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Die Welt · 1909-01-22 · 4 (22.1.1909) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
4 (22.1.1909)
Date
1909-01-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Die wichtigsten Getreidegattungen auf dem Boden der Kolonie Maskereth Bathia sind Weizen mit einem Bruttoertrag von 9583 Kel1) Frcs. 64400.— Sesam „ „ » 2895 „ „ 30570.— Gerste „ „ „ 3056 „ „ 10600.— Größere Erträge brachten ferner Pferdebohnen 481 Kel Frcs. 2400.— Mandeln „ 2200.— Rotrüben „ 1700.— Durrah 292 „ „ 1500.— Schließlich wurden auch Wassermelonen angebaut, die ca. 1900 Frcs. Ertrag brachten, Bohnen, Erbsen und Nahut (Bohnenart)' mit kleinen Erträgen von 100—200 Frcs. Von 35 eine eigene Wirtschaft betreibenden Kolonisten hatten 3 von ihrer Ernte eine Bruttoeinnahme von ca. 6000 Frcs. 3 Kolonisten „ „ 5000 „ 10 „ 3200—4500 „ 11 „ 2200—3200 „ 5 „ 1000—2200 „ und nur 3 „ weniger als 1000 „ Der Ernteertrag der 3 letzten Kolonisten bezifferte sich bei einem auf über 600 und bei den 2 andern auf über 400 Frcs. Der Oscher (der Zehente Grundertragssteuer) beträgt gesetzmäßig 12V2 °/o der Ernte, in Wirklichkeit aber beträgt er in der Regel mehr, da insbesondere die Spesen der Steuereintreibung, die dem Grundbesitzer zur Last fallen, ziemlich erheblich sind. So beträgt der diesjährige Oscher in Maskereth Bathia durchweg über 15% des Bruttoertrages der Ernte. Es wurde nämlich an Osch er bezahlt für die Winterernte auf dem Boden von Ekron Frcs. 1 530.— „ Mansurah „ 11 380.— 12 910.— Für die Sommerernte auf dem Boden von Ekron „ „ „ Mansurah „ N'anie Frcs. 2 970.- „ 1 600. 940.- 5 510.— Insgesamt wurde im Jahre 5668 an Oscher bezahlt Frcs. 18 420.— Die Steuerleistungen verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Kolonisten: 2 Kolonisten brachten ca. 800 Frcs. an Oscher auf 6 „ „ 650-800 „ 7 „ „ 550—650 6 10 u. nur 4 450-550 300 -450 weniger als 300 Die niedrigste Steuerleistung betrug ca. 60 Frcs. Die Oscherleistung erschöpft durchaus noch nicht die gesamte Steuerbelastung der Kolonisten. Es kommen noch an jährlichen Regierungsabgaben, die, da sämtliche Ekroner Kolonisten ottomanische Staatsbürger sind, alle Kolonisten betreffen, hinzu: 1. 52 Piaster sagh (= 11 Frcs.) für jede männliche Person vom Tage der Geburt ab (Militärsteüer, Askerie) 2. 23 „ „ (=fast5 „ ) für jeden Mann vom 20. Lebensjahre ab (Militärsteuer, Jilieh) 3. 61/* „ „ (=1.30 „) für jedes Stück Kleinvieh (Adad) Zur Deckung der allgemeinen Kolonieausgaben steuert jeder Kolonist je 4 Piaster (= ca. 80 cts.) für jeden Dunam seines Grundbesitzes bei. 2. Ernteergebnisse der Wintersaat in Gederah (Katra) im J. 5668: Es wurde gesät geerntet in Brutto Weizen auf 1083 Dunam '356 Kel') 3306 Kell) Gerste „ 453 „ 208 „ 2575 „ Bohnen „ 226 „ 137 „ 1732 „ Erbsen „104 „ 32 „ 370 „ Durrah (Sommersaat) „ 90 „ 3 „ 98 „ Sesam „ 755 „ _2J_ „ 493 „ Insges. Getreide „ 2711 „ 757 „ 8574 „ ferner wurde Wein auf 897 Dunam gepflanzt, die einen Bruttoertrag von 