Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 4 (22.1.1909)
- Date
- 1909-01-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3315709-3316349-3316356--51536-3345183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
;i l t ii 84 DIE3SELT Dwoschies, ist gestorben; Meier Zimbel ist bankerott, Herschke mit dem Schnurrbart ist abgebrannt, Nechemje Wiksdaje hat sich erhängt und Meier Kanarek — der Blitzkerl! — „hat sich überlegt", nahm Frau und Kinder und beide Schwiegertöchter mit den drei Schwiegersöhnen, und der alten Schwiegermutter und dazu noch schöne einige tausend Rubel bei der No. 4 Stadt und reiste angeblich nach Nowoselitza auf eine Hochzeit und kam bis auf den heutigen Tag nicht mehr zurück, schon gegen vier Monate, — weißt Du, wo er ist? — In Amerika! Schöne Geschichten passieren heutzutage! Wie sagt die Mutter: ,,Je mehr man lebt, desto mehr ißt man". t t IS ■ M O0O00O0|) <r— o o o o o o AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o Q O o o o o *!1 * \ l! (t: h M h 1 M r »f * , >l * \S - •'I n •1 Für die gelegentlich der Eröffnung des ottomanischen Parlaments telegraphisch übermittelten Glückwünsche ist dem Präsidenten des A. C. durch den kaiserlich-ottomanischen Botschafter in Berlin brieflich der beste Dank der Volksvertretung übermittelt worden. Deutschland Hamburg. Am 4. Januar sprach in der hiesigen Ortsgruppe vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Herr Rabbiner Dr. Max Joseph aus Stolp über das Thema: „Im Kampf um den Zionismus". Die energischen scharf pointierten Ausführungen des Redners weckten lebhaften Beifall. Der Vorsitzende Herr Dr. Kalmus begrüßte es mit großer Genugtuung, daß ein Rabbiner so ehrlich und offen den Zionismus vertrete und den Widersinn der Missionstheorie aufgedeckt habe. Breslau. Der Überschuß des diesjährigen Chanukkahfestes gelangte folgendermaßen zur Verwendung: Bezalel ...........Jt 300,— 40 Ölbäume.........„ 240,— Misr. Mittelschule......„ 150,— Kulturfonds........„ 60 — Diskins Waisenhaus, Jerusalem . „ 60,— Kleinere Palästinaspenden . . . „ 38,73 Sa. Jt 848,73 Köln: Am letzten Samstag den 16. ds. M. sprach in der hiesigen „Zionistischen Vereinigung" Herr Nathan Groß über die „Sozialen Fragen im Zionismus". In sachkundiger und fesselnder Weise führte der Referent aus, wie vielfach im Zionismus nationale und soziale Probleme ineinandergreifen und welche Bedeutung diese wichtige Erscheinung für uns haben muß, wenn der Zionismus, wie es bereits geschehen ist, in die Ära der praktischen Betätigung mit seinen programmatischen Zielen tritt. Mit der allmählichen Schaffung unserer ökonomischen Grundlage in Palästina, von der alles für uns abhängt und deren Schwierigkeiten wir uns voll und ganz bewußt sind, muß die theoretische Erfassung dieser Probleme gleichen Schritt halten, wenn wir nicht in unserer fortschreitenden Entwicklung vor einer undurchdringlichen Mauer anlangen wollen. An die Ausführungen des Herrn Groß, die die gespannteste Aufmerksamkeit der zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder fanden, schloß sich eine anregende Diskussion, zu welcher die Herren Schneider, Referendar Dr. Kaufmann, Berger, Reinhardt und Po Hak das Wort ergriffen. Nach dem Schlußworte des Referenten, der verschiedene Einwendungen widerlegte, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Mehrere neue Mitglieder meldeten ihren Beitritt an. Posen: Zionistische Ortsgruppe. Am 9. Januar hielt Kantor Blitz aus Dessau einen Vortrag über den letzten Kampf der Juden gegen Rom. iWit genauer Kenntnis der Quellen Josephus und Dio Cassius gab Redner in fünfviertelstündigem fesselndem Vortrag von jenem zweihundertjährigen Ringen des jüdischen Volkes gegen das übergewaltige Rom ein anschauliches Bild. Obwohl schließlich der skrupellosen römischen Kriegsführung unterliegend, bewiesen doch die Juden in dem