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Die Welt · 1909-01-08 · 2 (8.1.1909) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 2 - DIE] Österreich Olmütz. Für den diesjährigen mähr.-schles. Distriktstag, welcher am 17. d. M. in Olmütz (Böhmengasse 3) stattfindet, nimmt der hiesige Verein „Zion" Bestellungen von Zimmern für Delegierte bzw. Gäste entgegen. Diesbezügliche Korrespondenzen sind an Herrn Wilh. Spitzer, Olmütz, Elisabethstraße, zu richten. Prag: Zu einem in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Fest rüstet der hiesige Verein jüdischer Hochschüler Bar Kochba. Bei einem Festabend, den der Verein am 16. Januar im Hotel Zentral veranstaltet,^ wird Felix Saiten über den „Abfall vom Judentum" sprechen. Über den „Sinn des Judentums" wird Martin Buber einen Vortrag halten.1 Frl. Lia Rosen vom Hofburgtheater in Wien wird zum Teil noch unveröffentlichte Gedichte moderner jüdischer Autoren vortragen. Storozynetz: Es war ein genußreicher Abend, den der Frauenu.ii M liehen verein „Ruth" dem jüdischen Publikum durch die Veranstaltung einer Makkabäerfeier bereitete. Der Gemeinderatssaal, in dem die Feier stattfand, war bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Das Programm wechselte jüdische Lieder und Vorträge ab. Herr stud. jur. Rothfeld („Zephirah") hielt die Festrede. Hierauf sang der Chor „Die Weber" und „An Theodor Herzls Grab". Den Schluß des Abends bildete die Verlesung über „Perez", die Herr stud. jur. Locher hielt. Przemysl: Am 26. Dezember fand im Saale des „Dom Narodny" die diesjährige Makkabäerfeier statt. Anwesend waren gegen 500 Gäste. Der Abend wurde durch eine schöne, inhaltvolle Ansprache des Gg. Dr. phil. Freund eröffnet. Gg. Prof. H. Ehrlich (Lemberg) brachte am Klavier jüdische Kompositionen zum Vortrag, von welchen besonders die selbstverfaßten Lieder „Judenmädchen" und „Jüdisches Lied" lebhafte Anerkennung fanden. Die glänzenden Ausführungen des Festredners Gg. Dr. Feldblum (Krakau) erweckten stürmische Begeisterung. Zum Schlüsse wurde ein Einakter aus dem jüdischen Leben, betitelt „Sklavenseelen", von Amateurdarstellern aufgeführt. — Nach dem Abend fand zu Ehren der Gäste ein großer Festkommers im Saale „Viktoria" statt. * Am 25. Dezember hielt Prof. H. Ehrlich einen öffentlichen Vortrag über „Jüdische Musik". Der Vortrag fand zahlreiche Zuhörer. Ungarn Magvar: Nach vieler Mühe ist es gelungen, auch hier einen national-jüdischen Verein zu gründen. Trotz starker Gegenströmungen hat der Verein „Jeschurum, hebräisch-literarische Vereinigung", bereits eine schätzbare Tätigkeit entwickeln können. Die Eröffnungsfeier fand zu Chanukka statt und nahm einen sehr schönen Verlauf. Belgien Antwerpen: Am Ausgang des Chanukafestes fand die Einweihung des neuen Gebäudes der jüdischen Handels- und Realschule statt. Das neue prächtige Gebäude verdankt seine Existenz ausschließlich dem idealen Eifer der Gründer, die ungeachtet aller Schwierigkeiten und unter großen Opfern das begonnene Werk zum glücklichen Ende führten. Der Misrachiverein in Antwerpen nahm an den Vorarbeiten regen Anteil. Bulgarien Das Zentralkomitee des Verbandes der zionistischen Turnerschaft Bulgariens„Makkabi" hatfürdie am 25., 26. u. 27.Dezember a.St. in Pasardschik stattfindende Generalversammlung folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Tag. Vormittags: 1. Eröffnung. 2. Bureauwahlen. 3. Ausschuß wählen. Nachmittags: 4. Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees. 5. Diskussion. 2. Tag. Vormittags: 6. Gymnastik beim jüd. Volk und die Grundlagen des Verbandes „Makkabi", Vortrag gehalten von Herrn Pardu. 7. Diskussion. ^7 LT 35 Nachmittags: 8. Technik des Verbandes „Makkabi", Vortrag des Herrn Sch. Simon-Rustschuk. 9. Diskussion. 10. Berichte der Delegierten über die Lage ihrer Vereine. 