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Die Welt · 1909-01-08 · 2 (8.1.1909) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 2 - d:e3^elt- =29 DIE AUSGRABUNGEN VON JERICHO Die Deutsche Orient-Gesellschaft läßt dem 38. Heft ihrer Mitteilungen, unmittelbar das 39. folgen, in welchem Professor Sellin und seine Mitarbeiter über die Ausgrabung von Jericho berichten. Was einem jeden von uns seit seiner Kindheit aus den biblichen Erzählungen geläufig war, Hacke und Spaten der Ausgräberhaben es jetzt bestätigt: schier unbezwinglich mußten die aus riesigen Blöcken geschichteten Mauern erscheinen, mit denen die hochragende Stadt rings umgürtet war. In der eingehenden Schilderung, die der als Architekt an der Ausgrabung beteiligte Dr. Langenegger von der an mehrern Steilen auf beträchtliche Strecken genau untersuchten Außenmauer von Jericho entwirft, klingt als Grundton überall die Bewunderung durch für das hohe technische Wissen und Können der Baumeister, die in grauer Vorzeit dieses gewaltige Werk so geschichtet haben, daß „im Gewirre kanaanitischen Häusern auf der Zitadelle innerhalb der Innen"» befestigung, aus der israelitischen Ansiedlung auf dem Quellhügel und aus den Häusern auf der Nordseite des Stadthügels zwischen Außenmauer und Innenbefestigung. Sehr spärlich sind die Vasenfunde in den kanaanitischen Häusern der Burg, die vier verschiedenen, dicht übereinander liegenden Epochen angehören. Nur kleine Gefäße sind ganz erhalten, von größeren nur Bruchstücke gefunden. Gleichartige Stücke wie hier wurden auch vereinzelt zwischen Haupt- und Vormauer der Burg und in den tiefsten bisher erreichten Schichten des Quellhügels zutage gefördert. HÄUSER KANAANITISCHER ZEIT HINTER DER INNENMAUER DER ZITADELLE, VON SÜDEN AUS der Fugung keine Stelle * bleibt, an der ein Instrument der Zerstörung wirkungsvoll einsetzen könnte". Daß diese imposanten Befestigungswerke in ihrer Gesamtheit tatsächlich auf die älteste Zeit der Geschichte Palästinas zurückgehen, die man als die kanaanitische zu bezeichnen sich gewöhnt hat, daran lassen die bei der Ausgrabung gemachten keramischen Funde keinen Zweifel. Wie Professor Watzinger, der Archäologe der Expedition, ausführlich darlegt, scheiden sich die kanaanitischen Gefäße und Gefäßbruchstücke aufs deutlichste von den Kannen, Schalen und Henkelkrügen aus der sehr viel später, erst nach einem langen Zeitraum, während dessen die dem Fluche verfallene Stadt als Acker- und Gartenland dagelegen hatte, einsetzenden israelitischen Besiedelung. Wiederum durch Jahrhunderte von dieser getrennt ist dann die oberste, frühbyzantinische Schicht. Nachstehend geben wir einen Teil des Berichtes der Deutschen Orientgesellschaft wieder, der sich mit den Einzelfunden beschäftigt und den durch Abbildungen zu erläutern wir dank des freundlichen Entgegenkommens der Gesellschaft in der Lage sind: Nach den drei Stellen, an denen in der letzten Kampagne größere Teile des bewohnten Gebiets der Stadt Jericho freigelegt wurden, lassen sich auch die Kulturüberreste, vor allem die keramischen Funde, in drei Hauptgruppen scheiden: die Funde aus den Die Bezeichnung kanaanitisch für diese durchaus prähistorisch aussehende Gattung rechtfertigt sich dadurch, daß sie nur in den Schichten aus der Zeit vor der Zerstörung vorkommt, plötzlich abbricht und mit den der Zeit nachfolgenden Vasengattungen in Jericho keinen Zusammenhang hat. Das plötzliche Aufhören dieser Vasengattung erklärt [sich am besten aus der völligen Zerstörung der Stadt. Auch an andern Orten Palästinas sind gleichartige Vasen, wenn auch nicht so zahlreich wie in Jericho, in kanaanitischen Schichten gefunden worden, und dort lassen sich auch Übergänge zur israelitischen Keramik nachweisen. Eine zweite, geschlossene und fest datierte Fundgruppe ließ sich bei der Ausgrabung der israelitischen Ansiedlung auf dem Queühügel feststellen, wo eine Gruppe von Häusern eine überraschend große Ausbeute an Gegenständen des täglichen Lebens spendete. Die Datierung ergab sich aus dem Fund zweier kyprischer Kännchen aus rotem Ton mit schwarzer Benialung in einem besonders gut erhaltenen Hause, die man rund ins VIII. Jahrh. v. Chn setzen darf, wenn sie auch in Gräbern noch im VII. Jahrh. in Griechenland vorkommen (vgl. Dragendorff, Thera II, S. 313 u. 321) 2

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