1924 Kantar2) und Mandeln auf 129 Dunam gepflanzt, die einen Bruttoertrag von 17 Kantar *) ergaben. Der Oscher wurde in natura entrichtet und betrug mit Nebenspesen für die Winterernte ca. 15 "/o der Ernte in Brutto. Wegen des Oschers für die Sommerernte steht die Kolonie mit der Regierung noch in Unterhandlungen. Als sehr erfreuliche Tatsache ist zu konstatieren, daß nach Succoth in Gederah 8 jüdische Arbeiter aufgenommen wurden. Wiewohl sie zumeist erst vor kurzem aus Rußland gekommen sind und an die Feldarbeit noch nicht gewöhnt sind, befriedigen sie infolge ihrer Arbeitswilligkeit die Kolonisten in hohem Maße. Fast alle diese Arbeiter haben die Absicht, späterhin als selbständige Landwirte sich niederzulassen. In Maskereth Bathia ist leider ein ähnlicher, diesen Winter zum erstenmal unternommener Versuch, einige jüdische Arbeiter einzustellen, mißglückt. ') Kel ist ein arabisches Hohlmaß, dessen Gewicht bei Sesam 21, Qerste 23, Bohnen 27, Weizen, Erbsen und Durrah ie 30 kg beträgt. *) 1 Kantar 288 kg. (□□□□□□ >V"' FEUILLETON o □□□□□□]) O P - JJ O ,VERWALGERTE BRIEFE Von Schalom Aleichem) [Aus dem Jüdischen übersetzt von H. H.] II. u Scheitie-Scheindel von Mazepewke an ihren Mann, Menachem-Mendel, in Jehupez. An meinen teuern, reichen, weltbekannten Mann, Reb Menachem-Mendel, möge sein Licht scheinen! Erstens melde ich Dir, daß wir uns alle, Qott sei Dank, wohl und munter befinden. Gebe Qott, daß ich von Dir dasselbe fernerhin vernehmen soll, und nie Schlimmeres. Und zweitens schreibe ich Dir, mein neuer Brodgeber, mein „Schreiber", der Du bist, daß ich nicht einmal angefangen habe, Dich zu verstehen, was Du eigentlich bist, ein Mensch, oder eine Lehmpuppe? Was da passiert ist! Qott hat Dir einen kleinen, günstigen Umstand, ein Quintchen Qlück beschert: es fand sich eine blödsinnige Kundschaft, die für Dein unvernünftiges Geschwätz, von dem einem die Galle überläuft, wenn man es anhört, Geld zahlt. Man kann nicht wissen, wie der Hase läuft. Wie sagt meine Mutter, soll leben: „Jede Ware liegt sich ihre Zeit aus", — nun, wenn schon einmal so 'ne Hochzeit gemacht wird, da solltest Du doch wenigstens einen Knochen ablecken! Entweder — oder! Wird die Ware verlangt und hat guten Absatz, so daß für sie schon gezahlt wird, warum sollen sie nicht mehr zahlen? Im Laufe der drei Monate habe ich alles in allem drei Hunderter gekriegt! So 'ne Schwefelbande! Hätte sie der böse Geist geholt, wenn sie mir noch einen Hunderter geschickt hätte? Wie es scheint, kümmert sie sich keinen Pfifferling darum, daß bei meinem Vater die Zeiten jetzt so schlecht sind! Lösen tut man nicht und gezahlt muß werden! Es würde gar nicht schaden, Mendel, könnte ich meinen Eltern mal einen Hunderter zuschieben! Sie haben es bei Dir ehrlich verdient. Wenig haben sie sich abgehärmt, wenig Gram und Kummer ausgestanden, seit sie Dich, das Kleinod, sich als Eidam eingekauft haben? Wie sagt die Mutter, soll leben:

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