3. Tag. Vormittags: 11. Die Disziplin im Verbände „Makkabi" und unsere weitere Arbeit, Vortrag des Herrn Goldmann-Pasardschik. Nachmittags: 12. Lesung der Verbandsstatuten. 13. Unsere Stellungnahme zu den jüdischen Gemeinden Bulgariens. 14. Unsere Solidarität mit dem Turnverband „Bar-Kochba" in Deutschland. 15. Frage der Gründung eines Zentralorgans „Makkabi". 17.Eventualia. Neu-Südwales Sydney: Die Sydney Zionist Society versendet ihren ersten Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen: Der Verein wurde am 17. Februar verflossenen Jahres gegründet und hat in den zehn Monaten seines Bestehens bereits schöne Erfolge erzielt. Zum Zwecke der Verbreitung der zionistischen Idee unter der jüdischen Bevölkerung von Neu-Südwales gab der Verein eine Broschüre in englischer Sprache heraus, die große Beachtung fand. In der kurzen Zeit von zehn Monaten hat der junge Verein bereits über JC 1300.— für zionistische Zwecke gesammelt, nämlich JC 700.— für den Nationalfonds, JC 120.— für den Herzlwald, JC 180.— für die Ölbaumspende, JC 200.— für Schekel, JC 100.— für den Parteifonds, JC 30.— für den Bezalel usw. In einer Versammlung der Damen des Vereins wurde auch die Gründung eines Frauenvereins beschlossen, der sehr gut gedeiht. Alles in allem kann die zionistische Organisation in ihren Vertretungen in Neu-Südwales schätzbare Ansätze für eine energische, zionistische Arbeit in ganz Australien begrüßen. _______ Schulim Melzer Am 2. Jänner 1909 verschied in Wien einer der ernstesten und besten Zionisten Galiziens, Schulim Melzer aus Rohatyn. Aus orthodoxen Kreisen stammend, schloß er sich schon in den ersten Anfängen der jungen, jüdischen Bewegung an und blieb ihr treu bis zu seinen letzten Zügen. Er nahm regen Anteil an der Organisierung der zionistischen Vereine in Galizien in der vorherzischen Zeit und beteiligte sich namhaft an dem ersten, leider mißglückten Versuche der Gründung einer galizischen Kolonie in Palästina. Er verstand es, große orthodoxe Kreise für unsere Bewegung zu gewinnen, und schloß sich mit Begeisterung der politischen Richtung des Zionismus, wie sie Herzl anbahnte, an. Auf den Kongressen war er einer der Vorsitzenden der Misrachi-Gruppe, zeichnete sich jedoch immer durch große Toleranz für freisinnige Anschauungen und einen großen, vorurteilslosen Blick für das Ganze aus. Er war einer der ersten, welche die nationale und kulturelle Bedeutung der hebräischen Sprache erkannten, und die von ihm organisierte hebräische Schule in Rohatyn gilt als Musterinstitut in Galizien. Jeder unnötigen Wortdrescherei abhold, war er ein Mann der lebendigen Tat und des lebendigen Beispiels. Sein Haus war ein zionistisches und die hebräische Sprache die Umgangssprache desselben. Mit großen persönlichen Opfern bahnte er den unmittelbaren Verkehr zwischen Palästinaundüalizienan, indem er aus eignem Vermögen und ohne jede Unterstützung den „Kännel" für Galizien errichtete und den Produkten unserer Kolonien in diesem Lande die Wege erschloß. Er war ein guter und treuer Zionist, der zu gehorchen verstand und auf jedem Posten seinen Mann stellte. Ein treuer und warmfühlehderJude, ein aufopfernder Freund ist mit ihm dahingegangen. Sein Scheiden schafft eine schmerzliche Lücke im zionistischen Lager Galiziens; sein Verlust ist für seine Freunde unersetzlich. Der Bund Deutscher Bodenreformer veranstaltete am 7. Januar im neuen Königlichen Operntheater (Kroll), Berlin ein Winterfest, bei dem ein historisches Festspiel für uns von besonderem Interesse ist. Es stellt in 6 Bildern den Zug der Bodenreform durch die Weltgeschichte dar. Ein „Richterspruch Mosis" ist der Inhalt des ersten Bildes. Dr. Franz Oppenheimer hat den Text gedichtet und E. M. Lilien hat die künstlerische Leitung übernommen. AUSGRABUNGEN IN JERICHO ■ M ARAMÄISCHER KRUGSTEMPEL

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