ungleichen Kampf, der kaum seinesgleichen in der Weltgeschichte hat, einen Heldenmut, der eigentlich allein die Fabel der Kriegsunfähigkeit der Juden, die selbst im folgenden tausendjährigen Exil nur eine bewußte Geschichtsfälschung ist, unmöglich machen sollte. Der Redner zwang das Publikum in die Begeisterung seines Vortrags, an dessen Schluß lebhafter Beifall gezollt wurde. In der Diskussion wies Dr. Jeremias darauf hin, wie wenig es zu verstehen wäre, wenn beispielsweise die Großloge als jüdischen Helden und Nacheiferung für die Jugend einen jüdischen Major aus dem Befreiungskriege ausfindig macht, anstatt in für die jüdische Jugend bestimmten Büchern bei der so reichlichen Auswahl an Helden bietenden jüdischen Geschichte als dem naturgemäßen Stoff zu bleiben. Herr Rosenthal versuchte die Loge in Schutz zu nehmen. Nachdem Herr Diamant Einwendungen aus orthodoxen Anschauungen gegen das zionistische Ideal macht, wiederlegt Herr Blitz mit großer Verve die oppositionellen Gesichtspunkte. Ein Beweis für die Durchschlagskraft der Blitzschen Ausführungen bildeten die zahlreichen Aufnahmemeldungen aus der Mitte der Zuhörer. Österreich Wien: Am 12. Januar 1909 konstituierte sich eine Vereinigung junger Leute unter dem Namen „Ness Zionah" (Fahne Zions) zum Zwecke rein zionistischer Betätigung, mit besonderer Berücksichtigung palästinensischer Zwecke. Diejenigen, die sich für die Sache interessieren, mögen sich behufs näherer Information an Herrn Jakob Hammer, Wien II, Taberstraße 8 (zu sprechen von 8—12 und von 4—7 Uhr, Telephon 15261), wenden. Böhm. Leipa. Der ersten zionistischen Versammlung in unserer Stadt vom 29. November v. J. folgte am 10. d. M. die zweite Veranstaltung. Die zionistischen Vereine in Teplitz-Schönau und in Trautenau veranstalteten hier gemeinschaftlich eine Wanderversammlung, die trotz heftiger Gegenagitation einen sehr zahlreichen Besuch aufwies. Namens der einberufenden Vereine eröffnete Herr Siegf. Steiner aus Teplitz die Versammlung und erteilte nach kurzer Begrüßung Herrn Dr. Emil Marguli es zur Erstattung des Referats das Wort. Mit gespanntester Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den überzeugenden Ausführungen des gefeierten Redners, und zahlreiche Anfragen aus der Zuhörerschaft bewiesen das geweckte Interesse. Nachdem Dr. Margulies auch diese Anfragen erschöpfend beantwortet hatte, erfolgten zahlreiche Beitrittserklärungen zu dem in nächster Zeit hier zu gründenden zionistischen Vereine. Anschließend an die Versammlung konstituierte sich ein Komitee, welches die Vorarbeiten für die Vereinsgründung durchführen und damit der zionistischen Organisation eine neue, alte Gemeinde zuführen wird Reichenberg: Am 17. d. M. fand hier die zweite Agitationsversammlung des Altböhm. Rayon-K. gemeinsam mit dem Trautenauer und Teplitzer Zion. Verein statt. Anwesend waren über 250 Personen. In seinem ausführlichen Referate besprach der Referent Dr. Margulies, Trautenau, in seiner bekannt vorzüglichen Weise die Lage der Ostjuden, dann die ähnliche der westlichen. An der lebhaft geführten Debatte beteiligten sich die Herren Eduard Schulhof. Dr. Ernst Neustattl, Max Langstein und Gg. Dr. Emil Margulies. Den Ausführungen des Referenten lohnte nicht nur der große Beifall der Versammlung, sodern er hat noch den großen Erfolg zu verzeichnen, daß 28 Personen ihren Beitritt zu dem zu gründenden Verein „Zion" anmeldeten. Galizien (Von unserm Berichterstatter] Distriktstag der zionistischen Organisation Podoliens Sonntag den 10. Januar d.J. fand im Schloßsaal in Tarnopol der zweite Distriktstag der Zionisten Podoliens statt. Es sind 38 Delegierte aus 23 Städten erschienen. Dr. Israel Waldmann, Obmann des Distriktskomitees, eröffnete um 4 Uhr nachmittags die Konferenz und begrüßt die Delegierten, sowie den in Vertretung des Jüdischen Klubs erschienenen »f h : i 'K__i!