Jugendverein arrangiert war. Herr Leon Goldman präsidierte und fand für seine begeisternden Eröffnungsworte lebhaften Beifall. Die Herren Clarence de Sola, Rabbi Nathan Gordon und Rabbi Hirsch Cohen waren die Redner des Abends. Die Ausführungen Rabbi Gordons entfesselten Beifallsstürme, mit zündender Beredsamkeit trat er für eine ernste, aktive Politik ein. Herr Clarence de Sola verglich die Nichtbereitschaft der Juden, aus den Gelegenheiten Vorteil für die nationale Wiederbelebung zu ziehen mit der ähnlichen Unbereitschaft der Engländer in alten Tagen zur Zeit Ethelreds des „Unbereiten". Die gegenwärtige Unbereitschaft der Juden, die die Lehren der Vergangenheit nicht beachten, sei nicht weniger schlimm als ein Verbrechen. Sie müßten sich aufraffen, große Probleme durch jene großen Mittel und Methoden zu lösen, die der Zionismus allein bietet. Rabbi Hirsch Cohen sagte, die geschriebenen Gesetze des Antiochus gegen die Juden seien für diese nicht weniger hart und verderblich gewesen als die ungeschriebenen Gesetze der sozialen und ökonomischen Lage von heute, die die Existenz des Judentums allüberall hinderten. Nur wenn wir ein eignes Land besitzen, werden diese ungeschriebenen Gesetze veralten. Auch in Toronto wurde unter der Leitung der Herren Alexander Cahn, B. Stone und anderer bewährter Gesinnungsgenossen während der Chanukawoche und besonders am Schekeltag sehr eifrig für den Schekel gearbeitet. Außer den Männervereinen waren auch die Frauenvereine, Toronto Daughters of Zion unter dem Vorsitz der Damen Mary Landsberg und Doris Simon und B'noth Zion Kadimah, unter dem Vorsitz der Damen J. Cohen und R. L. Wolf sehr tätig. Eine ungewöhnlich große Veranstaltung unternimmt die Federation in Winnipeg, Manitoba. Der unermüdliche Sekretär der Federation, Herr J. S. Leo, ist zu diesem Zwecke eigens nach Winnipeg gereist. Voraussichtlich werden Reverend Masliansky und andere bekannte jüdische und englische Redner bei dieser Massenversammlung sprechen. Amerika Sitzung des Exekutivkomitees Eine sehr interessante und wichtige Sitzung des Exekutivkomitees der Federation of American Zionists fand am 2. Dezember in Newyork statt. An der Sitzung nahmen folgende Herren teil: Dr. Friedenwald, Vorsitzender, Pensky, Friedländer, Lipsky, Newstad, Abel, Kohn, Joseph, Epstein, Abejow, und Schmarjahu Lewin als Gast und der Sekretär Jasin. Auf Vorschlag des Sekretärs wurde beschlossen, einen Organisator für Newyork fest anzustellen. Diesem Funktionär soll ein kleines festes Gehalt garantiert werden, das durch eine Privatsammlung bereits aufgebracht wurde. Außerdem soll er von allen Sammlungen für zionistische Zwecke, die er unternimmt, einen kleinen Prozentsatz als Honorar erhalten. Des v/eitern ist seitens der Federation ein besonderer Propagandist für Newyork angestellt worden, und zwar ist es gelungen, den bekannten jüdischen Volksredner Salomon Frenkel hierfür zu gewinnen. In der Abendsitzung gab Dr. J. L. Magnes sehr bemerkenswerte Anregungen für die Entfaltung einer größeren Propaganda, die wegen ihrer prinzipiellen Bedeutung auch für die zionistische Allgemeinheit von Interesse sind. Er bezeichnete sich als Gegner einer Tätigkeit, die ihre Anstrengungen auf die Erhaltung einer beschränkten Zahl von Vereinen konzentriere, die tatsächlich nicht die große Sympathie und das tiefgehende Interesse repräsentierten, das die gesamte Judenheit heute an dem Zionismus nehme, wo jedermann einsehe, daß die Errichtung einer autonomen jüdischen Siedelung in Palästina ein Werk unserer Tage zu werden verspreche. „Praktische Arbeit" in Palästina sollte darum denjenigen Juden und jüdischen Organisationen überlassen werden, die das erforderliche Kapital und die notwendige Geschäftsgewandtheit besitzen; die zionistische Organisation aber, die ihrer ganzen Natur nach solche Arbeit nicht zu einem erfolgreichen Ende führen könne, sollte sich absolut darauf beschränken, das jüdische Volk in ihre Reihen einzureihen. Sie sollte die nationale Idee so weit als möglich in Wort und Schrift verbreiten und sich selbst auf die Verbreitung von Palästinakenntnis und die Erweckung von Liebe zum heiligen Lande beschränken. Sie sollte aufhören, ihre Kräfte in tausend verschiedenen Dingen zu zersplittern, und sollte sich auf den Schekel konzentrieren. Dieses werde die Bewegung groß und demokratisch machen und würde die Einzelperson und nicht den Verein zur zionistischen Einheitsform stempeln. Das würde nicht ausschließen, daß auch weiterhin Arbeitslustige sich zum Zwecke bestimmter Arbeiten zusammenschließen, daß Vereine sich bildeten oder sich auflösten, je nachdem das Bedürfnis dafür vorhanden sei oder nicht, ganz so wie jetzt. Dr. Magnes schlug schließlich vor, daß die American Federation sich jetzt ganz der Arbeit für den Schekel widme, eine sehr große Propaganda durch Monstermassenversammlungen entfalte usw. Er glaubt, daß auf diese Weise allein in Newyork 50 000 Schekel aufgebracht werden könnten, was die Gewinnung von ebensovielen Zionisten und Freunden des Zionismus bedeute. In diesem Falle werde sicher auch das Aktionskomitee bereit sein, in einen Abzug von 50°/o zu willigen, und diese Summe werde hinreichen, um die Federation auf eine finanziell unabhängige Grundlage zu stellen. Er beantragte daher, ein Schekelkomitee einzusetzen. Diesem Antrage wurde stattgegeben und in das Komitee die Herren Maltin, Epstein, Lipsky und Friedländer gewähllt. Hierdurch bringen wir zur Kenntnis, daß wir Herrn Mai er Henisch in Stanislau zum Vertrauensmann unseres Vereins für Süd-Galizien ernannt und ihn ermächtigt haben, Mitglieder für uns zu werben und Beiträge für unsere Rechnung entgegenzunehmen. Der Vorstand des „Bezalel": Bertrand Hamburg, Schatzmeister, BerlinW. 15, Bleibtreustraße 34/35

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